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Das verwilderte Baugebiet in Klingenberg

Es sieht aus wie ein Stück Wald. Auf dem Papier ist die Ecke an der Siedlung in Klingenberg aber aufgeteilt in Eigenheim-Parzellen. Doch damit geht nichts voran.

Rechts baut Penny seinen Markt in Klingenberg neu. Links davon liegt das Baugebiet, das seit über zwanzig Jahren verwildert.
Rechts baut Penny seinen Markt in Klingenberg neu. Links davon liegt das Baugebiet, das seit über zwanzig Jahren verwildert. © Egbert Kamprath

Wer von der Talsperre Klingenberg Richtung Bahnhof fährt, kommt vor der Siedlung Klingenberg an einem kleinen Waldstück vorbei. Es sieht aus wie ein ungestörtes Stück Natur. Niemand sieht diesem Flecken Erde an, dass es auf dem Papier ein Wohnbaugebiet ist. Seit Juli 1994 besteht dafür rechtskräftiger Bebauungsplan, aber der wurde nie verwirklicht.

Am Anfang stand ein Immobilienunternehmer aus Bayern

Ein Immobilienunternehmen aus Bayern hat das Projekt seinerzeit vorangetrieben, ist damit aber gescheitert. Die Stadtsparkasse Augsburg hatte es finanziert und danach ein Zwangsversteigerungsverfahren in die Wege geleitet. 2018 war der Versteigerungstermin im Amtsgericht Dresden. Bei der Versteigerung hat die Bank aber zu hohe Werte verlangt, schätzt Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) ein. Es sind nur einzelne Parzellen versteigert worden. Auf der Mehrzahl ist die Bank sitzengeblieben.

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Die Parzellen sind falsch aufgeteilt worden

Nach dem Aufstellen des Bebauungsplans ist ein Problem entstanden. Der Eigentümer ließ das Gebiet vermessen und hat es in einzelne Parzellen aufgeteilt. Deren Grenzen haben aber nicht mit dem Bebauungsplan übereingestimmt. Damit ist die alte Planung hinfällig geworden. Dies hätte ein neues Planverfahren erfordert. Das ist in der damals noch eigenständigen Gemeinde Klingenberg aber nicht in Gang gekommen. So ist auf dem Baugebiet nichts passiert, außer dass die Natur sich entwickelt hat. Aus wild angeflogenen Samen hat sich ein kleiner Wald entwickelt.

Jetzt hängt das ganze Verfahren in der Schwebe. Die Gemeinde hätte durchaus Interesse, dass hier gebaut wird. Städtebaulich wäre es auch sinnvoll. Jetzt besteht zwischen der Siedlung, die in den 1980er-Jahren entstanden ist und dem Penny, der gerade neu gebaut wird, eine Lücke in der Bebauung.

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