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Gefährliche Stellen für Radfahrer in Dipps

Gunter Redwanz ist als Pilzberater oft mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei gibt es Stellen, die ein Warnschild bräuchten. Auch der ADFC sieht in Dipps Nachholebedarf.

Wer hier auf der Brauhofstraße in Dipps als Radfahrer mit dem Vorderrad hineingerät, kann sich auf einen Sturz einstellen.
Wer hier auf der Brauhofstraße in Dipps als Radfahrer mit dem Vorderrad hineingerät, kann sich auf einen Sturz einstellen. © Leserfoto: Gunter Redwanz

Der Dippser Pilzberater Gunter Redwanz ist gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Aber als er jetzt auf der Brauhofstraße in Dippoldiswalde vom Obertorplatz in Richtung Niedertorplatz gefahren ist, hatte er akute Sorge zu stürzen. „Löcher und Risse, mehrere Zentimeter tief, sind dort im Straßenbelag und sorgen für große Gefahr für die Radfahrer. Bei hohem Verkehrsaufkommen ist es fast unmöglich, die Gefahrenstellen zu umfahren“, berichtet er.

Gunter Redwanz ist oft mit dem Fahrrad unterwegs. In der Regel sucht er sich ruhige Straßen aus. Es gibt aber Strecken, vor denen kann er nur warnen.
Gunter Redwanz ist oft mit dem Fahrrad unterwegs. In der Regel sucht er sich ruhige Straßen aus. Es gibt aber Strecken, vor denen kann er nur warnen. © Archiv/Andreas Weihs

Das ist riskant für die Radfahrer selbst, kann aber auch die Technik beschädigen. „Und Fahrräder sind heutzutage ja nicht gerade billig“, ergänzt der Dippser. Aber er fährt trotzdem gerne mit dem Fahrrad, sucht sich aber Wege aus, wo der Verkehr nicht so stark ist. „Das geht dann schon“, sagt er.

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Eine Vier im Fahrradzeugnis

Wie schätzen das andere ein? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) macht jährlich eine Online-Umfrage zum Fahrradklima in den deutschen Städten. 96 Menschen haben sich in Dippoldiswalde daran beteiligt. Mit dieser Quote ist die Stadt zum zweiten Mal dabei in der Wertung, aber mit ernüchternden Noten. Insgesamt hat Dipps eine Bewertung von 4,42 bekommen auf einer Skala von eins bis sechs wie bei den Schulnoten. Der ADFC hat 32 Fragen gestellt. Die reichen vom Sicherheitsgefühl beim Radfahren über den Zustand der Radwege bis zur Mitnahme von Rädern im öffentlichen Verkehr und den Radwegweisern. Die Ergebnisse hat der Fahrradclub jetzt veröffentlicht.

Die drei besten Einzelnoten sind eine 3,1 dafür, dass in Dipps alle Altersgruppen mit dem Fahrrad unterwegs sind, eine 3,3 dafür, dass in der Stadt die Gefahr von Fahrraddiebstählen gering ist, und eine 3,6 dafür, dass Radfahrer selten in Konflikte mit Fußgängern geraten. Eine bessere Note als drei hat Dipps bei keiner Frage bekommen. Die schlechtesten Noten sind eine 5,5 für zu wenig Fahrradförderung, eine 5,3 für fehlende Werbung fürs Fahrradfahren und eine 5,2 für ein fehlendes Angebot an öffentlichen Fahrrädern.

Radfahren im Gebirge hat es in sich

Damit kam die Stadt auf Rang 395 von 418. Sie lässt dabei aber noch etliche andere erzgebirgische Kleinstädte hinter sich wie Brand-Erbisdorf, Marienberg, Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz. Dass die Erzgebirgsstädtchen nicht gut abschneiden, ist teilweise auch der Gebirgslage geschuldet. Entspanntes fahren in der Ebene ist hier nicht möglich, daher spielt das Fahrrad traditionell nicht die herausragende Rolle. Aber so etwas kann auch verbessert werden, wie das Beispiel Hohenstein-Ernstthal beweist. Dort ist es nicht weniger gebirgig als in Dipps. Bei der letzten Umfrage lag die Stadt auch noch in hinteren Bereich, hat sich jetzt aber nach vorne gearbeitet.

OB Körner will Dippoldiswalde fahrradfreundlicher machen

Das strebt Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) auch für Dippoldiswalde an. Sie sagt: „Das Ergebnis der Umfrage stimmt mich nicht gerade glücklich. Aber wir haben in den letzten Monaten so viele Projekte angeschoben und auf den Weg gebracht, dass ich mir sicher bin, wir werden in den nächsten Jahren auf der Skala nach oben steigen. Sicherlich ist es im ländlichen Gebiet immer schwerer, ein gut ausgebautes Fahrradnetz vorzuweisen.“

Sie verweist darauf, dass sie selbst auch einen anderen Blick auf das Thema entwickelt hat. Wegen der coronabedingt freien Wochenenden ist sie auch zur regelmäßigen Radfahrerin geworden. „Treffen mit den Wanderwegearten und dem Radwegewart gehören zu festen Terminen im meinem Kalender“, teilt sie weiter mit.

Pläne existieren, aber die Umsetzung lässt auf sich warten

Es ist nicht so, dass Dippoldiswalde das Thema Radfahren ganz links liegen lässt. Es gibt mehrere Projekte. Aber die Verantwortlichen in Stadt, Landkreis und beim Freistaat haben in den vergangenen Jahren auch kaum eines der angedachten Projekte zum Abschluss gebracht. Schon im letzten Jahrtausend war der Radweg zur Talsperre Malter in der Diskussion. Mühselig wird rund um den Stausee eine Brücke nach der anderen in Ordnung gebracht. Derzeit ist der Lämmergrund an der Reihe, dann stehen noch der Tännichtgrund und der Damm über den Seifenbach auf der Bauliste. Wenn diese abgearbeitet sind, könnte der eigentliche Radwegbau beginnen.

Immer mal wieder im Gespräch ist eine Radverbindung durch Dippoldiswalde, die von Ulberndorf her entlang der Kleinbahn bis zur Malter-Vorsperre führt. Wenn irgendwo gebaut wird, achtet die Stadtverwaltung darauf, dass diese Trasse frei bleibt. Darauf muss beispielsweise Edeka bei seinen Neubauplänen am Firstenweg Rücksicht nehmen. Wann der eigentliche Radweg gebaut wird, steht noch in den Sternen.

Andere Radverbindungen beispielsweise entlang der B 170 in Richtung Dresden oder entlang der Staatsstraße 190 Richtung Reinholdshain in der einen und Richtung Reichstädt in der anderen Richtung sind noch in einer ganz frühen Phase. Bisher sind dafür Vermessungsarbeiten gelaufen.

Der passionierte Radfahrer Gunter Redwanz will erst einmal kleinere Ziele anstreben. Ihm würde daran liegen, die vorhandenen Straßen so in Ordnung zu bringen, dass man ohne Schaden an Fahrrad und Gesundheit drüber fahren kann.

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