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Dipps: Der Traum vom Technischen Rathaus platzt

Für knapp drei Millionen Euro wollte die Stadt das Gebäude neben dem Rathaus zum Bürohaus umbauen. Woran das jetzt scheitert.

Diese beiden Gebäude sollten miteinander verbunden werden und als Verwaltungszentrum dienen. Dieser Plan geht nicht auf.
Diese beiden Gebäude sollten miteinander verbunden werden und als Verwaltungszentrum dienen. Dieser Plan geht nicht auf. © Egbert Kamprath

Es waren schöne Pläne, welche die Stadt Dippoldiswalde verfolgt hat. Eine Glasbrücke in Form eines Bergkristalls sollte das Rathaus mit dem Nachbargebäude verbinden. Dessen obere Etagen sollten zum Technischen Rathaus umgestaltet werden, unten die Apotheke bleiben. Doch das scheitert. Nicht nur der schicke Übergang fällt weg, sondern das ganze Projekt Technisches Rathaus ist am Platzen.

Über eine Million Euro fehlen bei der Finanzierung

Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) hat den Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung darüber informiert, dass die Finanzierung des Vorhabens nicht mehr aufgeht. Während der Planung zeigte sich, dass die Baukosten deutlich stiegen. Brandschutzauflagen und Anforderungen des Denkmalschutzes trugen dazu bei. So hat Dipps das Vorhaben mit rund drei Millionen Euro in seinen Haushalt eingeplant und ging davon aus, dass zwei Drittel der Summe aus dem Topf für die Stadtsanierung gefördert werden.

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Die Stadt hat das Nachbargebäude am Rathaus 2018 für 120.000 Euro gekauft, um es zu sanieren und für die Apotheke und die Stadtverwaltung umzubauen. Wie dringend die Sanierung ist, sieht man hier an der Seitenwand.
Die Stadt hat das Nachbargebäude am Rathaus 2018 für 120.000 Euro gekauft, um es zu sanieren und für die Apotheke und die Stadtverwaltung umzubauen. Wie dringend die Sanierung ist, sieht man hier an der Seitenwand. © Egbert Kamprath

Aber schon im Frühjahr kamen erste Signale aus Dresden, dass dieser Topf nahezu leer ist, berichtete Körner weiter. Dann begannen angespannte Gesprächsrunden. Am Tisch saßen noch die Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, die sich im Auftrag von Dipps um die Stadtsanierung kümmert, und die Sächsische Aufbaubank, welche die Fördergelder vergibt. Im August fuhr der Baubeigeordnete Peter Antoniewski zu einer letzten Runde und kam mit der Botschaft zurück, dass es höchstens 800.000 Euro gibt für das Technische Rathaus – bei Weitem zu wenig. Es bleibt eine Lücke von über einer Million Euro.

Dipps muss Fördergelder zurückzahlen

Außerdem endet das Stadtsanierungsprogramm für Dippoldiswalde Ende 2022. Eine Verlängerung gibt es nicht. Der Bau müsste also zügig beginnen. So bleibt auch keine Zeit, sich um andere Gelder zu kümmern. Also platzt das Projekt – und nicht nur das.

Die Stadt hat bisher schon Fördergelder pauschal ausgezahlt bekommen. Davon muss sie jetzt einen erheblichen Betrag zurückzahlen, weil ein wichtiger Teil des Stadtsanierungsprogramms nicht kommt. 80 Prozent davon hat sie schnellstens bezahlt, rund 581.000 Euro, um nicht unnötig Zinsen zu zahlen, informierte die Oberbürgermeisterin weiter. Sie kündigte auch an, dass in der nächsten Stadtratssitzung Vertreter der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg das gesamte Thema noch einmal ausführlich erklären.

Welche Probleme Dipps jetzt lösen muss

Die Stadt hat jetzt mehrere Probleme am Bein. Das Haus neben dem Rathaus hat sie Ende 2018 für 120.000 Euro von der Kommunalen Wohnungsgesellschaft gekauft, um es zu sanieren und umzubauen. Dort muss auch etwas geschehen, sonst wird es zur Ruine. Das ist selbst für Laien erkennbar, die außen daran vorbeigehen. Es geht ja nicht nur um die Büros der Verwaltung, sondern auch um die Räume der Apotheke.

Außerdem arbeitet die Stadtverwaltung seit der Eingemeindung von Schmiedeberg auf zwei Standorte verteilt, im Rathaus und im Seitenflügel des Kulturzentrums Parksäle. Das ist keine optimale Lösung. Mit der muss Dippoldiswalde jetzt wohl auf absehbare Zeit leben.

Ein Schaden für das Ansehen der Stadt

Für das Ansehen der Stadt Dippoldiswalde ist so ein Vorgang auch nicht gut. Wenn sie großzügig Fördergelder beantragt, dann aber nicht in der Lage ist, ihre Vorhaben auch umzusetzen und am Ende sogar etwas zurückzahlen muss, macht das bei den Geldgebern keinen guten Eindruck.

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