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Dipps: Ratgeber für Linkshänder erschienen

Frank Heyne, Gründungsdirektor des Glückauf-Gymnasiums Dippoldiswalde, war Lehrer und Wissenschaftler. Jetzt gibt es ein Buch aus seinem Nachlass.

Hier saß Dr. Frank Heyne in seinem Studierzimmer, wo er auch im Ruhestand weiter zum Thema Linkshändigkeit gearbeitet hat. In dieser Zeit ist ein Ratgeber entstanden.
Hier saß Dr. Frank Heyne in seinem Studierzimmer, wo er auch im Ruhestand weiter zum Thema Linkshändigkeit gearbeitet hat. In dieser Zeit ist ein Ratgeber entstanden. © Archiv Oberthür

Weihnachten werden es zwei Jahre, dass Dr. Frank Heyne, der erste Leiter des Glückauf-Gymnasiums Dippoldiswalde, gestorben ist. Wie kreativ er war, zeigt sich daran, dass jetzt noch ein Buch erscheint, das er bereits zu Lebzeiten geschrieben hat, aber nicht bis zur Veröffentlichung bringen konnte. Nun hat seine Familie diesen Ratgeber publiziert unter dem Titel "Linkshänder - Struwwelpeter; Ein Ratgeber wie aus alten Zeiten".

Lieber Lehrer in Dipps als Professor an der Uni

Heyne war ein engagierter Lehrer für Biologie und Chemie. Darüber hinaus hat er aber auch wissenschaftlich gearbeitet und die Linkshändigkeit erforscht. Er hat zu diesem Thema auch habilitiert und bekam Angebote, an der Universität zu lehren. Er blieb aber lieber im Osterzgebirge und bei seinen Schülern.

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Zur Linkshändigkeit hat er auch im Ruhestand, als ihm wieder mehr Zeit dafür geblieben ist, weitergearbeitet. 2012 ist im Tharandter Verlag Blätterhaus sein Buch „Aus der Spiegelwelt“ erschienen. Seine Familie hat aus dem Nachlass jetzt den neuen Band herausgegeben.

Eine Aufgabe über den Tod hinaus

Heyne ist als junger Student zum ersten Mal mit dem Thema Linkshändigkeit in Berührung bekommen. Er brauchte damals ein Zusatzeinkommen. Dass er damit eine Aufgabe gefunden hat, die ihn über seinen Tod hinaus begleitet, hat er seinerzeit sicher nicht gedacht.

Dieser Band von Frank Heyne ist posthum erschienen. Der Grafiker Thomas Lotze hat den Text illustriert.
Dieser Band von Frank Heyne ist posthum erschienen. Der Grafiker Thomas Lotze hat den Text illustriert. © Thomas Lotze

So hat er noch einen Ratgeber für Linkshänder und ihre Familien aufgeschrieben, der sich im Titel und etwas im Inhalt an den Kinderbuchklassiker Struwwelpeter anlehnt, den „Linkshänder Struwwelpeter“. Er hat hier das Thema nicht in wissenschaftlich abstrakter Sprache dargestellt, sondern als Ratgeber für Familien. Eltern und die Kinder selbst sind seine Zielgruppe.

Manches funktioniert einfach anders

Der Original-Struwwelpeter gilt heute als Beispiel für schwarze Pädagogik, die Kinder in Angst versetzt. Das war nie Heynes Sache, weder als Lehrer, noch als Buchautor. Er will vor allem Verständnis wecken für die Linkshänder. Manches funktioniert bei ihnen nicht schlechter als bei Rechtshändern, sondern einfach anders.

Linkshänder passend fördern

Mit einer speziellen Schere etwa können sie genauso gut ausschneiden wie alle anderen. Mit einer klassischen Rechtshänderschere haben sie aber Probleme. Schwierigkeiten bei Mathematikaufgaben können daher rühren, dass Linkshänder oft Zahlen spiegelverkehrt sehen. Eine Rechts-Links-Schwäche kann im Straßenverkehr zur Unfallursache werden. Wer aber um diese Probleme weiß, kann Kinder entsprechend fördern oder auch bei sich selbst vorbeugen.

Den Text aus dem Nachlass von Frank Heyne veröffentlichen jetzt sein Sohn Ben Heyne und der Künstler und Grafiker Thomas Lotze, der über seine Frau mit Heyne verwandt ist. Lotze hat passende Illustrationen zum Linkshänder Struwwelpeter gestaltet, das Buch in seiner eigenen Druckwerkstatt hergestellt und in dem zugehörigen Offizin-Verlag veröffentlicht.

Frank Heyne: Linkshänder – Struwwelpeter; Ein Ratgeber wie aus alten Zeiten; Verlag: Offizin 0,376 Altenberg; ISBN 978-3-00-070022-4; Preis 9,90 Euro.

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