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Im Landkreis SOE sind Schulen zu klein

Viele Gemeinden hoffen auf mehr Einwohner. Doch den Familien müssen sie auch etwas bieten. Oberschulplätze etwa, aber die werden im Raum Freital knapp.

Für die Oberschule in Wilsdruff gibt es zwar aktuelle Anbaupläne. Aber die reichen nicht, um den Bedarf der Nachbargemeinden von Dresden zu decken.
Für die Oberschule in Wilsdruff gibt es zwar aktuelle Anbaupläne. Aber die reichen nicht, um den Bedarf der Nachbargemeinden von Dresden zu decken. © Andreas Weihs

Im Speckgürtel von Dresden, vor allem in Wilsdruff, Bannewitz, Freital oder Tharandt, gibt es akute Probleme zu lösen, damit die Kinder in der Region auch die nächsten zehn Jahre ordentlich zur Schule gehen können. Die Kommunen rechnen in den kommenden Jahren mit einem Einwohnerzuwachs. Junge Familien sind dabei immer gerngesehen. Für deren Kinder müssen dann auch Schulangebote geschaffen werden. Auch im Raum Heidenau, in Klingenberg und in Dippoldiswalde wird eine leicht angespannte Lage erwartet.

Angespannte Lage im Speckgürtel von Dresden

Dies geht aus dem aktuellen Entwurf des Schulnetzplans hervor, den das Landratsamt ausgearbeitet hat. Das rund 800-seitige Papier beleuchtet die Situation der Grund-, Ober- und Förderschulen sowie der Gymnasien. 175 Seiten davon sind allein den 20 staatlichen und drei privaten Oberschulen gewidmet. Um die geht es auch in diesem Artikel. Hier gilt: In der Nachbarschaft zu Dresden ist die Lage angespannt, weiter weg von der Landeshauptstadt wird es ruhiger.

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Kreischa muss auch Plätze für Klinikkinder bieten

Kreischa gehört auch zum Speckgürtel von Dresden. Aber hier zeichnet sich eine Entspannung durch den geplanten Neubau der Grundschule ab. Dadurch werden Kapazitäten frei, welche die Gemeinde für ihre Oberschule nutzen kann. Wegen der Bavaria-Klinik benötigt die Gemeinde auch mehr Schulplätze. Immer wieder sind Eltern in Kreischa in Behandlung, deren Kinder in dieser Zeit hier die Schule besuchen. Der Schulnetzplan geht von bis zu zehn „Klinikkindern“ aus.

Akute Probleme in Bannewitz und Wilsdruff abzusehen

Im Raum Wilsdruff-Freital-Bannewitz zeichnet sich ein akutes Problem ab. Das wirkt sich noch in die Nachbargemeinden Tharandt und Klingenberg mit aus und in den Landkreis Meißen und Dresden. Die Oberschule Wilsdruff ist dreizügig ausgelegt. Aber bis 2030 werden Schülerzahlen erwartet, nach denen eine vier- bis fünfzügige Schule erforderlich wäre.

Nun ist zwar ein Anbau geplant in Wilsdruff für 3,5 Millionen Euro, mit dem die Stadt die Dreizügigkeit bis 2024 sicherstellen will. Dazu sollen drei Klassenräume sowie ein großes Lehrerzimmer geschaffen werden. Um die Schule barrierefrei zu machen, soll ein Aufzug installiert werden. Der Schulnetzplan kommt zu dem Schluss, dass Wilsdruff auf Dauer eine vierzügige Oberschule benötigt.

Freital als Mittelzentrum muss den Nachbarn helfen

Ähnlich groß ist die Herausforderung in Bannewitz. Die Oberschule ist jetzt zweizügig ausgelegt. Hier wäre eine Erweiterung auf eine dreizügige Schule notwendig, heißt es im Entwurf des Schulnetzplans. Sollte diese Erweiterung nicht kommen, müsste Freital den Bedarf decken. Als Mittelzentrum muss die Stadt auch Schüler aus dem Umland aufnehmen, steht ausdrücklich in dem Papier des Landratsamts.

Freital käme für sich alleine hin mit seinen Oberschulen. Die Geschwister-Scholl-Oberschule wird ausgebaut, sodass sie dreizügig ist. Auch an der Lessingschule beginnt dieses Jahr der Anbau. Dann wird aus der zweizügigen eine dreizügige Oberschule. So wäre Freital für seine eigenen Kinder gut aufgestellt. Aber die Stadt hat eben noch die Verantwortung für das Umland.

Containerlösung in Pirna

In Pirna sind die Gauß- und die Goethe-Oberschule zweizügig ausgelegt. Die erwarteten Schülerzahlen erfordern aber dreizügige Schulen. Die Pestalozzi-Oberschule ist dreizügig, und das reicht für die Schülerzahlen auch aus. Zeitweise werden in der Stadt mehr Schüler erwartet, als Plätze vorhanden sind. Dann sieht der Schulnetzplan eine Containerlösung vor. In Heidenau ist die Lage etwas gespannter. Die dreizügige Goethe-Oberschule stößt im Schuljahr 2024/25 an Grenzen. Dann müsste voraussichtlich eine vierte Klasse aufgemacht werden.

Erweiterungen in Dippoldiswalde und Klingenberg

Die Anspannung aus dem Dresdner Umland setzt sich auch in weiter entfernten Schulen fort. Die Oberschule in Dippoldiswalde ist bisher zweieinhalbzügig. Das heißt, in einem Jahr ist Platz für drei Klassen, dann wieder nur für zwei. Aber Dipps braucht nach den erwarteten Schülerzahlen regelmäßig drei Klassen. Hier muss die Stadt über eine Erweiterung nachdenken.

Ähnliche Überlegungen gibt es in Klingenberg. Dorthin gehen auch Schüler aus dem Tharandter Gebiet. Die Schule ist bei ihrer Sanierung 2009 zweieinhalbzügig ausgelegt worden. Aber die kommenden Jahre werden immer genug Schüler erwartet, um drei Klassen zu füllen, im Schuljahr 2023/24 sogar vier Klassen. Hier ist zum einen eine Containerlösung im Gespräch, zum anderen wird auch aus Richtung Tharandt und Klingenberg über ein Umlenken nach Freital nachgedacht.

Weiter weg von Dresden reichen die Schulplätze aus

In den Regionen, die weiter entfernt von der Landeshauptstadt sind, reichen die vorhandenen Oberschulen gut aus. Neustadt und Sebnitz gelten als gut aufgestellt. In Bad Gottleuba, Berggießhübel, Königstein, Stolpen und Pirna besteht nach den aktuellen Zahlen auch „kein Handlungsbedarf“. Die Oberschulen Geising in Altenberg und Schmiedeberg in Dippoldiswalde reichen die kommenden Jahre aus.

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Jetzt wird an diesen Plan noch weiter gearbeitet. Voraussichtlich im Oktober will ihn die Verwaltung dem Kreistag zum Beschluss vorlegen. Das wäre dann mit erheblicher Verspätung. Ursprünglich war dafür schon ein Termin im vergangenen Jahr vorgesehen.

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