merken
PLUS Dippoldiswalde

Schutz für Sadisdorf, die B170 und die Bahn

Eine Reihe von Baustellen mussten die Einwohner seit dem Hochwasser 2013 ertragen. Vier Beispiele zeigen was dabei entstanden ist.

Hier ist am Landmarkt ein neuer Platz entstanden, wo der Bus halten kann, Autos parken oder die Sadisdorfer einmal feiern können. Drunter fließt der Bach in einem neu gebauten großen Kanal.
Hier ist am Landmarkt ein neuer Platz entstanden, wo der Bus halten kann, Autos parken oder die Sadisdorfer einmal feiern können. Drunter fließt der Bach in einem neu gebauten großen Kanal. © Karl-Ludwig Oberthür

Bald jährt sich das Junihochwasser 2013 zum achten Mal, als ein Gewitter ganz langsam durchs Osterzgebirge zog und mit seinem Starkregen auf einem Streifen von Hartmannsdorf über Sadisdorf, Reichstädt bis nach Glashütte schwere Schäden anrichtete. Damals wurde in diesem Gebiet der Katastrophenzustand ausgerufen.

Ein Schwerpunkt, wo sich das Unwetter besonders lange ausgeregnet hat und die Felder mit Hagel bedeckt hat, war die Ecke zwischen Hennersdorf, Sadisdorf und Reichstädt. Das Wasser ist von dort dann durch die Bäche in Reichstädt und Sadisdorf geströmt und hat in diesen beiden Orten schwere Schäden angerichtet.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Jetzt sind die meisten Instandsetzungen der damaligen Schäden abgeschlossen, ein gutes Beispiel dafür, was das gebracht hat, ist der Dippoldiswalder Ortsteil Sadisdorf. Hier sind seit dem Hochwasser rund 6,8 Millionen Euro eingesetzt worden für einen besseren Hochwasserschutz informierte Marco Görner vom Ingenieurbüro ICL, das für die Stadt Dippoldiswalde die Hochwasserarbeiten steuert. Dabei geht es zum einen um den Schutz des Dorfes selbst vor den Fluten des Ochsenbachs, der durch Sadisdorf fließt. Zum anderen bringen die Hochwasserarbeiten auch mehr Sicherheit für den Bahndamm der Weißeritztalbahn, der unterhalb von Sadisdorf entlang führt und für die Bundesstraße B 170, die gleich daneben verläuft.

Regenwasser zurückhalten und Löschwasser anbieten

Görner nennt vier markante Einzelprojekte für den Hochwasserschutz in Sadisdorf. Unterhalb vom Ort ist ein kleines Rückhaltebecken, das 2013 stark beschädigt wurde und jetzt für rund eine Million Euro neu aufgebaut wurde. Die Bauleute haben einen überflutungssicheren Damm hergestellt und das Becken erweitert. Im Becken steht immer etwas Wasser, weil es auch als Löschwasserreserve dient. Deswegen bekam es auch eine Feuerwehrzufahrt.

Früher ist der Bach hier durch einen engen Durchlass geflossen, der schon bei mittleren Regen nicht ausreichte. Mit der neuen Brücke sollte er hier nur noch ganz selten über die Ufer treten.
Früher ist der Bach hier durch einen engen Durchlass geflossen, der schon bei mittleren Regen nicht ausreichte. Mit der neuen Brücke sollte er hier nur noch ganz selten über die Ufer treten. © Karl-Ludwig Oberthür
Mit solchen Steinbefestigungen wurde der Ochsenbach durch den ganzen Ort so ausgebaut, dass er einem sogenannten hundertjährigen Hochwasser standhalten soll.
Mit solchen Steinbefestigungen wurde der Ochsenbach durch den ganzen Ort so ausgebaut, dass er einem sogenannten hundertjährigen Hochwasser standhalten soll. © Karl-Ludwig Oberthür
Dieses Rückhaltebecken unterhalb von Sadisdorf wurde neu aufgebaut, erweitert und als Löschwasserreserve gestaltet. Außerdem verhindert es, dass bei Hochwasser der Bahndamm oder die Bundesstraße überschwemmt werden.
Dieses Rückhaltebecken unterhalb von Sadisdorf wurde neu aufgebaut, erweitert und als Löschwasserreserve gestaltet. Außerdem verhindert es, dass bei Hochwasser der Bahndamm oder die Bundesstraße überschwemmt werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Brücke ersetzt einen zu engen Durchlass

Ein zweiter, völliger Neubau ist die Brücke im Unterdorf am sogenannten Kreuzplatz. Hier war früher der Bach umgeleitet, um eine Mühle anzutreiben. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall. Jetzt bekam er sein ursprüngliches Bett zurück und fließt durch eine wesentlich größere Brücke, wo er früher nur einen engen Durchlass hatte. Der hatte schon bei mittleren Regenfällen das Wasser nicht mehr fassen können. Dieser Ausbau hat 820.000 Euro gekostet.

Unter dem Dorfplatz ist jetzt genug Raum für Hochwasser

Für das Ortsbild prägend ist der neue Platz in der Ortsmitte am Landmarkt. „Vorher hatte Sadisdorf ja keinen Dorfplatz“, sagt Ortsvorsteher Mirko Geißler. Jetzt wurde der Bach unterirdisch in einem rechteckigen Kanal geleitet. Der ist so groß berechnet, dass er für ein Hochwasser ausreicht, wie es im Durchschnitt alle hundert Jahre vorkommt. Darüber ist eine Freifläche entstanden, die als Parkplätze dienen kann für die Besucher des Landmarkts und auch als Platz für das Dorf, um sich zu treffen. Dieses Vorhaben hat 820.000 Euro gekostet. Es ist nicht nur ein Gewinn für den Hochwasserschutz, sondern für das ganze Dorfleben.

Zufrieden wie es geworden ist

Der Ochsenbach ist durch den gesamten Ort so ausgebaut worden, dass er das „hundertjährige Hochwasser“ bewältigen kann, ohne weitere Schäden im Ort anzurichten. Es gab auch in Einzelfällen Diskussionen mit den Anliegern über das Projekt. „Aber insgesamt sind wir zufrieden, wie es gelaufen ist und was jetzt geworden ist“, sagt der Ortsvorsteher.

Weiterführende Artikel

Die Dippser Hochwasser-Manager

Die Dippser Hochwasser-Manager

Die Flut 2013 hinterließ über 160 Baustellen. Ein Team koordiniert Bauarbeiten im Umfang von 30 Millionen Euro.

Wobei es aber noch Ecken gibt, wo bei ungünstigen Regenfällen Wasser von den Feldern fließen und auch an einzelnen Häuser Schaden anrichten kann. Aber dafür sind noch im Rahmen der ländlichen Neuordnung vorbeugende Maßnahmen geplant, wie Geißler informiert.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde