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Quarantäne wegen Geflügelpest bleibt

Weitere Wildvögel hatten im Landkreis SOE den Virus. Bei anderen laufen die Untersuchungen noch.

Es wird Frühling und auch Gänse, Hühner und andere Federtiere würden gerne wieder ins Freie gehen. Aber die Gefahr der Geflügelpest ist noch zu groß.
Es wird Frühling und auch Gänse, Hühner und andere Federtiere würden gerne wieder ins Freie gehen. Aber die Gefahr der Geflügelpest ist noch zu groß. © Klaus-Dieter Brühl

Vor einem Monat ist das Urteil gefallen: Das gesamte Geflügel im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge muss in seinen Ställen bleiben. Ausgangspunkt war eine tote Stockente, die Anfang Februar an der Malter gefunden wurde. Bei ihr wurde das Geflügelpestvirus HPAI H5N8 nachgewiesen, und sofort erließ das Landratsamt seine Anordnung.

Geflügelhalter wollen wissen, wie es weitergeht.

Nun werden die Geflügelhalter langsam unruhig. Eckhard Geißler im Klingenberger Ortsteil Beerwalde will endlich wissen, wann diese Quarantäne endet. „Jetzt wird es Frühjahr, da will ich die Hühner doch wieder rauslassen“, sagt er. „Aber niemand sagt etwas, wann das wieder möglich ist.“

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Sächsische.de fragte im Landratsamt bei Benita Plischke, der Leiterin des Veterinäramtes, nach. Sie macht allerdings den Geflügelhaltern im Landkreis wenig Hoffnung. „Momentan ist leider noch nicht abzuschätzen, wann die Aufstallungspflicht für Geflügel wieder aufgehoben werden kann. Wir verstehen die Ungeduld der Geflügelhalter, die Ihre Tiere gerne bei dem schönen Wetter das erste saftige Grün abweiden lassen wollen“, antwortet sie.

Wasservögel fliegen weit und können das Virus verbreiten

Die Gefahr geht vor allem von den Wasservögeln aus. Auch ihnen sind die jungen Pflanzen als Nahrungsquelle willkommen. „Die jungen Triebe werden gerne von Wasservögeln beweidet“, sagt die Amtstierärztin. Um aber an das leckere Grün zu kommen, fliegen die Wildvögel weitere Strecken und bleiben nicht in Gewässernähe. Sie sind jetzt auch an entfernten Rast-, Ruhe- und Weideplätzen zu finden.

Plischke nennt Beispiele: „Zwei mit HPAI H8N5 positiv bestätigte Funde im Landkreis waren mehr als vier Kilometer voneinander entfernt. Die Distanz vom zweiten Fund zum nächsten großen Gewässer betrug fast drei Kilometer.“

Es gab schon weitere Fälle im Landkreis

Deswegen gehören nach Einschätzung des Veterinäramtes nicht nur die unmittelbaren Umgebungen der großen Wasserflächen zu den ansteckungsverdächtigen Gebieten, sondern der gesamte Landkreis. Das Amt folgt damit auch dem Friedrich-Löffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems. Dieses schätzt das Risiko, dass sich die Geflügelpest unter den Wasservögeln ausbreitet und davon dann Nutztiere in Geflügelhaltungen oder Zoos angesteckt werden, als hoch ein.

Wenn die Geflügelpest in einem Nutztierbestand ausbricht, würde das die Keulung des Bestandes und weitere Restriktionen zur Folge haben, warnt das Landratsamt. Um diese Gefahr so niedrig wie möglich zu halten, bleibt derzeit die Stallpflicht bestehen.

Es gab auch schon weitere Wildvogelfunde im Landkreis. Ob diese angesteckt waren, wird derzeit noch in der Landesuntersuchungsanstalt geklärt. „Die Ergebnisse stehen bislang aus“, teilt das Landratsamt mit.

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