merken
PLUS Dippoldiswalde

Das Hennersdorfer Multifunktionsgewässer

Filmkulisse, Rückhaltebecken, ja sogar Löschteich, all das war das Hennersdorfer Freibad schon. Aber woher kommt Geld für eine Sanierung?

2007 war das Hennersdorfer Bad Filmkulisse für einen Dokumentarfilm über die Augustflut 2002. Hier berät Rettungstaucher Michael Ebert, heute Feuerwehrchef von Dippoldiswalde, die Schauspieler.
2007 war das Hennersdorfer Bad Filmkulisse für einen Dokumentarfilm über die Augustflut 2002. Hier berät Rettungstaucher Michael Ebert, heute Feuerwehrchef von Dippoldiswalde, die Schauspieler. © Egbert Kamprath

Es ist ein ausgesprochen vielseitiges Gewässer, das Hennersdorfer Bad. Wer auf der Bundesstraße B 171 durch Hennersdorf fährt, sieht 200 Meter nach dem Ortsausgang Richtung Frauenstein eine Wegeinfahrt. Diese führt zum Freibad, einem aufgestauten Teich.

Anzeige
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?

Das therapeutische Gesundheitszentrum von PPS Medical Fitness in Dresden bietet modernste Möglichkeiten. Hier bringt Arbeiten Spaß und Erfüllung.

Als Freibad haben es die Hennersdorfer in den 1950er-Jahren gebaut. So wird es auch bis heute jeden Sommer genutzt. Liegewiese und Wasser stehen bereit. 2007 war es sogar Filmkulisse. Dort wurden Szenen für die MDR-Dokumentation „Die Flut“ gedreht. 2013 bei der Hagel- und Hochwasserkatastrophe hat der Damm geholfen, die Wassermassen zurückzuhalten, die von den Feldern heranströmten. Feste wurden hier schon gefeiert. Und wenn es darauf ankäme, dann könnte das angestaute Wasser der Feuerwehr auch als Löschwasservorrat dienen. Aber die ganze Vielseitigkeit hilft nichts. Die Hennersdorfer haben Sorgen mit ihrem Bad und diese haben sie auf ihrer jüngsten, virtuellen Ortschaftsratssitzung auch Simone Ullrich-Braune vorgetragen, die in der Stadtverwaltung Dippoldiswalde für Baufragen zuständig ist.

Stolz auf das eigene Bad

Hennersdorfs Ortsvorsteher Henry Krenz (Freie Wähler) sagt mit Stolz: „Wir sind abgesehen von der Malter einer der wenigen Orte in Dipps, die ein eigenes Freibad haben.“ Wobei es eher ein Naturbad ist. Dort passt kein Rettungsschwimmer auf. Es kassiert aber auch niemand Eintritt. „Die meisten Badegäste dort sind unsere Rentner“, sagt Krenz. So wollen die Hennersdorfer ihr Bad gerne erhalten, obwohl es bauliche Mängel hat. Vor einigen Jahren schon hatten sie Mühe, den kleinen Staudamm wieder dicht zu bekommen, der leckte. Und es gab in manchen Jahren auch schon Probleme mit starkem Algenwuchs, der den Badespaß trübte.

Aber es gibt noch andere Mängel. Krenz fordert die Vertreterin der Stadtverwaltung auf, sich um Fördermittel zu bemühen, damit das Bad wieder auf Vordermann gebracht werden kann. Wenn beispielsweise Geld aus den geplanten Windkraftanlagen in die Stadtkasse fließt, könnte es für solche Vorhaben eingesetzt werden, sagte der Ortsvorsteher. Ullrich-Braune stellte in Aussicht, sich einmal das Bad vor Ort anzusehen.

Beim Hochwasser 2013 hat es größere Schäden verhindert

Sie sagte weiter, dass sie das Bad mit seinem kleinen Staudamm vor allem als Rückhaltebecken betrachte. Wenn es 2013 nicht gewesen wäre, hätte das Hochwasser im Unterdorf erheblich größere Schäden angerichtet. Dann hätte es allerdings anschließend im Rahmen der Hochwassermaßnahmen wieder in Ordnung gebracht werden müssen, sagte Krenz. Aber dabei ist das Bad außen vorgeblieben.

Die Frage bleibt weiterhin, wie gelingt es den Hennersdorfern zusammen mit der Stadtverwaltung Dippoldiswalde, einen geeigneten Fördertopf für eine Badsanierung aufzutreiben? „Als Löschgewässer habe ich es auch schon versucht“, berichtete Krenz. Aber ebenso ohne Erfolg. Es wäre schade, wenn ein so vielseitiges Gewässer nicht erhalten werden könnte. Wer weiß, wozu es in Zukunft noch alles dienen kann.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde