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Wasser in Sicht für sieben Brunnendörfer

Mehrere Projekte für die Erschließung von ganzen Dörfern mit einer öffentlichen Wasserleitung sind in Arbeit. Aber damit ist das Problem noch lange nicht gelöst.

Kaum noch Wasser stand vergangenen Sommer in diesem Hausbrunnen im Klingenberger Ortsteil Röthenbach.
Kaum noch Wasser stand vergangenen Sommer in diesem Hausbrunnen im Klingenberger Ortsteil Röthenbach. © Egbert Kamprath

In den Glashütter Ortsteilen Dittersdorf und Johnsbach haben die Arbeiten für die Verlegung neuer Trinkwasserleitungen begonnen. Wie in diesen Zeiten nicht anders zu erwarten, gab es Probleme mit Corona. Bei einer Baufirma sind ein Polier und ein Meister wegen Corona zeitweise ausgefallen. Aber es geht dennoch voran.

In Johnsbach handelt es sich um eine Investition in Höhe von 1,3 Millionen Euro, in Dittersdorf um eine Summe von 2,9 Millionen. Beide sollen dieses Jahr abgeschlossen werden. Wenn dann wieder eine längere Trockenperiode kommt, müssen die Hausbesitzer nicht mehr mit bangem Blick in ihre Brunnen schauen, in denen der Wasserstand sinkt.

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14 Millionen Euro sind möglich, reichen aber nicht

Die Planung für weitere fünf Brunnenorte geht ebenfalls voran. Die Wasserversorgung Weißeritzgruppe hat in ihrem Investitionsplan für die Jahre 2021 und 2022 rund 2,3 Millionen Euro für Friedersdorf, 3,4 Millionen für Röthenbach und 2,8 Millionen für Pretzschendorf vorgesehen, alle drei sind Ortsteile von Klingenberg. 557.000 Euro sind für den Wilsdruffer Ortsteil Herzogswalde eingeplant. 705.000 Euro wird es kosten, 19 Häuser in Niederpöbel mit Trinkwasser zu erschließen, das zum Dippoldiswalder Stadtgebiet gehört.

„Damit sind wir dann nach unseren derzeitigen Möglichkeiten am Ende der Erschließung“, sagt Frank Kukuczka, Geschäftsführer der Weißeritzgruppe. Diese erste Runde beim Anschluss der Brunnendörfer an die öffentliche Wasserversorgung kostet rund 14 Millionen Euro.

Die nächste Runde überfordert die Weißeritzregion

Kukuczka hat auf seinem Computer aber eine Datei mit weiteren Namen. Das sind die Brunnendörfer, wo es ebenfalls in den vergangenen trockenen Sommer Probleme gab, wo aber bei den derzeitigen Finanzierungsmöglichkeiten die Kosten für eine Erschließung zu hoch sind. Für diese zweite Runde müsste die Wasserversorgung zwischen 33 und 34 Millionen Euro aufbringen, um Wasserleitungen und Hausanschlüsse zu legen.

Es geht dabei um die Altenberger Ortsteile Löwenhain, Fürstenwalde, Fürstenau, Rehefeld und einen Teil von Waldbärenburg. Weiter haben in Glashütte die Ortsteile Börnchen und Neudörfel noch keinen öffentlichen Wasseranschluss. In Oelsa, das zu Rabenau gehört, müsste noch ein Strang gebaut werden. Mohorn bei Wilsdruff benötigt einen Anschluss und Hermsdorf im Erzgebirge.

Aber die Kosten sind so hoch, dass sie auf die Wasserpreise in der gesamten Weißeritzregion umgelegt werden müssten. „Das ist rechtlich nicht haltbar“, sagt Kukuczka. Das hat er sich von Fachleuten in Gutachten noch einmal bestätigen lassen. Andererseits ist eine sichere Trinkwasserversorgung für die weitere Entwicklung der betroffenen Orte notwendig.

Freistaat Sachsen ist gefordert

Frank Kukuczka geht davon aus, dass dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, für die der Freistaat Sachsen einstehen müsste. Entsprechend müsste die Landesregierung eine großzügigere Förderung anbieten als die aktuellen 65 Prozent. Gerade oben im Kammgebiet des Osterzgebirges erwarten viele Einwohner auch Solidarität aus Dresden.

So weist der Bürgermeister von Hermsdorf im Erzgebirge, Andreas Liebscher (Fremdenverkehrsverein), darauf hin, dass sein Ort im Trinkwasserschutzgebiet für die Talsperren Lehnmühle und Klingenberg liegt, die zwei Drittel des Dresdner Trinkwassers liefern. Das bringt Einschränkungen und Kosten für die Einwohner mit sich.

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Auch ist das Kammgebiet als Hochwasserentstehungsgebiet eingestuft, was ebenfalls Einschränkungen zur Folge hat, um den Flutschutz für die Flussanlieger weiter unten zu sichern, nicht zuletzt für die Landeshauptstadt. Hier seien noch weitere Verhandlungen erforderlich.

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