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Großer Tagesbruch bei Dipps wird gesichert

Die Bergbausanierung in der Dippser Innenstadt ist abgeschlossen. Aber am Stadtrand geht es weiter, mit der Hoffnung auf neue Erkenntnisse zum Uraltbergbau.

Ein Blick in den Schacht der ehemaligen Heilige-Drei-König-Grube am Stadtrand von Dipps. Hier gab es einen Tagebruch, den die Bergsicherung jetzt erkundet und sichert.
Ein Blick in den Schacht der ehemaligen Heilige-Drei-König-Grube am Stadtrand von Dipps. Hier gab es einen Tagebruch, den die Bergsicherung jetzt erkundet und sichert. © Egbert Kamprath

Seit Jahren laufen in Dippoldiswalde Arbeiten zur Bergsicherung. Der Schwerpunkt hat sich dabei allerdings verlagert von der Innenstadt an den Stadtrand. Dort hat sich um Weihnachten 2018 auf freiem Feld oberhalb der Wäscherei Reichel auf dem sogenannten Schüllerberg ein Tagesbruch aufgetan. Der war außergewöhnlich groß.

Noch gar nicht alle Stollen und Schächte erfasst

Es war ein ordentliches Loch, das dort im Acker klaffte, rund vier mal fünf Meter in der Oberfläche und vier Meter tief. Deswegen hat sich das Sächsische Oberbergamt entschieden, es nicht einfach zu verfüllen, sondern planmäßig zu erkunden und dann zu sanieren. So wollten die Verantwortlichen die Ursache des Tagesbruchs aufklären und auch herausfinden, wo im näheren Umfeld eventuell weitere Hohlräume sind, die möglicherweise einbrechen könnten.

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Seit September 2020 ist die Bergsicherung Freital jetzt dabei, diesen Schacht und seine Stollen aufzugewältigen, zu erfassen und zu sichern. Bisher lässt sich das verzweigte Hohlraumsystem noch gar nicht in seinen Ausmaßen beschreiben. Der Tagesbruch hat sich über dem Hauptschacht der ehemaligen Grube „Heilige Drei Könige“ aufgetan.

Spuren aus dem Mittelalter gesucht

Nach im Bergarchiv Freiberg vorhandenen Schriftquellen wird die Grube „Heilige Drei Könige“ im Jahr 1558 erstmals genannt. „Es darf allerdings vermutet werden, dass diesem Bergbau ein ähnlich hohes Alter wie dem in der Stadt angetroffenen Bergbau zugeschrieben werden kann. Belege dafür fehlen bisher“, teilt das Oberbergamt mit.

Es ist durchaus möglich, dass auch dort noch überraschende Funde aus der Frühzeit des Dippser Bergbaus auftauchen. Mitarbeiter des Landesamts für Archäologie begleiten auch diese Arbeiten.

Als vor Jahren die ersten Tagesbrüche in der Dippser Innenstadt aufgetreten sind, hat auch niemand vermutet, dass damit die Stadtgeschichte neu geschrieben werden musste. Wer hätte gedacht, dass Dipps ein ganzes Stück älter war, als bis dahin vermutet und in den Anfängen des erzgebirgischen Bergbaus mit Freiberg auf einer Stufe stand.

Derzeit keine weitere Sanierung in der Innenstadt geplant

Die bergtechnischen Sanierungsarbeiten in der Innenstadt von Dippoldiswalde sind jetzt abgeschlossen. „Sie wurden mit dem Bauende an der Brauhofstraße im August 2020 beendet“, teilt Bernhard Cramer, der Leiter des Oberbergamts mit. Über fast fünf Jahre hat die Bergsicherung dort insgesamt 16 Schächte des Uraltbergbaus dauerhaft gesichert und standsicher verwahrt. Diese Schächte liegen alle auf einem von Nordost nach Südwest verlaufenden Erzgang, den die mittelalterlichen Bergleute abgebaut haben.

Ein Stollen, der von der Brauhofstraße nach Südwest abzweigt und kurz vor der Großen Wassergasse endet, hat diesen Erzgang aufgeschlossen. Die Untersuchung der Grubenhölzer dort ergab, dass dieser Stollen in den Jahren zwischen 1200 und 1250 aus dem Fels gehauen worden ist. Das können Archäologen anhand der Jahresringe erkennen, wenn diese noch erkennbar sind.

Den Stollen selbst hat die Bergsicherung so ausgebaut, dass er standsicher ist, und offen gelassen. Dort kann weiterhin das Grubenwasser abfließen. Andere Hohlräume, die näher an der Oberfläche sind, wurden so verfüllt, dass von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht.

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Da momentan in der Innenstadt von Dippoldiswalde keine weiteren Risiken erkennbar sind, plant das Oberbergamt hier derzeit auch keine weiteren Arbeiten. Neue Erkenntnisse zur Bergbaugeschichte der Stadt sind nun also eher vom "Heilige-Drei-König"-Stollen zu erhoffen.

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