merken
PLUS Dippoldiswalde

Kritik der Feuerwehr an Gerätehausplänen

Der Gemeinderat Klingenberg hat den Startschuss gegeben für die Planung in Colmnitz. Die Feuerwehr hat aber noch einige Hausaufgaben für die Planer.

So sah vor Kurzem noch die Ruine der ehemaligen Bäckerei in Colmnitz aus. Hier wird jetzt das neue Feuerwehrhaus gebaut. Darum wird aber noch diskutiert.
So sah vor Kurzem noch die Ruine der ehemaligen Bäckerei in Colmnitz aus. Hier wird jetzt das neue Feuerwehrhaus gebaut. Darum wird aber noch diskutiert. © Egbert Kamprath

Es geht los mit der Bauvorbereitung des neuen Feuerwehrhauses im Klingenberger Ortsteil Colmnitz. Der Gemeinderat Klingenberg hat am Dienstag einstimmig den Planungsauftrag für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Colmnitz erteilt. Das Ingenieurbüro Thomas Müller aus Lichtenberg im Erzgebirge soll für rund 58.000 Euro die Grobplanung erstellen und einen Entwurf ausarbeiten. Damit könnte die Gemeinde dann die Baugenehmigung beantragen. Mit dieser Entscheidung ist eine jahrelange Diskussion abgeschlossen, eine andere beginnt damit aber neu.

Die Standortentscheidung ist gefallen

Völlig klar ist seit Langem, dass die Colmnitzer Feuerwehr ein neues Dach über dem Kopf benötigt. Sie nutzt derzeit zwar zwei Gebäude. Aber zwei kleine Hütten geben immer noch kein ordentliches Gebäude.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Andererseits besitzt die Gemeinde das ehemalige Rittergut in Colmnitz, einen Vierseithof, der auch in keinem guten Zustand mehr ist. Nun gab es die Idee, dieses Anwesen zu einem Dorfzentrum umzugestalten und in diesem Zusammenhang auch Räume für die Feuerwehr zu schaffen. „Aber es hat sich leider herausgestellt, dass dieses Projekt nicht umsetzbar ist“, sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg). Also hat sich die Gemeinde entschieden, einen anderen Standort zu nehmen, das Grundstück der ehemaligen Bäckerei Rockstroh. Das liegt vor dem Rittergut etwas näher am Bach und an der Hauptstraße. Hier kann ohne Rücksicht auf vorhandene Bausubstanz ein neues Gebäude errichtet werden. Doch auch an dieser Stelle gibt es noch Probleme zu lösen. Patrick Hoffmann arbeitet als Zugführer bei der Berufsfeuerwehr in Chemnitz und ist stellvertretender Leiter der Ortswehr Colmnitz. Er gab der Verwaltung noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg.

Die Feuerwehr will mehr Platz

Hoffmann bezweifelt, dass die Anzahl der Umkleideplätze für die Feuerwehr ausreichen. 22 Plätze seien vorhanden, bei 38 aktiven Feuerwehrleuten. Außerdem forderte er eine Geschlechtertrennung. Er nannte das Beispiel von zwei aktiven Frauen, die nach ihrer Zeit bei der Jugendfeuerwehr ausgetreten sind. Grund: die fehlende Geschlechtertrennung. Weiter forderte Hofmann einen größeren Schulungsraum. Bisher sind dafür 85 Quadratmeter vorgesehen. Die Regel sind aber eine Fläche von 1,5 Quadratmeter je Feuerwehrmitglied. Er rechnete vor, dass bis zu 70 Leute in den Raum passen sollten, also wäre eine Mindestgröße von 150 Quadratmetern anzusetzen.

Das Haus sollte auch in den Ort passen

In der ersten Planung, die jetzt vorliegt, ist das Haus schräg gestellt. Das hat zwar keine Nachteile für die Feuerwehrarbeit. „So windschief passt es aber nicht ins Ortsbild“, kritisierte Hoffmann. Außerdem regte er an, die bestehende Fahrzeughalle auch nach dem Neubau des Gerätehauses zu erhalten, um Platz genug auch für künftige Fahrzeuge zu haben. Und er sagte: „Die Feuerwehr wünscht sich, bei der künftigen Planung mehr beteiligt zu werden.“ Bürgermeister Schreckenbach versprach, diese Punkte mit bei der Planung zu berücksichtigen. Er sagte: „Wir wollen, dass gebaut wird, was notwendig und finanzierbar ist.“ Die jetzige Kostenschätzung für das Vorhaben liegt bei insgesamt 1,3 Millionen Euro.

Kommt die Feuerwehr bei Hochwasser raus?

Weiterführende Artikel

Feuerwehr statt Ruinen

Feuerwehr statt Ruinen

Die Pläne für den neuen Standort der Colmnitzer Wehr werden konkreter. Geprüft werden mehrere Varianten.

Gemeinderat Wolfgang Richter (Bürger für Klingenberg) stellte den Standort unter einem anderen Aspekt in Frage. Von dort muss die Feuerwehr auf einer Brücke über den Colmnitzbach auf die Dorfstraße fahren. „Kann die bei einem Hochwasser wie 2002 überhaupt noch ausfahren?“ fragte er. „Wir müssen doch sicherstellen, dass die Feuerwehr bei jeder Wetterlage einsatzfähig ist.“ Mehrere Feuerwehrleute entgegneten dem, dass die Brücke nicht das Problem ist, sondern die Straße. Die wird eher unter Wasser gesetzt als die Brücke. Das war 2002 das Problem. Allerdings: Daran würde auch ein anderer Standort nichts ändern.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde