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Weltklasse-Provinz wirbt um Fachkräfte

Altenberg und Glashütte starten eine Werbekampagne. Diese soll nicht nur potenzielle Fachkräfte in die Region locken. Geplant sind weitere Aktionen.

Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (li.) und Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten geben in Altenberg den Startschuss für die Werbekampagne von Dresdens Weltklasse-Provinz.
Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (li.) und Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten geben in Altenberg den Startschuss für die Werbekampagne von Dresdens Weltklasse-Provinz. © Karl-Ludwig Oberthür

Auf diesen Moment haben Thomas Kirsten und Markus Dreßler lange hingearbeitet. Nun ist er da. In dieser Woche hat die gemeinsame Werbekampagne von Glashütte und Altenberg begonnen - mit vielen Hinguckern auf 27 großen Plakaten. Auch Kirsten und Dreßler stehen vor einem Motiv, das an der B 170 in Altenberg angebracht ist und das viele kennen dürften: den Blick vom Kahleberg auf Altenberg und den Geisingberg.

Trotz des schönen Ausblicks ist der Werbespruch: "Weltklasse-Provinz hat Lebensraum - Altenberg/Glashütte sucht dich!" nicht zu übersehen.

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Dieses und andere Plakate, die zum Beispiel die Uhrmacherkunst, die Feinwerktechnik Geising und Radfahrer im Osterzgebirge zeigen, verfolgen ein Ziel: Sie sollen potenzielle Arbeitskräfte auf die Region zwischen Rehefeld, Fürstenwalde, Hausdorf und Schlottwitz aufmerksam machen. Hier, in den Städten Glashütte und Altenberg, sind zahlreiche Unternehmen zu Hause, unter anderem Feinmechanikbetriebe und Uhrenfirmen.

Diese Unternehmen sind erfolgreich am Markt und haben in den vergangenen Jahren viele Jobs geschaffen. Doch nicht nur diese Botschaft soll ins Land getragen werden. In beiden Stadtgebieten lässt es sich auch gut leben, sagt der Glashütter Stadtchef.

Werbung für die eigene Heimat

"Am Rande hoffen wir, dass die Werbung für die eigene Heimat auch den Blick der Einwohner auf die Vorzüge unserer Region schärft", so Dreßler. Er und Kirsten hoffen, dass die Bewohner beider Städte "stolz auf das Erreichte schauen und mutig und zuversichtlich die Chancen der Zukunft erkennen und nutzen."

Mit der Kampagne soll also nicht nur die Wirtschaft gefördert werden, auch andere Prozesse, wie die Entwicklung von Bauland oder das Projekt "Neustadt Glashütte" sollen Anstöße bekommen. Kirsten und Dreßler wissen aber auch, dass sich solche Kampagnen nur langfristig auszahlen werden. Deshalb soll sie über längere Zeit laufen.

Entwickelt wurde die Kampagne von der der Agentur Sportwerk. Der Slogan und das Logo, mit denen die beiden Städte werben, waren zunächst nicht ganz unumstritten. Einige Stadträte in Glashütte störten sich am Wort Provinz und am Logo. Eva Wagner, die die Agentur leitet und maßgeblich an der Konzeption mitgearbeitet hat, verteidigte damals die Entwürfe. Um Erfolg zu haben, bräuchte man ein klares Logo, das auffällt und Interesse weckt. Und zum Wort Provinz: "Ein bisschen Provokation sollte auch dabei sein", so Wagner. Das überzeugte die Skeptiker in den Reihen der Abgeordneten.

Kampagne läuft bis Ende Mai

Die jetzt angelaufene Kampagne läuft bis Ende Mai und beinhaltet nicht nur Plakatwerbung. Geworben wird auch am Dresdner Hauptbahnhof, in den Zügen der Deutschen Bahn, in den Straßenbahnen und Bussen der Landeshauptstadt, in den beiden Real-Supermärkten der Region sowie in der Sächsischen Zeitung und deren Internetauftritt saechsische.de. Die Kampagne, zu der auch eine Homepage gehört, kostet rund 18.000 Euro und wird zu 75 Prozent vom Freistaat Sachsen gefördert.

Gesteuert wird sie von Markus Dreßler, der sich mit seinem Amtskollegen Thomas Kirsten abstimmt und von der Agentur Sportwerk unterstützt wird.

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Die erste Phase dieser Form der Wirtschaftsförderung endet im Mai, sagt Dreßler. Die Stelle des Wirtschaftsförders, der im Glashütter Rathaus arbeitete, ist bereits seit März unbesetzt. Beide Städte möchten aber auf dem Gebiet weiter zusammenarbeiten und haben noch weitere Aktionen geplant, für die sie aber noch nach einer Förderung suchen. So soll im Rahmen der Kampagne noch ein "Weltklasse Praktikum“ ausgelobt und eine „Berg.Hütte.Card“ angeboten werden.

Weitere Ideen, die gemeinsam mit Altenberg entwickelt werden sollen, wie Dreßler betont, könnten im Laufe der nächsten Monate noch dazukommen.

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