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Hier wohnt man für 4 Euro Kaltmiete

Die Wohnungsgenossenschaft Müglitztal steht gut da. Jetzt hat sie ihre Außenanlagen aufgehübscht. Ein Problem blieb. Das will sie nun angehen.

Steffen Schneider, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Müglitztal mit Sitz in Schlottwitz, freut sich über den Abschluss der Arbeiten im Außengelände.
Steffen Schneider, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Müglitztal mit Sitz in Schlottwitz, freut sich über den Abschluss der Arbeiten im Außengelände. © Egbert Kamprath

Investieren mit Augenmaß. Das scheint das Erfolgsrezept der Wohnungsgenossenschaft Müglitztal in Schlottwitz zu sein. Wer hier wohnt, zahlt eine Kaltmiete, die im Durchschnitt bei vier Euro kalt liegt. "Langjährige Mitglieder zahlen noch weniger", sagt Steffen Schneider. Der 62-Jährige arbeitet seit 15 Jahren im Vorstand und wohnt seit 1963 selbst in einem der Genossenschaftshäuser.

Die Schlottwitzer Wohnungsgenossenschaft steht im Vergleich zu anderen Unternehmen im Kreis und im Freistaat gut da. Das zeigen die Zahlen des Verbandes der Sächsischen Wohnungsgenossenschaften: Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter in Sachsen liegt in den Genossenschaften derzeit bei 5,11 Euro, im Kreis schwankt diese zwischen 3,91 und 5,72 Euro.

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Mieten in Dresden sind höher

Im Schnitt zahlen die Genossenschaftsmitglieder im Kreis rund 5,03 Euro, sagt die Sprecherin des Verbandes, Vivian Jakob. Zum Vergleich: In Dresden müssen Kaltmieten von 5,75 Euro gezahlt werden.

Es gibt einige Gründe für die Unterschiede, erklärt die Sprecherin des Verbandes. Es sind die geografische Lage der Genossenschaft, der Gebäudebestand, der Modernisierungsgrad und der Anteil an Neubauten. In Letzteren lägen die Mieten mit neun bis zehn Euro deutlich über Bestandsniveau.

Die Kinder des Schlottwitzer Kindergartens Arche Noah kommen gern auf den Spielplatz der Wohnungsgenossenschaft Müglitztal. Der wurde neugestaltet.
Die Kinder des Schlottwitzer Kindergartens Arche Noah kommen gern auf den Spielplatz der Wohnungsgenossenschaft Müglitztal. Der wurde neugestaltet. © Egbert Kamprath

Ein Grund, dass die Schlottwitzer am unteren Ende der Skala liegen: Die Genossenschaft mit 295 Wohnungen wird von einem fünfköpfigen Team geleitet, das ehrenamtlich arbeitet. Und das zahlt sich auch für die Mitglieder der Genossenschaft aus. Neubauten sind nicht entstanden. Trotzdem wurde in den letzten Jahren an verschiedenen Stellen investiert - und das immer mit Augenmaß.

Gerade eben konnte die Genossenschaft ihr letztes großes Projekt abschließen, die Neugestaltung der Außenanlagen. Betreut wurde es von Vorstand Dieter Grahl. Seit 2014 wurde gebaut, unter anderem wurde auch ein Teil der Wäschetrockenplätze aufgegeben. "Möglich wurde das, weil sie nicht mehr so stark genutzt wurden wie früher", erläutert Schneider. Auch Grünflächen wurden aufgewertet.

Weitere Bänke und Sitzgarnituren aufgestellt

Im Auftrag der Genossenschaft wurden neue Wege angelegt, Blumenbeete geschaffen, weitere Bänke und Sitzgarnituren aufgestellt. "Wir wollten ein ordentliches Wohnumfeld schaffen, um das Gebiet lukrativer zu machen." Das sei der Genossenschaft gelungen, findet Schneider und zeigt auf die Flächen hinter ihm.

Insgesamt hat die Genossenschaft rund 700.000 Euro investiert, um die etwa 2,8 Hektar große Fläche neu zu gestalten. Dafür habe man einen Zuschuss von 188.000 Euro aus dem EU-Förderprogramm Leader erhalten, sagt Vorstand Steffen Schneider.

Aufgewertet und erweitert wurden auch der Spielplatz und der Bolzplatz. Beide wurden neu gestaltet und werden inzwischen auch gern vom Kindergarten genutzt, sagt Erzieherin Steffi Klemm. "Hier stehen einige Spielgeräte, wie die Wippe und das Karussell, die wir im Kindergarten nicht haben", sagt sie. Und auch der Bolzplatz ist beliebt. "Es ist cool, dass wir das hier nutzen können."

Die Wohnungsgenossenschaft Müglitztal in Zahlen

  • 295 Wohnungen, davon:
  • 36 Reihenhäuser;
  • 12 Vier-Raum-Wohnungen;
  • 126 Drei-Raum-Wohnungen;
  • 117 Zwei-Raum-Wohnungen;
  • 4 Ein-Raum-Wohnungen;
  • Durchschnittsmiete: 3,93 Euro pro Quadratmeter kalt
  • Leerstand: rund 8 Prozent

Neu geregelt wurde auch die Grünpflege. Die übernehmen nicht mehr die Mieter, sondern ein einheimisches Unternehmen, die Firma Rühle aus Schlottwitz. "Damit sind wir allen Mietern entgegengekommen", sagt Schneider.

Wirtschaftlich stehe die Genossenschaft gut da. "Wir haben modernisiert, ohne große Kredite aufzunehmen", sagt Schneider. Die größte Herausforderung werde es sein, die Leerstandsquote zu senken. Diese liegt derzeit bei acht Prozent und damit im sächsischen Durchschnitt, der bei 8,3 Prozent liegt.

Leerstand soll gesenkt werden

Im Kreis liegt der Durchschnitt bei 5,1 Prozent. Damit haben die hiesigen Genossenschaften nach den Dresdnern den geringsten Leerstand im Landkreis-Vergleich. "Grund sind vor allem die gute Lage von Heidenau und Pirna, in der sich ein großer Teil der 11.773 Wohnungen bei Genossenschaften im Landkreis befindet", erklärt Vivian Jakob vom Landesverband. In anderen Regionen des Kreises stehen deutlich mehr als zehn Prozent der Genossenschaftswohnungen leer.

Die Müglitztaler wollen ihren Leerstand senken und haben schon Ideen, wie das geschehen soll. "Wir prüfen das Zusammenlegen von zwei Zwei-Raum-Wohnungen", sagt Schneider. Damit könnten Wohnungen mit 90 Quadratmetern entstehen. Derzeit gibt es nur welche mit etwas mehr als 60 Quadratmetern.

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Die Wohnungsgenossenschaft in Schlottwitz hat zwar keinen Leerstand. Trotzdem sorgt man sich um die Zukunft.

Für die großen Wohnungen würden sich vor allem Familien mit Kindern interessieren. Die möchte man mit den Vorteilen des Ortes nach Schlottwitz locken. Hier wohnt man im Grünen, hat den Bus, die Bahn und den Kindergarten vor der Tür, schwärmt Schneider. "Im Ort gibt es auch einen Supermarkt."

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