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Damit Klingenbergs Bäche nicht über die Ufer treten

Auch kleine Gewässer können große Schäden anrichten. Dagegen hat die Gemeinde jetzt ein Konzept.

So fließt der Höckenbach ruhig durch den Ort. Er kann aber auch gefährlich werden. Dagegen braucht es Vorsorge.
So fließt der Höckenbach ruhig durch den Ort. Er kann aber auch gefährlich werden. Dagegen braucht es Vorsorge. © Egbert Kamprath

Auch kleine Bäche können böse Verwüstungen anrichten. Das haben in den vergangenen Jahren die Einwohner von Orten wie Colmnitz oder Reichstädt bitter erfahren müssen. Deswegen müssen diese Gewässer, von denen im Alltag keine Gefahr ausgeht, auch für den Notfall besser vorbereitet werden als bisher. Der Freistaat Sachsen hat deswegen den Städten und Gemeinden Gelder zukommen lassen, um diese Gewässer zu pflegen. Klingenberg beispielsweise hat dieses und vergangenes Jahr jeweils 37.000 Euro bekommen.

Für Colmnitzbach, Höckenbach und Friedersdorfer Bach

Einen Teil davon haben die Klingenberger direkt für ihre Gewässer ausgegeben und beispielsweise Ablagerungen aus den Bachbetten gebaggert. Einen anderen Teil hat Klingenberg an die BPM Ingenieurgesellschaft aus Freiberg bezahlt. Die Fachleute haben dafür drei Konzepte ausgearbeitet, wie die drei größten Bäche im Gemeindegebiet gepflegt werden sollen, damit sie möglichst nicht über die Ufer treten. Das sind erstens der Colmnitzbach, der durch Pretzschendorf und Colmnitz fließt, ehe er in Naundorf in die Bobritzsch mündet; zweitens der Höckenbach, der Ruppendorf und Höckendorf durchquert und in Edle Krone in die Wilde Weißeritz fließt und drittens der Friedersdorfer Bach, der durch den Ort Friedersdorf zur Bobritzsch führt.

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Springkraut am Ufer und Kühe im Bach

Die Planer haben Tabellen vorgelegt, in denen sie eine Reihe von Pflegearbeiten aufführen und beurteilen, was bei den einzelnen Gewässern im Detail notwendig ist. Hauptsächlich geht es darum, Ablagerungen von Sand und Steinen auszuräumen. Bei Niedrigwasser liegen die trocken und dort wachsen dann Pflanzen. Die halten aber bei Hochwasser den Abfluss auf. Eine Entwicklung, welche die Gemeinde beobachten soll, ist auch die Ansiedlung von sogenannten Neophyten, also Gewächsen, die nicht in Europa heimisch sind. Das Indische Springkraut kommt am Friedersdorfer Bach und am Höckenbach vor, der Japanische Staudenknöterich am Colmnitzbach. Diese Pflanzen können einheimische Arten überwuchern und bei Hochwasser Probleme bereiten.

Teilweise nutzen auch Anlieger den Bach zu intensiv mit. So sind über den Friedersdorfer Bach Zäune gespannt worden, die bei Hochwasser Treibgut aufhalten können. Das kann einen Stau verursachen und das Wasser tritt dann über die Ufer. Eine Viehweide liegt direkt am Höckenbach. Die Kühe zertreten den Bach und schaffen dadurch eine Gefahrenstelle, wenn viel Wasser durchströmt. Hier empfehlen die Ingenieure, einen Zaun zum Gewässer hin zu ziehen, um es zu schützen. Sie raten auch zu einer regelmäßigen Kontrolle der Gewässer.

Weitere Bäche werden folgen

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„Für unser Bauamt ist das jetzt eine Arbeitsgrundlage. Damit können sie auch einzelne Arbeiten an Firmen vergeben“, informierte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) den Gemeinderat. Dieser hat auf seiner Sitzung am Dienstagabend das Konzept zur Gewässerunterhaltung einstimmig beschlossen. Schreckenbach hofft jetzt, dass der Freistaat Sachsen auch in den kommenden Jahren Geld zur Pflege der kleinen Gewässer an die Gemeinden gibt. Das benötigt Klingenberg erstens dazu, die vorgeschlagenen Arbeiten an den Bächen umzusetzen. Und zweitens will die Gemeinde Klingenberg dann weitere derartige Konzepte ausarbeiten lassen beispielsweise für den Beerwalder Bach, den Borlasbach oder den Klingenberger Dorfbach. Das größte Gewässer im Gemeindegebiet ist ja die Wilde Weißeritz. Aber das ist für die Gemeinde eine Nummer zu groß. Dafür ist der Freistaat Sachsen verantwortlich und darum kümmert sich die Landestalsperrenverwaltung.

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