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Dipps hofft auf den Apotheker

Es ist eine gute Idee, das Dippser Rathaus und das benachbarte Apothekengebäude als Einheit zu nutzen. Die Stadt kann den Umbau aber nicht bezahlen.

Von Franz Herz
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Göran Donner steht hier in seiner Apotheke in Dippoldiswalde am Markt. Vielleicht kann er der Stadt helfen bei ihren Problemen mit dem Gebäude der Apotheke.
Göran Donner steht hier in seiner Apotheke in Dippoldiswalde am Markt. Vielleicht kann er der Stadt helfen bei ihren Problemen mit dem Gebäude der Apotheke. © Karl-Ludwig Oberthuer

Die Stadt Dipps packt es nicht, das Nachbargebäude vom Rathaus zum Technischen Rathaus umzubauen. Das Vorhaben wird teurer als ursprünglich geplant. Und der Topf mit den Fördergeldern für die Stadtsanierung ist so gut wie leer. Von dort kann die Stadt keinen Nachschlag erwarten. Aus eigenen Mitteln leistet sich Dipps diesen Umbau nicht und hat ihn deswegen erst einmal zurückgestellt, wie Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) informierte.

Ein Problem am Kulturzentrum und eines am Markt

Aber das Vorhaben war ja kein Luxus, sondern sollte zwei Probleme lösen. Erstens ist die Bau- und Finanzverwaltung der Stadt seit 2014 im Seitenflügel des Kulturzentrums Parksäle untergebracht. Das war als provisorische Lösung gedacht. Auf Dauer war geplant, die Stadtverwaltung an einem Standort mit Rathaus und Nebengebäude anzusiedeln.

Zweitens ist das Gebäude am Markt, in dem ja auch die Apotheke arbeitet, marode. Es benötigt dringend eine Sanierung. Sonst entsteht mitten in Dipps eine Ruine. Hier ist die Stadt als Eigentümerin auf jeden Fall in der Pflicht. Sie lässt die begonnene Planung jetzt erst einmal weiterlaufen, um wenigstens eine Baugenehmigung in der Hand zu haben.

Sie bilden schon fast eine Einheit, das Dippser Rathaus und das Nebengebäude mit der Apotheke. Das muss aber saniert und umgebaut werden. Die Stadt kann sich das nicht leisten.
Sie bilden schon fast eine Einheit, das Dippser Rathaus und das Nebengebäude mit der Apotheke. Das muss aber saniert und umgebaut werden. Die Stadt kann sich das nicht leisten. © Egbert Kamprath

Nun ruhen die Hoffnungen auf Göran Donner, dem Inhaber der Löwenapotheke, und einer anderen Idee. Donner hatte schon vor Jahren dem damaligen Oberbürgermeister, Jens Peter, vorgeschlagen, dass Donner das Gebäude übernimmt und auf seine Kosten saniert, wie er berichtet. Unten sollte die Apotheke bleiben und die Bürogebäude darüber an die Stadt vermietet werden. Aber darauf ist die Stadt nicht eingegangen.

Jetzt – in der Not – kommt die Stadt darauf zurück. „Wir hatten schon Gespräche mit Herrn Donner“, bestätigte die Oberbürgermeisterin. Er seinerseits prüft das Vorhaben ebenfalls, führt Gespräche mit seiner Bank und dem Steuerbüro. "Das Vorhaben an sich ist ja in Ordnung", sagt er.

Die Zeit wird knapp

Doch er hat ein Problem. Er ist inzwischen 55 Jahre alt und kann keine langfristige Finanzierung mehr in Angriff nehmen, die ihn bis lange in seinen Ruhestand belasten würde. Vor acht Jahren, als er den Vorschlag gemacht hat, hatte er noch mehr Zeit.

Andererseits hat Donner dabei auch etwas zu gewinnen. Der Standort mitten in der Stadt zwischen Kirche und Rathaus ist einer der besten, den es in Dippoldiswalde gibt. Es wäre für ihn nicht leicht, etwas Vergleichbares zu finden, wenn er mit seiner Apotheke ausziehen müsste. Und das marode Gemäuer macht auch ihm Sorgen. Hier muss etwas geschehen, um die Räume auf den heutigen Standard zu bringen.

Vielleicht wächst so aus dem gescheiterten Vorhaben der Stadt ein neues Projekt. Jedenfalls machten die Stadträte keinen unglücklichen Eindruck, als in ihrer jüngsten Sitzung Christine Borstorff von der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg noch einmal darlegte, warum es zu dem Stopp des Vorhabens gekommen ist. Das Geld für die Stadtsanierung wird immer knapper, sagt Borstorff. OB Körner kündigte an, mögliche Varianten sowohl für die Unterbringung der Stadtverwaltung als auch für das Gebäude neben dem Rathaus auszuarbeiten und im Stadtrat zur Diskussion zu stellen.