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Dippoldiswalde: Immer noch kein Breitband

In Schmiedeberg liegt trotz Ausbau nicht überall schnelles Internet an. Auch das Team von Schwester Monika braucht noch viel Geduld beim Surfen.

Die beiden Junior-Chefinnen Dana Seng (hinten) und Isabell Kästner ärgern sich über das langsame Internet in Schmiedeberg.
Die beiden Junior-Chefinnen Dana Seng (hinten) und Isabell Kästner ärgern sich über das langsame Internet in Schmiedeberg. © Egbert Kamprath

Frank Komar hat mit Begeisterung gelesen, dass das schnelle Internet nun auch in weiteren Orten des südlichen Dippoldiswalder Stadtgebietes angekommen ist. Deshalb setzte sich der Mitarbeiter des Pflege- und Betreuungsdienstes Schwester Monika sofort mit dem Call-Center der Telekom in Verbindung, um ein Angebot zu buchen, dass ihm zu schnellen Internet verhelfen sollte. Bisher surft er mit nur sechs Megabit/Sekunde durchs Netz. Das sei zu wenig, sagt Komar, der in der Buchhaltung arbeitet. Immer mehr laufe über das Netz. Vor allem die Kommunikation mit Ämtern und Behörden. Deshalb braucht der Pflegedienst, der seinen Betriebssitz auf der Altenberger Straße in Schmiedeberg hat, eine schnellere Internetverbindung.

Doch der Anruf bei der Telekom war ernüchternd. Komar bekam eine Absage. Unter seiner Adresse sei kein schnelles Internet verfügbar. Der Mann am anderen Ende der Leitung machte sich über seine Chefs lustig. Diese sollten sich genauer überlegen, welche Informationen sie da veröffentlichen. Komar fand das nicht so lustig. Denn nach wie vor dauerte es ewig, Seiten im Internet aufzurufen und größere Mails zu versenden. Doch hier könne die Telekom derzeit nicht helfen, erklärte ihm der Berater. Nach wie vor ist bei ihm nur eine Datenübertragung von sechs Megabit/Sekunde möglich.

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Eine Nachfrage bei der Pressestelle der Telekom bestätigt das. Der Eigenausbau des Unternehmens in den Orten Ammelsdorf, Dönschten, Hennersdorf, Naundorf, Schmiedeberg und Schönfeld ist abgeschlossen, sagt Pressesprecher Georg von Wagner. Doch davon profitiert der Pflegedienst nicht. "Dieser Kunde kommt nicht in Genuss eines Bandbreitengewinns." Das Firmengebäude befindet sich von einem der grauen Verteilerkästen zu weit weg. Doch eine Lösung ist in Sicht.

Stadt und Kreis bauen Breitband aus

Denn der Anschluss des Pflegedienstes werde innerhalb der Breitbandprojekte bearbeitet, die der Landkreis beziehungsweise die Stadt Dippoldiswalde in Auftrag gegeben haben. Beide ergänzen den Telekom-Eigenausbau in den Gebieten, die nach dem Abschluss der Arbeiten immer noch eine Datenübertragungswerte von unter 30 Megabit/Sekunde haben. Das bestätigt die Stadt Dippoldiswalde.

Die Telekom habe in den genannten Ortsteilen die Verteilerkäste ans Glasfasernetz angeschlossen. "Dadurch erhöht sich für die Grundstücke, welche in der Nähe dieser Kabelverzweiger liegen, die mögliche Bandbreite", erklärt Stadtsprecherin Linda Knetsch. Das heißt aber auch: Je weiter ein Grundstück von Verteilerkästen entfernt ist, desto geringer wird die zur Verfügung stehende Bandbreite.

Die Grundstücke, bei denen nun immer noch Bandbreiten von weniger als 30 Megabit/ Sekunde anliegen, werden jetzt bearbeitet. Dazu laufen Projekte der Stadt und des Landkreises. Die Stadt Dipps hat für den Ausbau eine Förderung beantragt. Die betreffenden Grundstückseigentümer seien bereits im August 2020 angeschrieben worden. Die Telekom wurde beauftragt, dort Glasfaseranschlüsse herzustellen. Geplant ist das im Zeitraum Frühjahr 2021 bis Ende 2022.

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Parallel dazu habe auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Projekt zum Breitbandausbau in Dippoldiswalde begonnen, so die Stadtsprecherin. Bei der dafür notwendigen Prüfung wurden weitere Adressen im Dippoldiswalder Gebiet ermittelt. Auch die Kreisverwaltung möchte Glasfaserkabel verlegen. Dafür habe sie eine Förderung beantragt. Wenn diese zugesagt wird, werden die betreffenden Grundstückseigentümer informiert, erklärt die Stadtsprecherin.

Das heißt: Der Pflegedienst Schwester Monika kann hoffen.

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