merken
PLUS Dippoldiswalde

SOE: Maibäume wachsen trotz alledem

Die Frühlingsfeste, die meistens zum Maibaumstellen gehören, fallen wegen Corona flach. Wie die Tradition dennoch auch dieses Jahr gepflegt wird.

In Altenberg stand der Maibaum schon zeitig. Die Bergstadt hält wie etliche andere Orte im Osterzgebirge und seinem Vorland an dieser Tradition auch in Coronazeiten fest.
In Altenberg stand der Maibaum schon zeitig. Die Bergstadt hält wie etliche andere Orte im Osterzgebirge und seinem Vorland an dieser Tradition auch in Coronazeiten fest. © Egbert Kamprath

Das klassische Maibaumstellen mit Bierausschank, Musik und noch Tanz in den Mai ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Darum fielen diese traditionellen Frühlingsveranstaltungen auch allesamt ins Wasser. „Aber deswegen wollen wir nicht auf den Maibaum verzichten“, sagt der Dippoldiswalder Ortsvorsteher Dirk Massi (Freie Wähler). Er ist zugleich Vorsitzender des Vereins Kulturraum und Brauchtumspflege, der sich die Organisation von Maibaumstellen und Stadtfest auf die Fahne geschrieben hat. Die Feste müssen ausfallen. Aber das schlichte Baumstellen ist ja etwas anderes. Schließlich hat die Stadt seit 2017 einen neuen Baum aus Aluminium. Es wäre ja schade, den ungenutzt im Schuppen liegen zu lassen.

Unvorstellbar: Der Dippser Marktplatz ohne Maibaum

Massi hat sich mit einigen Mitstreitern zusammengetan und einen späten Zeitpunkt vereinbart, den auch sonst niemand erfahren hat. „Am Freitagabend, wenn die Geschäfte geschlossen haben und auch sonst niemand mehr groß unterwegs ist“, sagt er. „Es ging ja darum, jedes Aufsehen und jeden Menschenauflauf zu vermeiden, damit wir keine Probleme mit den Corona-Auflagen bekommen.“ Einen Dippser Marktplatz im Frühjahr ohne Maibaum, das will sich der Ortsvorsteher nicht vorstellen.

Anzeige
Die Städte der Zukunft
Die Städte der Zukunft

In der Veranstaltungsreihe von SLUB und Konrad-Adenauer-Stiftung steht am 20.05.2021 die Zukunft der Stadt im Fokus. Diskutieren Sie mit!

Nun hat nicht jeder Ort die Tradition eines Maibaums. Aber dort, wo es üblich ist, halten es die einzelnen Orte dieses Jahr ganz verschieden. In Altenberg stand der Baum schon vor dem 1. Mai. Er wurde aber auch ohne öffentliches Aufhebens aufgestellt.

Der Maibaum auf dem Markt in Dippoldiswalde.
Der Maibaum auf dem Markt in Dippoldiswalde. © Karl-Ludwig Oberthür
Der Maibaum auf dem neugestalteten Dorfplatz in Herzogswalde.
Der Maibaum auf dem neugestalteten Dorfplatz in Herzogswalde. © Karl-Ludwig Oberthür
Der Maibaum in der Nähe des Lokschuppens in Mohorn.
Der Maibaum in der Nähe des Lokschuppens in Mohorn. © Karl-Ludwig Oberthür

Mohorn und Herzogswalde haben ihren Maibaum

Im Wilsdruffer Ortsteil Mohorn mochte der Heimatverein ebenfalls nicht auf die Tradition verzichten und hat die Feuerwehr gebeten, das Stellen zu übernehmen, wie die Stadtverwaltung informierte. So kann die Tradition zwar nicht in Gänze beibehalten werden. Aber wenigstens nach außen zeigt der Ort, dass er daran festhält. In Herzogswalde steht ebenfalls ein Maibaum, der den neu gestalteten Dorfplatz schmückt.

Börnchen bei Glashütte will noch einen Maibaum

Andere Orte verzichten dieses Jahr auf den Brauch. So bleiben in der Gemeinde Klingenberg die Plätze in Höckendorf und Pretzschendorf ohne den Frühlingsschmuck. Auch im Glashütter Ortsteil Börnchen, der in früheren Jahren immer im Rahmen eines Festes seinen Maibaum errichtet hat, unterblieb das dieses Jahr. „Wir wussten nicht, wie wir es machen sollten“, sagt Ulrich Burkhard, der Wirt vom Landgasthof Börnchen. Wenn sich aber die Situation entspannt, wollen die Börnchener das nachholen, am besten das Fest mitsamt dem Aufstellen des Baumes. Dann bekämen sie doch noch ihren Maibaum, wenn auch mit Verspätung.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde und dem Osterzgebirge lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde