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Dipps hat immer noch keine Ruhe vor Hackern

Im Frühjahr hat ein Angriff die Stadtverwaltung lahmgelegt. Nun ist sie besser. Das ist dringend notwendig.

Trutzig steht das Dippser Rathaus und hat in seiner langen Geschichte auch schon manchen Sturm erlebt. Zwischenzeitlich ist es auch gegen Computerangriffe besser.
Trutzig steht das Dippser Rathaus und hat in seiner langen Geschichte auch schon manchen Sturm erlebt. Zwischenzeitlich ist es auch gegen Computerangriffe besser. © Egbert Kamprath

Die Stadtverwaltung Dippoldiswalde erlebt immer noch laufend Hackerangriffe, informierte Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Die gehen offensichtlich auf den einen Fall Anfang März zurück, als Internetkriminelle die Stadt wochenlang fast lahmgelegt hatten.

Angreifer hatten schon Passwörter erbeutet

Damals sind die Hacker schon recht weit in das Computersystem der Stadt eingedrungen. Sie hatten bereits Passwörter abgegriffen, aber noch nicht auf die Datenbestände zugegriffen. „Wir haben es gerade noch rechtzeitig gemerkt und den Stecker gezogen“, sagt Körner.

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Danach war die Verwaltung wochenlang in ihrer Arbeit behindert. Zwei Tage wurde das Rathaus sogar völlig geschlossen, neu um das EDV-System. Das hat die Arbeit in verschiedenen Bereichen zurückgeworfen. wollte der Abwasserbetrieb den Jahresabschluss für 2017 aufstellen. Das hat er bisher nicht geschafft, weil er damals zu viel Zeit verloren hat, wie Betriebsleiterin Isabell Krönert informierte.

Neue Angriffe mit den alten Passwörtern

Die Stadtverwaltung hat dann ihr Computernetz von Grund neu aufgebaut und ein dreistufiges Sicherheitssystem eingebaut. Das hat zwar länger gedauert und mehr Geld gekostet als eine einfache Reparatur. Es war aber der richtige Weg. Denn die Stadtverwaltung ist weiterhin das Ziel von Hackern. Dabei versuchen die Angreifer ihr Glück mit genau den Passwörtern, die sie im Frühjahr erbeutet haben. Aber durch die drei Abwehrstufen sind sie bisher nicht durchgekommen. „Ich denke, wir sind in Sachen Computersicherheit jetzt besser aufgestellt als alle Kommunen um uns herum“, sagt Körner.

Verhandlungen mit der Versicherung über den Schaden

Der Schaden, den Dippoldiswalde erlitten hat, ist nicht genau zu beziffern. „Da sind wir noch dabei, das mit der Versicherung zu klären“, informierte die Oberbürgermeisterin weiter.

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Die Bedrohung durch Computerangriffe besteht weiterhin und trifft viele andere außerhalb von Dippoldiswalde. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wurde die Verwaltung völlig lahmgelegt. Ein Angriff auf die Uni Leipzig wurde vor wenigen Tagen bekannt. Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks Mitte 2021 ergab, dass rund 100 Kommunen und andere öffentliche Stellen in Deutschland schon solche Probleme hatten, darunter wesentlich größere Städte als Dippoldiswalde.

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