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Kein Wasser auf Hennersdorfer "Alm"

Weil das Trinkwasser fehlt, muss ein Dippser Ortsteil schon über ein Jahr auf seinen Sportplatz verzichten. Welche Lösung sich die Hennersdorfer erhoffen.

Die Netze sind abgehängt, der Sportplatz auf der Hennersdorfer "Alm" ist seit über einem Jahr gesperrt. Es fehlt am Geld für eine Wasserleitung.
Die Netze sind abgehängt, der Sportplatz auf der Hennersdorfer "Alm" ist seit über einem Jahr gesperrt. Es fehlt am Geld für eine Wasserleitung. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Dippser Ortsteil Hennersdorf ist kein klassisches Brunnendorf. Aber auch hier stört der Wassermangel das Dorfleben. Seit einem guten Jahr ist der Sportplatz gesperrt, weil kein ordentliches Trinkwasser mehr fließt.

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Die Hennersdorfer sprechen von der Alm, wenn sie ihren Sportplatz meinen. Der Platz liegt am Ortsrand ganz oben, eben auf der Alm. Dorthin wurde beim Trinkwasserbau keine Leitung gelegt. Schließlich gab es ja einen Brunnen. Doch der ist nach den jüngsten trockenen Sommern so langsam versiegt. Das hat dann zwei Probleme verursacht. Problem eins ist klar: der Wassermangel. Der hat dann noch Problem zwei ausgelöst: Weil dort so wenig Wasser war, ist dessen Qualität immer schlechter geworden. Schließlich hat das Gesundheitsamt den Brunnen gesperrt.

Sportplatz und Turnhalle sind Zentren für das Dorfleben

Ohne den Brunnen ist der Sportplatz nicht mehr nutzbar. Weder Duschen noch Toiletten funktionieren ohne Wasser. Dieser Zustand macht dem Dorf zu schaffen. In Hennersdorf mit seinen rund 430 Einwohnern sind über 130 in der Sportgemeinschaft Hennersdorf aktiv, berichtet Antje Köhler, Schatzmeisterin der SG. Sechs Fußballmannschaften nutzen den Platz. Zum Dorffest jedes Jahr finden dort Wettbewerbe statt. „Und wenn wir schönes Winterwetter haben, starten wir auch spontan ein Biathlonrennen“, sagt Köhler. „Der Sportplatz und die Turnhalle sind die zwei Zentren, wo sich das Dorfleben abspielt.“

Probleme wie die fehlende Wasserleitung lösen die Hennersdorfer oft auch selbst in Eigenleistung, aber hier sind sie überfordert. Das Angebot der Hennersdorfer Fußballer steht, bei Arbeitseinsätzen mitzuhelfen. Aber eine Wasserleitung über mehrere Hundert Meter zu legen, können die Vereine nicht finanzieren. „So weit reichen unsere Mittel nicht“, sagt Köhler. Deswegen sind sie mit dem Anliegen an die Stadt herangetreten.

Kosten für neue Wasserleitung auf 70.000 Euro geschätzt

Und sie haben bei der Sitzung des Ortschaftsrats, die am vergangenen Dienstag als Videokonferenz abgehalten wurde, auch Simone Ullrich-Braune, Abteilungsleiterin Bau in der Dippser Stadtverwaltung, mit dem Problem konfrontiert. Sie vertrat Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU), die wegen Krankheit nicht an der Video-Ortschaftsratssitzung teilnehmen konnte.

„Wir schauen nach Fördermitteln für das Vorhaben“, versicherte Ullrich-Braune. Ein erster Anlauf, um Geld aus der Vereinsförderung zu erhalten, wurde abgelehnt. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf einem Programm für vitale Dorfkerne. Die Kosten für die Neuverlegung der Wasserleitung werden auf 70.000 Euro geschätzt. Die Stadt will sie entlang der öffentlichen Straße und des Wegs zum Sportplatz verlegen.

Damit gäbe es keine Abstimmungsprobleme mit privaten Grundeigentümern. Würde man aber über die Felder gehen, könnte die Leitung kürzer und billiger werden. Auf diese Möglichkeit wies Ortsvorsteher Henry Krenz (Freie Wähler) hin. Ullrich-Braune sagte, dass sie das Anliegen mit höchster Priorität in die Haushaltsberatungen gegeben hätte. „Ich weiß, dass es Ihnen auf den Nägeln brennt“, sagte sie in der Videokonferenz des Ortschaftsrats.

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