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Proteste gegen Impfbus in Dipps

Am Glückauf-Gymnasium gab es ein Impfangebot, das sich vor allem an Schüler richtet. Zu Beginn der Aktion beschimpften Impfgegner die Mitarbeiter.

Tagsüber war es ruhig um den Impfbus, der am Montag in Dipps am Sportpark stand. In der Frühe hatte es Proteste gegen die Aktion gegeben.
Tagsüber war es ruhig um den Impfbus, der am Montag in Dipps am Sportpark stand. In der Frühe hatte es Proteste gegen die Aktion gegeben. © Karl-Ludwig Oberthür

Am Montag stand der Impfbus des Kreisverbands Pirna des Deutschen Roten Kreuzes auf dem Parkplatz vor dem Sportpark Dippoldiswalde. Eigentlich war eine Impfaktion im Glückauf-Gymnasium vorgesehen. Doch wegen der Proteste hat Schulleiter Volker Hegewald eine andere Lösung gefunden.

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Die Auseinandersetzung nicht in die Schule tragen

Denn es gibt auch unter den Eltern des Gymnasiums welche, die eine Impfung ablehnen. „Ich wollte nicht, dass diese Auseinandersetzung in die Schule getragen wird“, sagt Schulleiter Volker Hegewald. Und er fand einen salomonischen Ausweg. Er fragte beim Roten Kreuz nach, ob ein Impfbus zur Verfügung stünde. Der hatte am Montag freie Kapazitäten und wurde also nach Dippoldiswalde beordert. So gab es keine Impfung in der Schule, sondern neben der Schule.

Als die Polizei kam, verschwanden die Impfgegner

Die Auseinandersetzung wurde damit nicht vermieden, aber sie fand nicht im Gymnasium statt. Vier Menschen hat die Polizei im Bereich des Impfbusses am Montagmorgen festgestellt, die als Impfkritiker eingeschätzt wurden, wie die Polizei mitteilte. Die vier bemerkten die Polizisten und entfernten sich ohne polizeiliche Intervention vom Ort.

Die Besatzung des Impfbusses wurde zu Beginn ihres Einsatzes allerdings drastisch beschimpft. „Das haben wir selbst geklärt und keine Anzeige erstattet“, sagte Dr. V. M. Wegen der auch persönlichen Angriffe auf ihn wünscht der Impfarzt keine Veröffentlichung seines Namens. Er sagte jedoch, dass er mit der Teilnahme in Dippoldiswalde sehr zufrieden sein im Vergleich zu anderen Orten, wo er auch geimpft hat.

Polizei sieht regelmäßig nach dem Rechten

Die Polizei war schon im Vorfeld im Einsatz, um den Impfbus zu sichern. Im Laufe des Tages ist immer wieder ein Streifenwagen an den Sportpark gekommen, um bei der Impfaktion nach dem Rechten zu sehen.

Der Einsatz des Impfbusses gehört zu den freiwilligen Impfangeboten, welche das Sächsische Kultusministerium seit vergangener Woche macht, wie Ralf-Thomas Schiebel von der Pressestelle des Ministeriums informierte. Dippoldiswalde war wegen seiner Lage als Station für die Impfaktion ausgesucht worden. Hier sollte vor allem für Menschen in ländlichen Raum ein Angebot gemacht werden, die nicht so ohne Weiteres ein Impfzentrum erreichen können.

Das Dippser Angebot war nicht nur für das Gymnasium bestimmt, sondern auch für die Oberschulen in der Umgebung, weil auch dort Kinder ab zwölf Jahren unterrichtet werden, für die eine Impfung möglich ist. Ähnlich war das ja schon im vergangenen Schuljahr organisiert worden, als hier ein Testzentrum für Schüler im Sportpark arbeitete.

Ganze Familie nutzt die Impfmöglichkeit

Das Echo am Gymnasium auf das Impfangebot war zurückhaltend. „Wir hatten eine Box am Eingang aufgestellt. Wo Interessenten einen Zettel einwerfen konnten. Da waren fünf oder sechs Zettel drin“, sagt Hegewald. So reichte für die Schüler des Gymnasiums ein Zeitfenster von einer Stunde von 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr. Danach kamen die Oberschulen an die Reihe. Familie Waldschmidt nutzte die Möglichkeit. Mutter Anja Waldschmidt aus Dippoldiswalde hatte sich mit ihren vier Kindern über die Oberschule am Pfortenberg angemeldet und kam nach der Impfung aus dem Bus, um sich mit ihnen im Vorraum des Sportparks eine Viertelstunde auszuruhen. „Ich bin froh, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben“, sagt die Mutter. Ihr Sohn Tim ergänzt: „Ich freue mich darauf, dass ich jetzt keinen Test mehr machen muss.“

Impfeinsatz ist eine Gemeinschaftsaktion

Eine Frau nutzte ebenfalls die Möglichkeit, sich nach einer überstandenen Infektion mit Covid-19 komplett impfen zu lassen. Sie hat Urlaubspläne und will nun sichergehen, damit sie an der Grenze keine Probleme bekommt.

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Der Impfeinsatz war eine Gemeinschaftsaktion. Die Schule hatte ihn organisiert, das Rote Kreuz das medizinische Personal und den Impfbus gestellt, und Helfer des Arbeitersamariterbunds haben sich um den Ablauf gekümmert und schließlich die Impfbestätigungen ausgestellt. Sie waren allerdings komplett enttäuscht, als sie im Sportpark eine Pizza kaufen wollen und sofort wieder vor die Tür geschickt wurden, als sie sich als die Helfer vom Impfbus vorstellten. Der Impfarzt lässt sich davon nicht verdrießen. „Wir packen das“, sagt er.

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