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Wenn Dipps evakuiert werden muss

Die Gefahr, die von der Kriegsmunition in der Dippser Heide ausgeht, reicht weit bis nach Dipps hinein.

Die Verantwortlichen für den Katastrophenschutz beim Deutschen Roten Kreuz in Dippoldiswade im Gespräch: v.l.. Geschäftsführer Michael Voigt, Kreisbereitschaftsleiter Gerd Geißler und sein Stellvertreter Dominik Schlettig.
Die Verantwortlichen für den Katastrophenschutz beim Deutschen Roten Kreuz in Dippoldiswade im Gespräch: v.l.. Geschäftsführer Michael Voigt, Kreisbereitschaftsleiter Gerd Geißler und sein Stellvertreter Dominik Schlettig. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Eiserne Wald. Diesen Namen hat die Dippser Heide seit Kurzem, genau genommen seit vergangenem Jahr. Damals ist den Einsatzkräften der Feuerwehr bewusstgeworden, welches Risiko sie bei einem Waldbrand in dem Gebiet eingehen, weil dort an vielen Stellen noch Weltkriegsmunition im Boden liegt, von der keiner weiß, welche Gefahr davon noch ausgeht. Schlimmstenfalls müssen die Anwohner damit rechnen, dass ein Sprengkörper hochgeht und tödliche Splitter Hunderte von Metern weit fliegen.

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Der Gefahrenbereich reicht in Dipps bis zum Krankenhaus

Über diese Gefahren und die Vorbeugung sprach Landrat Michael Geisler (CDU) diese Woche bei seinem Besuch im Rot-Kreuz-Zentrum Dippoldiswalde mit den Verantwortlichen des Katastrophenschutzes. „Auf sie kommen dabei besondere Aufgaben zu“, sagte Geisler. Die aktuellen Planungen gehen davon aus, dass bei einem Waldbrand ein Umkreis von 1.000 Meter evakuiert werden muss. Wenn der Brandherd ungünstig liegt, reicht dieser Bereich in Dipps bis ans Krankenhaus heran, umfasst das Pflegeheim des DRK mit 60 Bewohnern, das betreute Wohnen, in dem 125 Menschen leben, und das Wohnheim für behinderte Menschen am Taubenberg mit 47 Bewohnern. Dazu kommen die gesamten Einwohner in dem Wohngebiet.

Ehrenamtliche Helfer wären gefragt

„Wir werden da wahrscheinlich einmal eine Übung machen müssen“, kündigte Geisler an. Dann werden die ehrenamtlichen Helfer des Katastrophenschutzes auch teilnehmen. Der Kreisverband Dippoldiswalde des Roten Kreuzes hat in seinen beiden Katastrophenschutzzügen jeweils 32 Helfer, die gerade bei solchen Einsätzen gefragt sind.

Die Straßen nach Freital wären blockiert

Wenn die Gefahr von der Dippser Heide ausgeht, verschärft sich besonders die Verkehrssituation. „In diesem Fall wären ja die Verbindungen nach Freital auch unpassierbar. Die Straße durch die Heide und die Bundesstraße B 170 würden auch im Gefahrenbereich liegen“, sagte Michael Voigt, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Dippoldiswalde. „Eine Evakuierung müsste also in Richtung Altenberg erfolgen.“

Außerdem lägen wichtige öffentliche Räume ebenfalls im Sperrgebiet, wie das Dippser Gymnasium oder der Sportpark. Darauf hat die Stadt ja früher schon zurückgegriffen, um Menschen in einer Notlage unterzubringen.

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Was es alles zu bedenken gibt, wenn der Eiserne Wald einmal zur Gefahr wird, zeigt sich erst bei einer größeren Übung, die den Ernstfall durchspielt. Eine sogenannte Stabsübung zu diesem Thema hatten die Städte Dippoldiswalde und Rabenau sowie der Landkreis vor vier Wochen. Dabei ging es aber vorwiegend um die organisatorischen Abläufe und es nahmen die Führungskräfte teil. Eine Großübung, die auch alle Helfer einbezieht, steht noch bevor.

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