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Dippoldiswalde

Endlich wieder Theater in Reichenau

Der Kastanienhof beendet seine Corona-Pause. In der neuen Spielzeit ist dennoch manches anders als sonst.

Wenke Illing, Reinhardt Schuchart und Leon Kempe probten schon im Januar am "Zerbrochnen Krug", doch Corona verschob die Premiere.
Wenke Illing, Reinhardt Schuchart und Leon Kempe probten schon im Januar am "Zerbrochnen Krug", doch Corona verschob die Premiere. © Egbert Kamprath

Das war eine lange Probezeit: Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug" sollte eigentlich schon im Frühling Premiere feiern im Reichenauer Kastanienhof-Theater. Jetzt ist der 5. September daraus geworden. "In der Zwischenzeit mussten wir zwölf Vorstellungen absagen", sagt Silke Führich, die zusammen mit Reinhardt Schuchart regelmäßig die Spielzeiten für die ungewöhnliche Bühne auf ihrem Dachboden plant. 

Entsprechend groß war die Zahl der bereits verkauften Karten: "Jetzt können natürlich erst einmal all diejenigen die Vorstellungen besuchen, die wir schon so lange vertrösten mussten", sagt Führich. Es tut ihr leid, dass sie für den "Zerbrochnen Krug" bis Oktober erst einmal höchstens auf zurückgegebene Karten verweisen kann: "Aber dafür spielen wir das Stück auch noch 2021", sagt sie. Die Kostüme, das Bühnenbild, der ganze Aufwand wäre auch zu schade für eine Handvoll Aufführungen gewesen. 

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Junge Reichenauer sind mit der Bühne aufgewachsen

Im Oktober wird das Paar zudem in der hauseigenen Reihe "Klassik am Kamin" aus Macbeth vortragen und sich einen Weltreisevortrag zum Thema Antarktis ins Haus holen. Für die weihnachtlichen Adventssonnabende sind Lesungen geplant. "Normalerweise ist Charles Dickens 'Weihnachtsgeschichte' unser Dauerbrenner, mit Reinhard als Scrooge und mir in allen anderen Rollen", sagt Führich. Doch in diesem Jahr, in dem alle Termine mit so viel Unsicherheit ob ihrer Durchführung umgeben sind, wollten sie flexibler auf die Situation reagieren können.    

Silke Führich, gebürtige "Randberlinerin" mit vielen Jahren in Dresden als Bühnenbildnerin, und der Regisseur und Theaterwissenschaftler Reinhardt Schuchart wollten vor 15 Jahren den Kastanienhof zunächst nur für sich bewohnbar machen. "Als dann der Dachboden frisch mit neuen Brettern belegt war, zwang er uns die Idee einer Bühne regelrecht auf", erzählt Führich. Die benötigten Theatermitspieler fanden sie alle im Dorf: Kinder, Jugendliche, Erwachsene. "Die Kinder von damals sind jetzt schon über 20 Jahre alt, aber sie sind immer noch dabei", sagt Führich. Selbst wenn manche dafür vom Studium in Dresden regelmäßig zurück nach Reichenau fahren müssen. 

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