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Das Loch mitten in Dipps wird immer größer

Die Bergsicherung erkundet den Tagesbruch hinter der Sparkasse. Drei Meter tief sind die Mitarbeiter schon. Die Suche nach der Ursache geht weiter.

Von Franz Herz
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Das Loch hinter der Sparkasse in Dippoldiswalde geht schon drei Meter in die Tiefe.
Das Loch hinter der Sparkasse in Dippoldiswalde geht schon drei Meter in die Tiefe. © Egbert Kamprath

An dem Loch in der Erde, das sich vor zwei Wochen mitten in Dippoldiswalde auf dem Parkplatz an der Sparkasse aufgetan hat, wird weitergearbeitet. Die Bergsicherung Freital ist vom Oberbergamt beauftragt, diesen Tagesbruch zu erkunden.

Drei Bohrungen sind auf Hohlräume getroffen

Bisher sind die Arbeiter schon bis in knapp drei Meter Tiefe vorgedrungen. Warum hier die Erde eingebrochen ist, bleibt noch eine offene Frage. „Im Moment gibt es keine belastbaren Erkenntnisse zur Ursache des Tagesbruches“, informiert Bernhard Cramer, der Leiter des Sächsischen Oberbergamts in Freiberg auf die Anfrage von Sächsische.de.

Die Bauleute haben um die Schadstelle herum mit Bohrungen sondiert, um festzustellen, wo fester Fels ansteht. Bei drei dieser Sondierungen sind sie auf Hohlräume gestoßen. „Die aktuell laufenden Arbeiten dienen dem Zweck, die Ursache des Tagesbruchs und die Gefährdungslage für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu ermitteln“, teilt Cramer weiter mit.

Zwei Arten von Hohlräumen: Entwässerung oder Bergbau

Hier können zwei Arten von Hohlräumen infrage kommen. Südlich von der Schadstelle verlaufen ganz in der Nähe alte Anzüchte. Das sind gemauerte Entwässerungsleitungen, wie sie in Dippoldiswalde auch unter dem Marktplatz bei Bauarbeiten gefunden wurden oder derzeit auf dem Obertorplatz saniert werden. Diese Anzüchte sind schon vor zehn Jahren von einem Ingenieurbüro untersucht worden. Das hatte den Auftrag vom Abwasserzweckverband Talsperre Malter.

1982 gab es in der Nähe einen Tagesbruch

Die zweite Möglichkeit, die in Dipps immer infrage kommt, sind Hohlräume, die auf den Altbergbau zurückgehen. Solche Stollen und Schächte haben schon an vielen Stellen in der Stadt Tagesbrüche verursacht.

Ganz in der Nähe des jetzigen Lochs hat es schon 1982 einen Tagesbruch gegeben. Der wurde damals nicht weiter untersucht. Er wurde nur wieder verfüllt, wie das Oberbergamt aus seinen Unterlagen weiß. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich hier unter der Erde Abwasser-Anzüchte und Altbergbau überlagern. So etwas kam schon mehrfach vor, informiert das Oberbergamt. Genaueres sollen die jetzigen Erkundungsarbeiten ergeben.

Dauer der Arbeiten ist noch völlig offen

Das Oberbergamt in Freiberg ist hier auf jeden Fall für die Gefahrenabwehr zuständig. Die Sächsische Hohlraumverordnung regelt das. Sowohl für bergbauliche Hohlräume als auch bei anderen Hohlräumen, wenn sie in bergmännischer Bauweise errichtet worden sind, hat das Freiberger Amt den Hut auf. Die Stadtverwaltung, die sich anfangs mit ihrem Abwasserbetrieb ebenfalls um das Loch an der Sparkasse gekümmert hat, ist daher erst einmal nicht mehr dafür verantwortlich.

Wie lange die Erkundungs- und Sicherungsarbeiten dauern werden, kann im Moment niemand sagen. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Hoffnung besteht, dass die Baustelle noch vor einem Wintereinbruch geschlossen werden kann.

In Dippoldiswalde hoffen vor allem die Autofahrer, dass sich die Schadstelle nicht erweitert und womöglich eine Sperrung der benachbarten Straßen erzwingt. Dass im Moment wieder einige Parkplätze blockiert sind, lässt sich nicht vermeiden. Es ist aber eine unglückliche Häufung, weil derzeit auch auf dem Obertorplatz gebaut wird und dort auch innenstadtnahe Parkflächen zeitweise entfallen.