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Der Winter kann es doch noch

Kinder freut es, Autofahrern macht es das Leben schwer. In der Nacht zum Donnerstag hat es kräftig geschneit, aber nicht nur das.

Endlich Winter: Theodor und Fina rodeln in Freital.
Endlich Winter: Theodor und Fina rodeln in Freital. © Karl-Ludwig Oberthür

Frau Holle kann doch noch die Betten schütteln, auch wenn sie sich diesen Winter bislang zurückgehalten hatte. In der Nacht zum Donnerstag hat es im Osterzgebirge und auch im Erzgebirgsvorland kräftig geschneit. Bei Temperaturen zwischen minus vier und minus sechs Grad in Zinnwald sowie kräftigem Wind mit Geschwindigkeiten zwischen dreißig und vierzig Stundenkilometer ist viel Schnee gefallen. Kurz vor Mitternacht verzeichnete die Wetterstation in Zinnwald den stärksten Schneefall. Nach einer Pause fielen am Donnerstagmorgen zwischen fünf und sieben Uhr erneut viele Flocken.

Schnee weht ganze Straßen zu

Auf den Straßen im Osterzgebirge machten aber weniger die Schneemassen Probleme, sondern der Wind, der an vielen Stellen für Verwehungen sorgte. Deswegen war am Donnerstagmorgen die Kreisstraße zwischen dem Glashütter Ortsteil Hausdorf und Maxen wegen Schneeverwehungen komplett gesperrt. Auch die Straße von Cunnersdorf in Richtung Glashütte war bis zur Einmündung auf die Straße Luchau-Glashütte blockiert. Das hat Folgen für die Buslinie 386. Diese ist von beiden Sperrungen betroffen und fährt derzeit von Glashütte über Schlottwitz nach Lungkwitz, und von Hausdorf aus über das Niederdorf weiter anstatt über Maxen. Maxen kann dadurch nicht anfahren werden.

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Auch zwischen den Altenberger Ortsteilen Fürstenwalde und Liebenau blockieren Schneeverwehungen die Straße, die in beide Fahrtrichtungen gesperrt ist. Das bringt die Buslinie 368 durcheinander. Wegen der Sperrung Richtung Fürstenwalde kann die Haltestelle Liebenau-Oberdorf nicht angefahren werden. Und da auch die Straße von Fürstenau nach Gottgetreu gesperrt ist, kann der Bus die Haltestelle Gottgetreu nicht erreichen, informierte Sabine Schuricht vom Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Busse haben bis zu 40 Minuten Verspätung

Wegen Glätte und Schnee kommt es auf vielen Buslinien zu Verspätungen von bis zu 40 Minuten. Teilweise blockieren Autos, die nur langsam vorankommen die Straßen und die Busse können nicht vorbeifahren. Auch auf den Staats- und Bundesstraßen, die vom Winterdienst bevorzugt geräumt werden, gibt es Stellen, die schnell zuwehen.

Auf der Kammstraße von Hermsdorf/Erzgebirge zum Grenzübergang Neurehefeld haben sich auf der glatten Straße zwei Lkw quergestellt, wie die Polizei informierte. Es kam dadurch auf der ohnehin glatten Straße zu Staus.

Auch in tieferen Lagen bringt die Kombination von Schneefall und Wind den Straßenverkehr durcheinander. Die Staatsstraße S36 von Wilsdruff in Richtung Nossen ist zwischen Wurgwitz und Kesselsdorf zugeweht und gesperrt, informierte die Polizei.

Rodelvergnügen auch in tiefen Lagen

Da derzeit kein Präsenzunterricht in den Schulen stattfindet, sind weniger Passagieren in den Bussen unterwegs, also auch weniger Menschen von den Störungen im Fahrplan betroffen. Für die Kinder hat das Wetter einen Vorteil, sie können den Winter genießen: mit Rodeln und Skifahren. In einem Umkreis von 15 Kilometern um die Wohnadresse ist das wegen der Corona-Pandemie derzeit erlaubt.

Zwanzig Tonnen Streumaterial an einem Tag

Für die Mitarbeiter in den Bauhöfen und bei Winterdienstunternehmen war der Schneefall natürlich eine Herausforderung. Im Stadtgebiet Dippoldiswalde einschließlich ihrer Ortsteile waren am Donnerstag acht Dienstleister und 23 Mitarbeiter des Bauhofes im Einsatz, informierte Stadtsprecherin Linda Knetsch. Sie haben rund hundert Kilometer Straßen und Gehwege geräumt. An einem solchen Tag mit starkem Schneefall verbrauchen sie bis zu zwanzig Tonnen Streumaterial.

Die Mitarbeiter bitten aber auch die Bürger um Mithilfe. Die sollten ihre Fahrzeuge so abstellen, dass der Winterdienst nicht behindert wird. Außerdem weist Knetsch darauf hin, dass der Schnee von Grundstücken nicht auf die Straße geschoben werden darf.

Freitaler Winterdienst auf Zack

Nachdem in Freital am Mittwochabend ein heftiger Schneeschauer innerhalb von wenigen Minuten die Stadt in eine Winterlandschaft verwandelt hatte, rückten die Männer vom Winterdienst gegen 23 Uhr aus. "Die Mitarbeiter sind fast die gesamte Nacht mit sechs Räumfahrzeugen im Einsatz gewesen", berichtet Stadtsprecher Matthias Weigel. Am zeitigen Morgen übernahm dann die Frühschicht.

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Die Stadt hat einen Räumplan, wonach zunächst die Hauptstraßen und dann die Straßen, auf denen Busse verkehren von Schnee und Eis befreit werden. Anschließend widmen sich die Männer wichtigen Seitenstraßen. Größere Probleme gab es in Freital keine. Sogar der Rad- und Fußweg entlang der Weißeritz war am Vormittag geräumt.

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