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Explosive Mischung in der Dippser Heide

Wenn es in dem Waldgebiet brennt, kommen zwei Gefahren zusammen: das Feuer und alte Munition. Es gibt jetzt zwei Ansätze, das Risiko zu senken.

Diese Granaten wurden in der Dippser Heide gefunden und unschädlich gemacht. Das wird noch ausgeweitet.
Diese Granaten wurden in der Dippser Heide gefunden und unschädlich gemacht. Das wird noch ausgeweitet. © Egbert Kamprath

Die Suche nach Überresten vom Weltkriegsmunition in der Dippoldiswalder Heide wird verstärkt. Das ist ein Ergebnis einer Videokonferenz zur Brandbekämpfung in dem Waldgebiet, die Landrat Michael Geisler (CDU) vergangene Woche organisiert hatte. Damit soll die zusätzliche Explosionsgefahr, die für Feuerwehrleute und Nachbarn durch die Munition besteht, verringert werden.

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Seit Jahren laufen in dem Waldgebiet Suchaktionen nach Überresten von Granaten, Minen und anderer Munition aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Nun ist dieser Wald zwar nach Dippoldiswalde benannt, liegt aber im Wesentlichen auf Karsdorfer Flur und gehört somit zum Stadtgebiet von Rabenau. Daher sind bei Waldbränden sowohl die Feuerwehren aus Dipps und Rabenau im Einsatz.

Innen- und Umweltminister sind auch gefordert

Wenn es zu Gefahrensituationen kommt, bei denen beispielsweise Wohnhäuser geräumt werden müssen, sind Dippser Ortsteile genauso wie Rabenauer betroffen. Daher haben sich die Dippser Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) und ihr Rabenauer Kollege Thomas Paul (CDU) an den Landrat gewandt. Der hat nun auch den sächsischen Innenminister sowie den Umweltminister, den Landespolizeipräsident, das Polizeiverwaltungsamt und den Staatsbetrieb Sachsenforst mit in eine Online-Konferenz geholt, um sich über die schwierige Situation in der Dippser Heide zu verständigen.

In der Dippser Heide kommt es immer wieder mal zu Waldbränden. Dabei gilt dann eigentlich die Regel, dass 1.000 Meter Abstand einzuhalten sind. Feuerwehrleute und Anwohner dürften nicht näher an die Brandstellen. Wollte die Feuerwehr das einhalten, kann sie nicht direkt eingreifen. Sie kann aber auch nicht warten, bis so ein Feuer von selbst erlöscht. Zugleich müssten die Behörden betroffene Ortslagen wie Malter, Karsdorf oder Oelsa räumen, Straßen wie die B170 sperren oder den Betrieb auf der Weißeritztalbahn stoppen.

Defensive Brandbekämpfung ohne Gefahr für Menschen

Damit diese Gefahr verringert wird, müssen alle Flächen, auch die, welche bisher nicht in Betracht gekommen sind, auf Kampfmittel untersucht werden, informierte das Landratsamt über ein Ergebnis der Videokonferenz. Dann muss vom Rand der Heide her die restliche Munition beseitigt werden. „Damit soll erreicht werden, dass Evakuierungen im Brandfall nicht mehr erforderlich sind“, teilt das Landratsamt mit.

Für die Einsatzkräfte müssen technische Lösungen gefunden werden, auch innerhalb der 1.000-Meter-Zone löschen zu können. Dafür werden sich Fachleute erneut treffen, um Details zu besprechen, informierte Armin Groß, Stadtwehrleiter von Rabenau. Dort wird beraten, welche Technik dafür angeboten wird und was für die Dippser Heide geeignet wäre. Beispielsweise gibt es Lösungen, die ähnlich funktionieren wie Beregnungsanlagen, nur mit deutlich mehr Wasser und Druck. Wenn die aufgestellt sind, könnten sie selbständig funktionieren, ohne dass sich Menschen in den Gefahrenbereich begeben. Fachleute sprechen dabei von defensiver Waldbrandbekämpfung.

Suche wird ausgeweitet auf Privat- und Kommunalwald

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Darüber hinaus wird die Suche nach Fundmunition sofort weitergehen, sobald es das Wetter zulässt. Die wird noch ausgeweitet auf Waldgebiete, die nicht dem Freistaat Sachsen gehören, sondern Privatbesitzern oder den Kommunen. Die Städte Dippoldiswalde und Rabenau werden eine Informationsveranstaltung für die Waldeigentümer organisieren.

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