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Dippser Museum zeigt Euro des Mittelalters

Nach der Coronapause öffnet das Museum für den mittelalterlichen Bergbau wieder. Ein besonderer Fund aus Dippoldiswalde ist jetzt zu sehen.

Die Prager Groschen waren um 1300 eine weit verbreitete Münze. Dieses Exemplar wurde vor eineinhalb Jahren in Dippoldiswalde gefunden.
Die Prager Groschen waren um 1300 eine weit verbreitete Münze. Dieses Exemplar wurde vor eineinhalb Jahren in Dippoldiswalde gefunden. © Andree Forßbohm, LfA

Das Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge, kurz Miberz, hat vom Dienstag, dem 15. Juni, an wieder geöffnet. Dabei präsentiert es auch einen besonderen Fund, den Prager Groschen. Den fand im Herbst 2019 ein lizenzierter Hobbyarchäologe auf einem Acker bei Dippoldiswalde. Die Münze besteht aus 3,6 Gramm Silber. Sie stammt aus der Zeit kurz nach 1300, wie das archäologische Landesamt informierte. Damals war Wenzel II. König von Böhmen.

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In Meißen nach Prager Vorbild geprägt

Die Vorderseite zeigt die böhmische Krone und die Nennung des Herrschers. Auf der Rückseite, durch die Faltung nicht sichtbar und sehr schlecht erhalten, ist der böhmische Löwe dargestellt. Der Fund repräsentiert die Übergänge der Währungssysteme von den lokalen Blechmünzen zum überregionalen Groschen, der in Meißen ab 1338 nach Prager Vorbild geprägt wurde, informierte Miberz-Leiterin Jitka Steßl, die nach ihrer Babypause wieder im Amt ist. Es war sozusagen der Euro des Mittelalters. Ob der bei Dipps gefundene Groschen absichtlich so verbogen wurde oder im Lauf der Jahrhunderte im Boden krumm gedrückt wurde, kann heute nicht mehr rekonstruiert werden.

Besuch ist mit Hygienekonzept wieder möglich

Wie vor der Corona-Pause zeigt das Museum wieder die europaweit einzigartigen archäologischen Funde aus den Bergwerken in Dippoldiswalde und Niederpöbel, welche Bestandteil des Unesco-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří sind. Sie geben einen Einblick in das Leben und Arbeiten mittelalterlicher Bergleute über und unter Tage. Auch informiert das Museum über wissenschaftliche Methoden und Forschung.

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All das ist wieder zugänglich mit einem Hygienekonzept, zu dem eine Kontakterfassung, das häufige Reinigen der Oberflächen sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehören. Sollten sich die Coronazahlen wieder verschlechtern, kann es sein, dass das Museum zusätzlich einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis verlangen muss.

Museumsöffnung: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10–17 Uhr (außer 24.12./ 31.12.)

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