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Breitbandbau für Dipps und Ortsteile startet

Die Vorarbeit hat Jahre gedauert, jetzt rollen die Bagger und Fräsen, um Glasfaser in 750 Häuser im Stadtgebiet zu legen. Was das bringt.

Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) und Steffen Protze, der Ausbaukoordinator der Telekom, stehen hier in Reichstädt am Verteilerkasten für das schnelle Glasfasernetz.
Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) und Steffen Protze, der Ausbaukoordinator der Telekom, stehen hier in Reichstädt am Verteilerkasten für das schnelle Glasfasernetz. © Egbert Kamprath

„Ein guter Tag für Dippoldiswalde, ein guter Tag für die Telekom.“ In dieser Aussage waren sich Kai Gärtner, bei der Telekom für den Vertrieb in der Region zuständig, und die Dippser Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) einig. Sie haben sich am Mittwochnachmittag an der Grundschule in Reichstädt getroffen zum offiziellen Baustart für den Breitbandausbau in Dippoldiswalde und vor allem in den Ortsteilen, die bisher nur schwach an das schnelle Internet angebunden sind.

In Reichstädt läuft der Ausbau mit dem Straßenbau

„Wir beginnen in Reichstädt, weil wir hier unsere Bauarbeiten mit dem Straßenbau koordinieren müssen“, sagt Thomas Irrgang, der für das Projekt in Dipps verantwortlich ist. Diesem Baustart ging eine lange Vorbereitungszeit voraus.

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Im Oktober 2017 hat die Stadt Dippoldiswalde diesen Breitbandausbau öffentlich ausgeschrieben. Dann liefen Verhandlungen, bis im Februar vergangenen Jahres Stadt und Telekom den Vertrag unterschrieben haben. Damit konnte die Planung beginnen, die in zwei Schritten läuft. Erst wird festlegt, welche Leitungen überhaupt notwendig sind. Dann folgt die Feinplanung, die im Detail den Verlauf der Glasfaserkabel festlegt. „Eine der langwierigsten Aufgaben dabei ist, die Genehmigung für die Nutzung der Wege zu bekommen“, sagt Irrgang.

Neue Glasfaserkabel bis in die Häuser

Das Besondere bei dem neuen Ausbauschritt ist, dass die Telekom für rund 750 Haushalte und fünf Schulen in Dippoldiswalde einen Glasfaseranschluss bis ins Haus legt. Fachleute sprechen von FTTH-Technik, eine Abkürzung für das englische "Fibre to the Home. Damit sind erheblich größere Bandbreiten möglich als mit der bisher oft verwendeten VDSL Technik, wo von den Netzverteilerkästen bis zu den Häusern noch mit den fürs Telefon vorhandenen Kupferkabeln gearbeitet wird.

Diese Neuverlegung erfordert eine Menge Tiefbauarbeiten. Rund 36 Kilometer Gräben werden die beauftragten Firmen ziehen, informierte Steffen Protze, Ausbaukoordinator der Telekom für Sachsen und Teile von Brandenburg. In den Hauptkabeltrassen hat das Unternehmen schon beim Ausbau in den 1990er-Jahren Leerrohre verlegt. Aber die Hausanschlüsse müssen neu gegraben werden.

Bis zu einem Gigabit Daten in der Sekunde

Damit wird sich die Situation vor allem im Oberdorf von Reichstädt deutlich verbessern. Dort war bisher die Internetanbindung eher schwach. Zugleich beginnt die Telekom aber auch in den Dippser Ortsteilen, die zum Ortsnetz Kipsdorf gehören, mit dem geförderten Breitbandausbau. 2022 soll dieses Projekt abgeschlossen sein. Rund 2.000 Einwohner werden davon profitieren, schätzt die Oberbürgermeisterin. Sie sagt: „Wir merken gerade jetzt unter Corona-Umständen, wie wichtig eine moderne Internetanbindung ist, wenn Home-Schooling, Video-Konferenzen und Ähnliches plötzlich zum Alltag gehören.“

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Bisher hat sich der Breitbandausbau in Dippoldiswalde auf die Kernstadt und Umgebung konzentriert, jetzt erreicht er auch die Ortsteile weiter oben.

In dieses Ausbauprojekt werden 3,1 Millionen Euro Fördermittel fließen. Das deckt die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke, um die der Ausbau teurer ist als die erwarteten Einnahmen daraus. Bis zu einem Gigabit Datenübertragung in der Sekunde sind mit der Glasfasertechnik möglich. Wer diese Möglichkeiten nutzen will, muss sich mit der Telekom in Verbindung setzen und einen entsprechenden Vertrag abschließen.

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