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Mühsamer Weg zu Bauland auf zwei Dörfern

Es gibt viele schöne Baumöglichkeiten auf den Dörfern rings um Dipps. Aber davor müssen rechtliche Hürden beseitigt werden.

Auf dieser Wiese am Ortsrand von Reinberg will eine Familie neu bauen.
Auf dieser Wiese am Ortsrand von Reinberg will eine Familie neu bauen. © Egbert Kamprath

In dem Dippoldiswalder Ortsteil Reinberg will eine Familie auf dem Grundstück der Eltern ein Einfamilienhaus errichten. Das Problem liegt nur darin, dass die Fläche am nördlichen Ortsrand von Reinberg liegt und somit baurechtlich im Außenbereich. Dieser Fall lag dem Stadtrat Dippoldiswalde auf seiner Sitzung am Mittwoch vor, und ein zweiter ähnlicher in Ammelsdorf.

In beiden Fällen müssen die Bauherren sich um eine sogenannte Ergänzungssatzung kümmern, die den Ortsbereich erweitert, sodass die Bauflächen künftig auch dazugehören. Die Entwürfe dafür liegen jetzt vor und wurden vom Stadtrat gebilligt, sodass sie jetzt öffentlich ausgelegt werden können. In Reinberg muss der Bauherr sich um eine Reihe von Ausgleichsmaßnahmen kümmern, die sozusagen den Verlust für die Natur durch den geplanten Hausbau in anderer Form wieder wettmachen. So muss er neue Obstbäume pflanzen, damit die Streuobstwiese auf dem Grundstück auch in Zukunft erhalten bleibt. Auf einem Nachbargrundstück muss er eine neue Obstwiese und eine Feldhecke anlegen und pflegen.

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Die Natur bekommt auch ein Stück Grün zurück, indem eine 130 Quadratmeter große betonierte Fläche entsiegelt wird. Der Beton mitsamt Unterbau mus entfernt werden, der Untergrund gelockert und darauf eine dauerhafte Grünfläche angelegt werden. Auch wurde die Baufläche daraufhin untersucht, ob hier geschützte Tiere oder Pflanzen leben.

In Ammelsdorf ist die Situation ähnlich. Hier geht es um ein Grundstück, das am Ortsrand direkt an der Straße in Richtung Schönfeld unterhalb der Bowlingbahn von Ammelsdorf liegt. Auch hier geht es darum, dass für den Eingriff in die Natur Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben werden. Neue Laubbäume sollen gepflanzt werden, um damit eine Baumreihe zu gestalten sowie Obstbäume.

Der Planer Hans-Joachim Bothe hat sich auch einen Steinrücken in der Nähe angesehen, der zum Biotop der „Lesesteinwälle bei Ammelsdorf“ gehört und eingetragen ist. Er liegt rund 15 Meter von den geplanten Häusern entfernt, wird also durch das Vorhaben nicht beeinträchtigt.

Der Baubeigeordnete Peter Antoniewski erklärte das Vorhaben im Stadtrat, der den Entwurf der Satzung bestätigt. Auch diese wird nun öffentlich ausgelegt und wenn sie danach beschlossen ist, entsteht hier in Ammelsdorf Baurecht für ein oder zwei Einfamilienhäuser. Dippoldiswalde hat relativ häufig solche Situationen, bei denen Baumöglichkeiten in den Dörfern bestehen, die aber rechtlich dem Außenbereich zugeordnet sind.

Das hängt mit der Politik in den 1990er-Jahren zusammen, damals ist im Abwasserverband Talsperre Malter versucht worden, den Innenbereich möglichst eng zu fassen. Das hat seinerzeit den Vorteil gehabt, dass die Abwasserbeiträge nicht so hoch wurden. Diese sind nur für den Innenbereich angefallen.

Heute ist es aber oft für die Orte ein Entwicklungshindernis, wenn junge Familien aus dem Ort oder Zuzügler gerne irgendwo bauen wollen, aber die Fläche eben zum Außenbereich gehört, wo nur in Ausnahmefällen eine Bebauung erlaubt ist. Dann bleibt nur das aufwendige Verfahren mit einer neuen Satzung, wie es die Bauherren in Ammelsdorf und Reinberg jetzt gehen müssen.

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