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Dipps schließt Stadtsanierung ab

Die Stadt hat einen Haushalt für zwei Jahre beschlossen. Die Finanzlage sieht nicht schlecht aus, aber ganz genau weiß das keiner.

Das Gebäude mit der Apotheke soll bis 2022 zum Technischen Rathaus umgebaut werden, sodass oben die Verwaltung Büros bekommt und unten die Apotheke auch moderne Räume.
Das Gebäude mit der Apotheke soll bis 2022 zum Technischen Rathaus umgebaut werden, sodass oben die Verwaltung Büros bekommt und unten die Apotheke auch moderne Räume. © Egbert Kamprath

Der Stadtrat Dippoldiswalde ist einen mutigen Schritt gegangen und hat einen Haushaltsplan gleich für zwei Jahre beschlossen. Kristin Thiele, die derzeit die Finanzabteilung der Stadt leitet, hat ihn dem Stadtrat noch einmal erklärt. Nun geht das Zahlenwerk an das Landratsamt in Pirna zur Prüfung und wenn von dort die Bestätigung kommt, kann die Stadt mit ihrem Geld wirtschaften wie geplant. Das wird in den nächsten Monaten erwartet. Weil die Planung aber für zwei Jahre läuft, wird Dipps 2021 schon ab Januar handlungsfähig sein.

Obertorplatz und Technisches Rathaus kommen dran

Verschiedene Projekte, die vorbereitet sind, können dann beginnen. Zwei große Vorhaben sind im Rahmen der Stadtsanierung eingeplant. Die Sanierung des Obertorplatzes kann beginnen. Das ist ein überfälliges Vorhaben, das die Stadt schon vor zehn Jahren einmal in Angriff genommen hat. Damals ist es an Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadt und dem Denkmalschutz gescheitert. Für diese Sanierung sind 609.000 Euro eingeplant. Das zweite Sanierungsprojekt ist der Umbau des Apotheken-Gebäudes am Marktplatz zum Technischen Rathaus. Dafür sind insgesamt 2,7 Millionen vorgesehen, die eine Hälfte in 2021 und die zweite im kommenden Jahr. Es sind die letzten großen Vorhaben aus dem Programm zum städtebaulichen Denkmalschutz.

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Ein Teil des Gewerbegebiets Reinholdshain aus der Luft aufgenommen. Rechts davon auf der Wiese soll es in den kommenden Jahren erweitert werden.
Ein Teil des Gewerbegebiets Reinholdshain aus der Luft aufgenommen. Rechts davon auf der Wiese soll es in den kommenden Jahren erweitert werden. © Egbert Kamprath
Der Neubau der Turnhalle Schmiedeberg kommt gut voran. Wenn er fertig ist, kann die alte Halle abgerissen werden und die Oberschule erweitert.
Der Neubau der Turnhalle Schmiedeberg kommt gut voran. Wenn er fertig ist, kann die alte Halle abgerissen werden und die Oberschule erweitert. © Egbert Kamprath
Links steht die alte Turnhalle neben der Oberschule in Schmiedeberg. Die muss nach Fertigstellung der neuen Halle weichen und einer Erweiterung der Oberschule Platz machen.
Links steht die alte Turnhalle neben der Oberschule in Schmiedeberg. Die muss nach Fertigstellung der neuen Halle weichen und einer Erweiterung der Oberschule Platz machen. © Karl-Ludwig Oberthür

Das größte Vorhaben in dem Haushaltsplan ist die Erweiterung des Gewerbegebiets. Hier sind im laufenden Jahr 200.000 Euro eingeplant, im nächsten Jahr dann 3,5 Millionen und in den Folgejahren bis 2024 weitere 5,5 Millionen Euro. Auch an dieser Erweiterung arbeiten die Dippser schon viele Jahre. Seit 2016 liegt ein Bebauungsplan dafür vor. Danach hätte die Erschließung beginnen müssen. Doch das Projekt blieb bis jetzt liegen.

2,1 Millionen Euro für die Oberschule Schmiedeberg

Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist der Abschluss des Turnhallenbaus in Schmiedeberg. Das kostet dieses Jahr noch einmal 260.000 Euro. Daran muss sich dann der Abriss der alten Halle neben der Oberschule und die Erweiterung der Oberschule anschließen. Dafür sind bis 2023 rund 2,1 Millionen Euro eingeplant.

Körner kündigt strengeres Vorgehen an

Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) hat den Stadträten versprochen, sie regelmäßig im Finanzausschuss über die Entwicklung zu informieren. Sie will auch ein Finanzcontrolling aufbauen, dass die Zahlen in der Stadtverwaltung überwacht. „Wenn künftig ein Projekt teurer wird, dann müssen wir woanders etwas streichen. Bisher haben wir dann meist in die Rücklagen gegriffen“, kündigte sie ein strengeres Vorgehen an. Dieses und nächstes Jahr hat sie auch pauschal alle Ausgaben gekürzt. Und sie sprach auch von einer Einnahmediskussion. Das wird die Bürger treffen, denn die Einnahmen der Stadt sind Steuern und Gebühren. Die wird niemand anderes bezahlen als eben die Bürger und Unternehmen in der Stadt.

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Schon lange geplant, werden sie nun umgesetzt: Die Erweiterung des Gewerbegebiets Reinholdshain und der Oberschule Schmiedeberg.

Dennoch kann die Oberbürgermeisterin entspannt auf die Zahlen schauen. Denn erstens fließen jetzt in Größenordnungen die Fördergelder für die Hochwassermaßnahmen, welche die Stadt in den letzten Jahren vorgestreckt hat. Zweitens sinkt die Verschuldung der Stadt. Lag diese im Jahr 2014 noch bei 494 Euro pro Kopf, sind es dieses Jahr noch 201 Euro pro Kopf. Drittens hat Dippoldiswalde eine relativ hohe Rücklage, kann diese allerdings nicht exakt beziffern, weil der letzte Jahresabschluss erst für das Jahr 2016 vorliegt. Damals waren es rund neun Millionen. Diese Rücklage kommt daher, dass die Stadt Aufgaben, die sie sich vorgenommen hat, nicht abgearbeitet hat. Das sind nun Aufgaben für die nächsten Jahre.

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