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Preise für Tierheim Freital steigen

Neun Kommunen geben ihre Fundtiere in das Heim auf dem Windberg. Doch dieser Service ist nicht zum Nulltarif zu haben. Klingenberg hat neu darüber entschieden.

Das Tierheim Freital aus der Luft gesehen. Fundtiere aus neun Städten und Gemeinden werden hier betreut. Doch das kostet auch etwas.
Das Tierheim Freital aus der Luft gesehen. Fundtiere aus neun Städten und Gemeinden werden hier betreut. Doch das kostet auch etwas. © Egbert Kamprath

Seit zehn Jahren gibt die Gemeinde Klingenberg ihre Fundtiere ins Tierheim Freital. Dafür bezahlte die Gemeinde seit 2016 einen Kostenbeitrag von einem Euro pro Einwohner. Doch dabei wird es jetzt nicht mehr bleiben.

Eine eigene Tierbetreuung lohnt sich nicht

Klingenberg hat im vergangenen Jahr 6.831 Euro an den Tierschutzverein Freital und Umgebung überwiesen, der das Heim betreibt. Der Tierschutzverein übernimmt dafür wilde Katzen aus dem Gemeindegebiet und kümmert sich um ihre Kastration. Außerdem übernimmt er Fundtiere, holt sie kostenfrei ab und betreut sie. Entweder finden sie zu ihren Besitzern zurück oder sie werden an neue Eigentümer vermittelt. Das kann aber auch manchmal lange dauern. Eigentlich ist dies eine Aufgabe der Gemeinde. Aber das lohnt sich nicht, dafür eine eigene Tierstation einzurichten. „Bei uns geht es um sechs bis acht Katzen im Jahr“, sagt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg).

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Ganz kommt Klingenberg dem Verein nicht entgegen

Daher hat Klingenberg, wie auch acht andere Kommunen, einen Vertrag mit dem Tierschutzverein Freital geschlossen. Insgesamt geben neun Kommunen ihre Fundtiere nach Freital, darunter die Städte Glashütte, Rabenau, Tharandt, Freital und Freiberg. Allerdings hat sich im vergangenen Jahr der Tierschutzverein an seine Vertragspartner gewandt und dargelegt, dass er mit höheren Kosten arbeiten muss. Futterpreise, Tierarztrechnungen oder Lohnkosten sind alle gestiegen. Deswegen hat der Verein seine finanzielle Situation offengelegt und eine Erhöhung der Pro-Kopf-Pauschale vorgeschlagen. "Wenn wir die Fundtiere selbst betreuen müssten, hätten wir ganz andere Kosten", sagt Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach. Insofern hat er Verständnis für die Argumentation des Vereins. Ganz kam er den Freitalern aber nicht entgegen.

Nach drei Jahren wird neu verhandelt

Die neue Kosten-Regelung sollte für die nächsten acht Jahre festgelegt werden mit regelmäßigen Steigerungen, war der Wunsch des Vereins. Das hätte ihm langfristig Planungssicherheit gegeben. Doch damit ging die Gemeinde Klingenberg nicht mit. Der Zeitraum sei zu weitreichend. Aber für drei Jahre gestand Klingenberg dem Tierschutzverein eine Erhöhung zu. Der Verwaltungsausschuss beschloss auf seiner jüngsten Sitzung , dass Klingenberg in diesem Jahr 1,20 pro Kopf bezahlt, 2022 1,30 Euro und im Jahr 2023 1,35 Euro, wie der Bürgermeister informiert. Für die folgenden Jahre müsste der Verein seine finanzielle Situation wieder offenlegen, dann könnten die Zuschüsse neu festgelegt werden, stellt die Gemeinde in ihrem Beschlusstext in Aussicht.

Häufiger Wechsel der Tierheime

Die Finanzierung der Tierheime war schon immer eine knifflige Frage, die seit Jahren immer wieder dazu führt, dass Kommunen auch zu anderen Tierheimen wechseln. So hat beispielsweise Dippoldiswalde 2014 den Vertrag mit dem Tierschutzverein Dippoldiswalde und seinem Tierheim in Reichstädt nicht verlängert. Für zwei Jahre kamen die Dippser Fundtiere nach Freital, bevor die dortigen Kosten den Dippsern zu hoch wurden. 2016 wechselte die Stadt zum Tierheim Freiberg, mit dem sie seitdem zusammenarbeitet. Die Stadt Freiberg selbst wiederum lässt ihre Fundtiere in Freital betreuen.

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