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Neue Stromtankstelle in Hermsdorf/E.

Hermsdorf/E. könnte auch "Hermsdorf elektrisch" bedeuten. Auf jeden Fall stärkt die Gemeinde mit Sachsen Energie das dünne Netz von Ladesäulen im Erzgebirge.

Gunnar Schneider von Sachsen Energie übergibt in Hermsdorf/E. die neue Ladesäule und einen Elektro-Golf an Bürgermeister Andreas Liebscher.
Gunnar Schneider von Sachsen Energie übergibt in Hermsdorf/E. die neue Ladesäule und einen Elektro-Golf an Bürgermeister Andreas Liebscher. © Egbert Kamprath

Direkt an der Gemeindeverwaltung in Hermsdorf/Erzgebirge steht seit dieser Woche eine Tankstelle für Elektroautos. Eine Ladesäule mit zwei Ladepunkten ermöglicht in der Gemeinde das Aufladen von Elektroautos.

Elektroautos gewinnen rasant an Boden

Hermsdorf setzt damit auch auf den Trend hin zur Elektromobilität, der überall in der Region zu spüren ist. Am Sonntag hat Opel in Freital sein Konzeptfahrzeug für den Manta GSE vorgestellt. Das Kultauto der 1970er- und 80er-Jahre soll in wenigen Jahren mit Elektroantrieb eine Neuauflage erleben. Ein Autohersteller nach dem anderen kündigt an, wann er auf die Stromer umsteigen will.

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Die Zulassungszahlen für die E-Autos im Landkreis sind zwar noch gering, 775 Stück rollen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Im vergangenen Jahr waren es gerade mal 299, vor zwei Jahren noch 208.

Doch dieses Jahr bekam diese Technik Schwung. Im ersten Halbjahr 2021 kamen 210 weitere neue Elektrofahrzeuge zu. Darunter sind auch immer mehr Motorräder mit Elektroantrieb, insgesamt 37 Stück. Das ist im Gesamtfeld von 209.830 Fahrzeugen, die am 30. Juni 2021 beim Landratsamt registriert waren, eine Randerscheinung, aber eine die rasant an Boden gewinnt.

Gemeinde gibt Platz, Sachsen Energie stellt Ladesäule

Die kleine Gemeinde Hermsdorf oben im Osterzgebirge tut das Ihre dazu. Am Dienstag hat Gunnar Schneider, bei Sachsen Energie für den Vertrieb bei den Gemeinden zuständig, die neue Säule an Bürgermeister Andreas Liebscher (Fremdenverkehrsverein) übergeben. Sachsen Energie arbeitet hier wie auch in anderen Orten mit den Kommunen zusammen. Der Stromversorger errichtet und betreibt die Säulen. Die Städte und Gemeinden stellen den Platz dafür zur Verfügung.

Andreas Liebscher berichtet, dass Hermsdorf schon 2018 einmal angefragt hat, ob die Enso, das Vorgängerunternehmen von Sachsen Energie, nicht eine Ladesäule im Ort aufstellen will. Es hat noch etwas gedauert. Für eine solche Stromtankstelle muss ja auch immer eine Leitung gelegt werden.

Das erste Elektroauto in der Gemeinde

Den ersten Kunden hat die neue Ladesäule auch schon. Es ist der Bürgermeister selbst. Die Gemeinde hat bei Sachsen Energie einen E-Golf geleast. Damit werden die Mitarbeiter künftig ihre dienstlichen Wege zurücklegen. „Meines Wissens ist das das erste Elektrofahrzeug in der Gemeinde“, sagt Liebscher. Der ehrenamtliche Bürgermeister betreibt eine Pension. Dort hatte er schon einmal Gäste mit einem Elektrofahrzeug. „Die konnten dann bei mir aufladen. Ich habe einen Kraftanschluss“, sagt er. Nun ist er gespannt, wie die Kraftfahrer, egal ob Einheimische oder Gäste, das Angebot an der neuen Ladesäule annehmen.

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Im oberen Osterzgebirge sind die öffentlichen Lademöglichkeiten noch selten. Die nächstgelegenen Ladesäulen von Hermsdorf aus stehen in Altenberg und Olbernhau. Sachsen Energie baut sein Netz aber weiter aus. So sind in der Region neue Ladesäulen in Kreischa und Bad Gottleuba in Vorbereitung, informierte Gunnar Schneider.

Trotz des Elektro-Booms bleibt es in Hermsdorf/E. aber beim traditionellen Ortsnamen. Die Abkürzung E bedeutet weiterhin "Erzgebirge" und nicht "Elektrisch".

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