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Millionen für alte Wasserrohre

Der Investitionsplan der Wasserversorgung Weißeritzgruppe sieht die Auswechslung alter Leitungen vor. Warum auch neuere Leitungen oft schon fällig sind.

Die Schilder am Rand des Heidewegs in Dippoldiswalde weisen auf die Wasserleitung im Boden hin, ein gusseisernes Rohr aus dem Jahr 1925. Das braucht eine Erneuerung.
Die Schilder am Rand des Heidewegs in Dippoldiswalde weisen auf die Wasserleitung im Boden hin, ein gusseisernes Rohr aus dem Jahr 1925. Das braucht eine Erneuerung. © Egbert Kamprath

In Dippoldiswalde liegt eine gusseiserne Wasserleitung vom Heideweg über die Niedertorstraße zur Technikumallee, die bald hundert Jahre alt wird. 1925 wurde sie verlegt, und jetzt nach 95 Jahren ist es an der Zeit, diese eineinhalb Kilometer Rohr auszuwechseln. Es ist eines der größten Investitionsvorhaben, das die Wasserversorgung Weißeritzgruppe dieses Jahr in Angriff nehmen will. 523.000 Euro sind dafür eingeplant. Im Haushalt des Trinkwasserversorgers, der Mitte Dezember 2020 beschlossen wurde, sind in diesem und im kommenden Jahr jeweils rund vier Millionen Euro für derartige Investitionen vorgesehen.

In erster Linie geht es um das Auswechseln alter Leitungen. Denn verschlissene Leitungen nicht auszuwechseln, kostet ebenfalls Geld. Erstens kann dadurch Wasser verlorengehen, das vorher zu Trinkwasser aufbereitet worden ist. Zweitens kostet jeder Rohrbruch Geld für die Reparatur. „Im Schnitt 3.000 bis 5.000 Euro“, nennt Frank Kukuczka, Geschäftsführer der Wasserversorgung, einen Erfahrungswert. Die Leitungen, die jetzt gewechselt werden müssen, stammen entweder aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts oder aus der späten DDR-Zeit. So liegt im Klingenberger Ortsteil Ruppendorf eine Stahlleitung aus dem Jahr 1925, die für rund 430.000 Euro erneuert werden soll.

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Warum nach 40 Jahren schon ein Wechsel nötig ist

In Tharandt ist eine Stahlleitung aus den Jahren 1910 bis 1930 zur Auswechslung vorgesehen. In Glashütte liegt eine Stahlleitung von 1930 und eine neuere Leitung von 1980, die ebenfalls erneuert werden sollen. Normalerweise sind 40 Jahre noch kein Alter für eine Wasserleitung. Aber wegen des Materialmangels sind in den späten Jahren der DDR viele Leitungen nicht regelgerecht verlegt worden, teilweise auch ungeeignete Rohre eingesetzt worden. „Manchmal wurden sie nicht richtig eingesandet“, erzählt Kukuczka. Normalerweise wird eine Leitung in der Erde in ein Sandbett gelegt. Denn auch unterirdisch herrscht Bewegung. Wenn eine Leitung in Sand liegt, passiert dabei nichts. Wenn sie aber an Steine stößt, reiben die an der Leitung und im Laufe der Jahre wird sie dabei durchgescheuert. So gibt es Leitungen, beispielsweise eine in Klingenberg im Siedlungsweg und der Straße des Friedens, die erst 1978 verlegt wurde, aber jetzt schon alle paar Jahre einen Rohrschaden hat. Auch sie ist zur Auswechslung vorgesehen für rund 290.000 Euro.

Reparaturen an den Wasserwerken

Neben ihren Rohrleitungen, die insgesamt rund 1.200 Kilometer lang sind, besitzt die Wasserversorgung Weißeritzgruppe auch die beiden Wasserwerke in Altenberg und Klingenberg, sowie Pumpwerke und Hochbehälter. Auch hier muss das Unternehmen laufend alte Technik erneuern oder modernisieren. Beispielsweise gibt es in beiden Wasserwerken Chemikalienumschlagplätze, wo die Betriebsmittel ausgeladen werden, die für den Betrieb notwendig sind. „Das sind wasserdichte Wannen. Die werden für 206.000 Euro erneuert“, sagt Kukuczka.

In den Räumen der Wasserwerke ist die Luft automatisch immer feucht. Das lässt sich in einem solchen Betrieb nicht vermeiden, ist aber schädlich für die Technik, die dort arbeitet. Deswegen sind dort Luftentfeuchter eingesetzt, die dieses Jahr sowohl in Klingenberg als auch in Altenberg ausgewechselt werden müssen, was mit 206.000 Euro eingeplant ist.

Bevor die Wasserversorgung ihre Investitionen plant, fragt sie alle Gemeinden, ob es dort Pläne gibt für Straßen- oder Brückenbauten, bei denen die Wasserleitungen betroffen sind, eventuell sogar in einem Zug mit ausgewechselt werden könnten. Jedoch lässt sich so etwas nicht immer exakt vorhersagen. Deswegen hat die Wasserversorgung noch eine Reserve eingeplant von rund 250.000 Euro, um auch reagieren zu können, wenn sie unvorhergesehen aktiv werden muss.

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