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Osterzgebirge: Der letzte Winter war teuer

So schön die weiße Landschaft war. Die Verantwortlichen für den Winterdienst haben geschwitzt, auch jetzt noch, wenn sie die Kosten sehen.

Schneeräumen auf dem Marktplatz in Dippoldiswalde. Im vergangenen Winter war das häufiger der Fall als in anderen Wintern mit entsprechenden Mehrkosten.
Schneeräumen auf dem Marktplatz in Dippoldiswalde. Im vergangenen Winter war das häufiger der Fall als in anderen Wintern mit entsprechenden Mehrkosten. © Egbert Kamprath

Der vergangene Winter war wieder einmal ein richtiger Winter mit ordentlich Schnee, der die Erzgebirgslandschaft in idyllisches Weiß gehüllt hat. Aber dieses Vergnügen war nicht zum Nulltarif zu haben. Dies zeigt sich, wenn Kommunen wie Dippoldiswalde oder Klingenberg jetzt die Kosten für den Winterdienst abrechnen.

Dipps hatte fast 100.000 Euro Mehrausgaben

Die Konsequenzen für den Stadtsäckel von Dippoldiswalde legte Bauhofleiter Thomas Quinger dem Stadtrat auf dessen jüngster Sitzung dar. Für Winterdienstleistungen hat die Stadt rund 208.000 Euro ausgegeben, 67.000 Euro mehr als geplant. Für Streustoffe, also Splitt und Salz, hat Dippoldiswalde 57.000 Euro bezahlt, fast 26.000 Euro mehr als geplant.

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Deutlich höhere Kosten auch in Klingenberg

Ähnlich sieht das in der Gemeinde Klingenberg aus. Dort hat die Gemeinde im Winter 2020/21 rund 21.500 Euro für Streusalz ausgegeben, doppelt so viel wie im Winter 2019/20. Damals hatten 10.400 Euro genügt. Die privaten Dienstleister, die im Auftrag der Gemeinde für das Räumen und Streuen zuständig sind, haben rund 45.000 Euro abgerechnet. Im Winter zuvor waren es gerade mal 8.400 Euro, wie Carlo Schütze, der Amtsleiter Finanzen in Klingenberg informierte.

Markante Unterschiede je nach Höhenlage

Quinger rechnet für Dippoldiswalde vor, dass sein Bauhof und die beauftragten Firmen im vergangenen Winter an 96 Tagen aktiv werden mussten und dabei 128 Einsätze gefahren haben. Im Schnitt der drei vorherigen Winter mussten die Bauhofleute nur an 69 Tagen ausrücken und hatten 85 Einsätze.

Im Dippser Stadtgebiet sind dabei deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Während in den tieferen Lagen wie Seifersdorf auf einer Höhe von 285 Metern über dem Meeresspiegel weniger Winterdienst anfällt, liegt Schönfeld auf einer Höhe von 710 Meter und macht in seiner Gebirgslage entsprechend mehr Arbeit, um den Verkehr am Laufen zu halten.

Dieser Sommer wird auch nicht billig

Wenn zu viel Schnee fällt, reicht das klassische Räumen und Streuen nicht mehr aus. Dann muss Schnee abgefahren werden. Die Innenstadt von Dippoldiswalde und das Ortszentrum von Schmiedeberg sind zu eng, um dort die weiße Pracht einfach liegenzulassen. Auch von den Bushaltestellen muss der Schnee abgefahren werden, damit die Passagiere sicher warten, ein- und aussteigen können. Auch das kostet extra.

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Die zusätzlichen Kosten muss der Bauhof Dippoldiswalde aus seinem Budget tragen. Aber hier sind die Reserven nicht so groß, weil auch die Sommerarbeiten aufwendig sind. Dieses Jahr wächst das Gras gut. Also muss der Bauhof mehr davon entsorgen. Auch hat die Stadt mit zunehmendem Fremdmüll in ihren Anlagen zu kämpfen, was zusätzliche Kosten für die Müllentsorgung zur Folge hat. Sollte also im Bauhof-Budget das Geld nicht reichen, müsste ein Zuschuss aus dem allgemeinen Stadtsäckel kommen. Momentan ist das noch nicht genau abzusehen. Aber Quinger hat in seiner Information die Stadträte schon einmal darauf vorbereitet, dass es dazu kommen kann.

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