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Gymnasien: Ausbaupläne in Dipps und Pirna

Das Landratsamt in Pirna plant die Schulentwicklung der nächsten zehn Jahre im Landkreis. Für Schüler aus Meißen und Dresden wird es dabei eng.

Das Glückauf-Gymnasium in Dippoldiswalde läuft jetzt schon vierzügig. Aber das reicht die nächsten Jahre nicht.
Das Glückauf-Gymnasium in Dippoldiswalde läuft jetzt schon vierzügig. Aber das reicht die nächsten Jahre nicht. © Egbert Kamprath

Die Plätze in den Gymnasien in den Dresdner Umlandgemeinden werden knapp. Das geht aus dem zweiten Entwurf des Schulnetzplans hervor, den das Landratsamt ausgearbeitet hat. Dieser Plan betrachtet die Schülerzahlen, die in den nächsten zehn Jahren zu erwarten sind und stellt dem die vorhandenen Kapazitäten an den Schulen gegenüber. Dabei kommt er zu der Erkenntnis, dass der Landkreis an mehreren Punkten aktiv werden muss.

Erweiterung in Dipps erforderlich

Bei den Gymnasien ist der teilweise doppelt in der Pflicht. Er muss nicht nur die Schulnetzplanung machen. Beim Glückauf-Gymnasium in Dippoldiswalde und Altenberg sowie dem Weißeritzgymnasium ist er auch Schulträger. Er muss die Planung also selbst umsetzen. In Dippoldiswalde heißt das, die Schule um einen Zug zu erweitern. Die Schule ist in Altenberg zweizügig. Das reicht dort voraussichtlich aus. In Dippoldiswalde hingegen erfordern die Schülerzahlen pro Jahrgang eine Klasse mehr.

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Hier gibt es Gespräche zwischen Schulleitung, Stadt und Landkreis. Es gab sogar die Idee, gemeinsam mit der Oberschule ein Gebäude für die Unterstufe einzurichten, informierte Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Ehemalige Verwaltungsgebäude des Landkreises sind dafür im Gespräch.

Keine Erweiterung in Freital, da in Wilsdruff Platz ist

In Freital reichen die Plätze im Weißeritzgymnasium ebenfalls nicht aus. Die Schule ist sechszügig ausgelegt. Nach den Planungen wollen aber so viele Schüler kommen, dass sie einen siebten Zug benötigen würde. Hier orientiert die Planung aber nicht auf eine Erweiterung in Freital, sondern eher darauf, die Schüler ins neue Gymnasium Wilsdruff zu lenken. Sollten dort die Plätze knapp werden, könnte das bedeuten, dass Eltern aus dem Landkreis Meißen, die ihre Kinder dort anmelden wollen, eine Absage bekommen.

Absagen für Kinder, die aus Dresden nach Heidenau wollen

Ähnlich ist die Situation in Heidenau. Dort ist das Pestalozzi-Gymnasium dreizügig ausgelegt. Die Schülerzahlen in den kommenden Jahren würden aber einen Zug mehr erfordern. Auch hier kann das bedeuten, dass Kinder aus Dresden, die nach Heidenau wollen, abgelehnt werden. In Pirna ist ein solcher Ausweg versperrt. Deswegen empfiehlt das Landratsamt im Schulnetzplan, das Herder-Gymnasium, das jetzt vierzügig ist, auszubauen und um einen Zug zu erweitern. Hier bringt auch die ab dem Schuljahr 2022/23 geplante Einrichtung eines gymnasialen Zweiges im Evangelischen Schulzentrum zusätzliche Möglichkeiten.

In Sebnitz reicht das Goethe-Gymnasium mit seinen drei Zügen für die nächsten Jahre gut aus. Hier kommt es auch vor, dass Kinder aus Neustadt, was ja Sebnitzer Einzugsgebiet ist, nach Bischofswerda an Gymnasium gehen. Diese Situation ist im ganzen Landkreis und bei allen Schularten zu beobachten. Je weiter entfernt von Dresden, desto entspannter die Situation in den Schulen. Im Speckgürtel von Dresden hingegen sind die Klassen voll, der Platz reicht kaum aus.

Schwierige Planung in vielen Grundschulen

Auch bei den Grundschulen ist es nicht viel anders. Hier zeigt sich beispielsweise in Dohna, wie schwierig die Planung ist. Die Zahlen in einer Gemeinde sind bekannt. Die Kinder, die dieses Jahr zur Welt kommen, werden in sechs Jahren eingeschult. Aber niemand weiß, wie groß der Zuzug ist. So hatte Dohna mehrfach die Situation, dass bis zu sieben Schüler mehr in einem Jahrgang waren als vorhergesagt. Hier geht die Planung davon aus, dass die Schule erweitert werden muss, eventuell um einen Modulbau.

Die Planung bei den Grundschulen ist in einem Punkt leichter. Es gibt festgelegte Bezirke, aus denen die Kinder in die zugeordnete Schule gehen. Aber das ist manchmal unflexibel. Deswegen hat sich die Stadt Freital 2012 entschieden, diese Bezirke aufzuheben und alle sieben Grundschulen für alle Freitaler Kinder zu öffnen. Diese bieten in den nächsten Jahren ausreichend Plätze.

Zwei Grundschulen müssen auf Zuzug von Familien hoffen

Eine ähnliche Lösung bringt der Schulnetzplan für Pirna ins Gespräch. Das würde auch den Ausgleich zwischen den verschiedenen Schulen erleichtern. Dabei bringt die neue Grundschule „Am Friedenspark“ Erleichterung. Aber ein anderes Problem tritt hier wieder auf. In früheren Jahren war die Diskussion um den Schulnetzplan vom Thema Schulschließungen geprägt. Das ist jetzt kaum ein Thema, außer für die beiden Schulen in Zehista und Neudorf. Gegen Ende des Jahrzehnts sinken dort die erwarteten Schülerzahlen unter 15. Das heißt, es kommt keine komplette Klasse mehr zusammen. Beide Einrichtungen hoffen darauf, dass in Baugebieten sich junge Familien ansiedeln.

Sondersituation in Klingenberg

Ansonsten ist in den meisten Grundschulen die Situation entspannt. Kreischa baut eine neue Grundschule, um den Bedarf zu decken. Stolpen erweitert ebenfalls die Basaltus-Schule.

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Klingenberg hat noch eine besondere Situation. Die Gemeinde hat zwei jeweils eineinhalbzügige Grundschulen. Wegen der geografischen Lage mit der Talsperre in der Mitte können aber die Kinder kaum von einer in die andere Schule ausweichen. Die Wege wären zu weit und umständlich. Deswegen steht im Plan der Vorschlag, beide Schulen zweizügig auszubauen. Die Gemeinde hat schon ein Ingenieurbüro angeheuert, damit es mögliche Varianten untersucht, wie die Zukunft der Grundschule Pretzschendorf aussehen kann, Umbau, Neubau oder eine ganz neue Idee.

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