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Dipps: Nur eine Mini-Pizzeria für die Parksäle?

Ein Ingenieurbüro hat sein Konzept vorgestellt. Das sorgt im Stadtrat für Unruhe. Die Trennung von Saal und Gaststätte überzeugt nicht.

Dieses Archivfoto zeigt Ingolf Nücklich von der Industrievermessung Dresden, der vor einem Jahr das Gebäude der Parksäle vermessen hat. Das war Grundlage für die Planung, die jetzt heftig diskutiert wird.
Dieses Archivfoto zeigt Ingolf Nücklich von der Industrievermessung Dresden, der vor einem Jahr das Gebäude der Parksäle vermessen hat. Das war Grundlage für die Planung, die jetzt heftig diskutiert wird. © Egbert Kamprath

Eine Diskussion über die Parksäle war auf der jüngsten Stadtratssitzung in Dippoldiswalde gar nicht geplant. Die Umbaupläne zur Gaststätte Parksäle standen nicht auf der Tagesordnung, aber sie machen vielen Stadträten Sorgen. Die Pläne sind vorher den Abgeordneten im Technischen Ausschuss vorgestellt worden und haben danach noch große Unruhe erzeugt.

Zukunft der Gaststätte hängt in der Luft

Es geht um die Gaststätte im Kulturzentrum Parksäle, die seit über zwei Jahren leer steht, seitdem der langjährige Wirt Horst Wagner Ende 2018 in den Ruhestand gegangen ist und den Pachtvertrag beendet hat. Er hatte in den gepachteten Räumen eine beliebte Gaststätte etabliert und auch die Veranstaltungen in den Sälen des Kulturzentrums versorgt. Das Angebot reichte von Kaffee und Kuchen beim Tanztee bis zum Büffet für Abendveranstaltungen.

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Seitdem hängt die Zukunft der Gastwirtschaft in der Luft. Nun hat ein Vertreter des Ingenieurbüros Klingauf den Mitgliedern des Technischen Ausschusses ein Konzept vorgestellt unter dem Titel „Brandschutztechnische Sanierung“. Dabei ist eine Abtrennung der Gaststätte vom Saal hin vorgesehen. Die Durchreichen zum Saal hin sollen dabei zugemauert und die Küche auf rund 40 Quadratmeter deutlich verkleinert werden. Dort sollen dann Garderobe und Toiletten für die Gaststätte ihren Platz finden. Bisher nutzen ihre Gäste auch die Kulturzentrums-Toiletten mit.

Eine andere Variante wäre, dass weiterhin die Kulturhaus-Toiletten auch für die Gaststätte nutzbar wären. Das bringt aber zusätzlichen Abstimmungsbedarf zwischen Wirt und Kulturhaus über solche Fragen wie Versicherung und Reinigung.

Grüne fordern ein komplettes Nutzungskonzept

Grit Bormann (Grüne) forderte im Stadtrat, erst ein Nutzungskonzept für den gesamten Komplex auszuarbeiten, ehe die Stadt jetzt Geld für einen Teilumbau ausgibt. Zum Kulturzentrum gehören mehrere Bereiche. Im Obergeschoss befinden sich die ehemaligen Räume der Musikschule. Diese sind seit Jahren gesperrt, weil der Brandschutz nicht ausreicht. Im Nebenflügel sind die Finanz- und Bauverwaltung der Stadt untergebracht. Diese werden aber nach dem geplanten Bau eines technischen Rathauses dort einziehen. Und für die Gaststätte sucht Dipps auch einen neuen Pächter.

Zweifel, ob die Größe der Küche ausreicht

Auch der Dippoldiswalder Ortsvorsteher Dirk Massi, der vor der Wende selbst einmal für die Gaststätte in den Parksälen verantwortlich war, lehnte die jetzt vorgelegten Planungen ab. Damit wäre eine Bewirtschaftung des Saals durch die Gaststätte nicht mehr möglich. „Die Küche hat dafür eine viel zu kleine Fläche. Das wäre völlig undenkbar“, sagt Massi, der einst auch eine Ausbildung zum Koch und Gaststättenleiter absolviert hat. Er forderte die Stadtverwaltung auf, noch einmal zu überdenken, wie die Gaststätte mit ihrer vollen Funktion erhalten werden kann.

Stadtverwaltung nimmt Kritik an der Planung auf

Auch Hans-Jürgen Czwink (Unabhängige Bürger) kritisierte die geplante Verkleinerung der Küche. „Will man nur eine kleine Pizzeria für die Parksäle oder die Gastronomie für ein Kulturzentrum, die auch Veranstaltungen versorgen kann?“, fragte er.

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Die Stadtverwaltung will die Kritik an der vorgelegten Planung aufnehmen. „Aufgrund der Wortmeldungen der Stadträte werden wir verwaltungsintern die weitere Verfahrensweise zum Brandschutzkonzept Kulturzentrum Parksäle und Gaststätte besprechen“, teilte Linda Knetsch, Büroleiterin von Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU), mit.

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