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Dippser Stadtwald wird Zuschussgeschäft

Früher hat der Stadtwald stetig ein wenig Geld abgeworfen. Nach Stürmen und Käferplagen wird das jetzt jahrelang ganz anders aussehen.

Hier an der Straße von Dipps nach Paulsdorf standen einmal hohe Bäume. Stürme und Käfer haben hier einen Kahlschlag verursacht. Jetzt muss die Stadt Dipps erst wieder Geld in den Wald stecken.
Hier an der Straße von Dipps nach Paulsdorf standen einmal hohe Bäume. Stürme und Käfer haben hier einen Kahlschlag verursacht. Jetzt muss die Stadt Dipps erst wieder Geld in den Wald stecken. © Karl-Ludwig Oberthür

Förster ist sicher ein schöner Beruf. Aber in den letzten Jahren haben auch die Frauen und Männer in Grün mehr Sorgen gehabt als sie es gewohnt sind. Stürme und Trockenheit sowie die Borkenkäfer haben dem Wald so zugesetzt, wie es seit dem Waldsterben der 1980er-Jahre niemand mehr gekannt hat. Das gilt auch für den Dippoldiswalder Stadtwald.

Größere Wälder bei Paulsdorf, Schönfeld und Ammelsdorf

Die Stadt besitzt 227 Hektar Wald, die sich über die gesamte Gemeindefläche verteilen. Größere Waldgebiete liegen zwischen der Kernstadt und Paulsdorf, das sogenannte Böthchen. Bei Ammelsdorf liegt ein städtisches Waldgebiet „Am toten Schuster“, bei Schönfeld eines am Rennberg und eine größere Waldfläche steht im Tal der Wilden Weißeritz. In normalen Zeiten war das eine stetige kleine Einnahmequelle für die Stadtkasse. Nicht so in den jetzigen Zeiten, wie Carolin Thomae dem Stadtrat erläuterte.

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Die Kosten sind höher als die Einnahmen

Die Mitarbeiterin des Forstbezirks Bärenfels ist zurzeit mit der Forsteinrichtung für den Dippser Stadtwald beschäftigt. Sie macht eine Bestandsaufnahme und entwirft einen Plan, wie in den nächsten zehn Jahren gewirtschaftet wird. Außerdem gehört eine Kalkulation zu ihrer Aufgabe. Und dabei kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Stadt Dippoldiswalde die nächsten Jahre Geld in den Wald hineinstecken muss, anstatt etwas rauszuholen. Die Waldbewirtschaftung wird demnach jährlich rund 99.000 Euro kosten. Ertrag bringt er aber nur 90.500 Euro. Bleibt also ein Defizit von rund 8.500 Euro pro Jahr im Stadtwald.

Der Nutzen des Walds geht über die Holzeinnahmen hinaus

Der Wald ist aber mehr als ein Kostenfaktor. So hat ein erheblicher Teil des Stadtwalds eine Erholungsfunktion. Gerade das stadtnahe Gebiet „Böthchen“, welches das Erholungsgebiet Malter abrundet, ist hier zu nennen. Zwei Drittel des Stadtwalds liegen im Landschaftsschutzgebiet. 51 Hektar sind für den Naturschutz von besonderer Bedeutung und 80 Hektar liegen im Trinkwasserschutzgebiet und 140 Hektar im Hochwasserschutzgebiet. Der Nutzen des Waldes geht also weit über die Einnahmen aus dem Holzverkauf hinaus.

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