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Eine Schule wächst von 120 auf 200 Schüler

In Pretzschendorf wird gerade ein Container-Hort gebaut. Aber das reicht nicht für den Geburtensegen in der Gemeinde. Die sucht nach einer Lösung.

Hier bereitet der Bagger die Fläche vor, wo bald die Container für den Schulhort stehen werden.
Hier bereitet der Bagger die Fläche vor, wo bald die Container für den Schulhort stehen werden. © Karl-Ludwig Oberthuer

Wenn die Sächsische Zeitung ihre Seiten mit den Neugeborenen veröffentlicht, sind auch regelmäßig Babys aus der Gemeinde Klingenberg dabei. So schön das ist, stellt es die Gemeinde auch vor große Aufgaben. Eine neue Kinderkrippe hat sie gerade in Ruppendorf gebaut. Jetzt geht es darum, die Grundschule in Pretzschendorf zu sanieren und zu erweitern. In den letzten Jahren haben von der ersten bis zur vierten Klasse im Schnitt 120 Kinder diese Schule besucht. Dieses Schuljahr sind es rund 150. Und die Zahlen werden die nächsten Jahre hoch bleiben. Deswegen hat es sich die Gemeinde zum Ziel gesetzt, die Einrichtung in Pretzschendorf so auszubauen, dass sie durchgängig zweizügig laufen kann und Platz für 200 Kinder bietet, also zwei Klassen pro Jahrgang mit jeweils 25 Schülern.

Die ersten Schritte dafür laufen bereits. Die Bauleute bereiten die Fläche zwischen Schulgebäude und Turnhalle dafür vor, dass hier Container für den Schulhort aufgestellt werden können. Diese werden derzeit im Werk vorproduziert und müssen dann in Pretzschendorf nur noch aufgestellt werden. Rund 50 Hortplätze entstehen so. Das löst die drängendsten Raumfragen, ist aber keine Lösung auf Dauer.

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Diese muss etwas gründlicher vorbereitet werden. Deswegen hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung einen Auftrag an das BBF Baubüro Freiberg GmbH vergeben, damit dieses für rund 35.700 Euro die verschiedenen Varianten für Sanierung und Umbau der Grundschule untersucht. Das Büro BBF hat hier einen Informationsvorsprung gegenüber anderen. Seit 2006 arbeitet es für die Gemeinde. 

Damals hat es, noch im Auftrag der Gemeinde Pretzschendorf, die Sanierung der Oberschule Klingenberg betreut. Die Gemeinde Klingenberg hat 2016 das Freiberger Büro mit einer Entwurfsstudie für die Grundschule beauftragt. Daraus hat sich auch das heutige Konzept für die Hortunterbringung entwickelt, informierte Andrea Schweingel vom Bauamt den Gemeinderat.

Bekommt die Grundschule einen Neubau?

„Wir wollen herausfinden, was die günstigste Lösung ist“, sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg). Es sind ja verschiedene Varianten denkbar. Die Schule kann an ihrem jetzigen Standort bleiben und saniert werden. Diese Bauarbeiten wären aber nicht in wenigen Wochen möglich, also müsste ein Ausweichstandort gefunden werden. Eventuell würde sich dafür die ehemalige Mittelschule in Hartmannsdorf anbieten, sagte Schreckenbach. 

Auch die Frage, ob sich eine Sanierung lohnt, müssten die Planer beantworten. Der ältere Teil des Schulgebäudes stammt aus dem Jahr 1890, der jüngere aus den 1960er-Jahren. Und denkbar wäre auch ein Schulneubau an einem anderen Standort, beispielsweise neben der Oberschule in Klingenberg. Auch hier wird eine Antwort von den Planern erwartet, ob das auf dem vorhandenen Grundstück überhaupt möglich ist.

Ergebnisse sollen noch dieses Jahr vorliegen

Ende dieses Jahres sollen die Freiberger Planer ihre Ergebnisse vorlegen. „Diese werden wir im Gemeinderat vorstellen und können dann entsprechend die Fördermittel beantragen“, kündigte der Bürgermeister an. „Für uns wird das die größte Herausforderung in den nächsten Jahren.“ Gemeinderat Hartmut Baumgart (Bürger für Klingenberg) warnte aber vor zu weitgespannten Ideen. Er sagte: „Die Schule muss im Ort bleiben, sonst hätten wir die Turnhalle nicht bauen brauchen.“

Eigentlich wollte die Gemeinde den Planern gleich noch einen zweiten Auftrag geben. Sie sollten auch über die Zukunft der Oberschule Klingenberg nachdenken und dabei auch die Schulturnhalle untersuchen. Aber diesen Punkt hat der Bürgermeister von der Tagesordnung genommen, weil dafür die Planungsgrundlage vom Landkreis fehlt. 

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Dieser müsste bis Jahresende eine Schulnetzplanung vorlegen. Aber der aktuelle Entwurf stößt auch in Klingenberg auf keine Gegenliebe. Deswegen überarbeitet das Landratsamt dieses Papier noch einmal. Bis Dezember soll ein neuer Entwurf vorliegen. Für die Gemeinde Klingenberg ist dabei wichtig, welche Größe und welche Aufgaben dort für die Hans-Poelzig-Oberschule festgeschrieben werden. Nur mit diesem Wissen kann die Gemeinde entscheiden, was mit dieser Einrichtung geschehen soll. 

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