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39 verschiedene Blicke auf Dippoldiswalde

Die Stadt Dippoldiswalde arbeitet an einem Entwicklungskonzept, hält es aber noch geheim. Sächsische.de informiert trotzdem schon darüber.

Ein ungewöhnlicher Blick auf den Dippser Markt. Er zeigt einen Teil der denkmalgeschützten Innenstadt. Mit ihr beschäftigt sich das Stadtentwicklungskonzept intensiv.
Ein ungewöhnlicher Blick auf den Dippser Markt. Er zeigt einen Teil der denkmalgeschützten Innenstadt. Mit ihr beschäftigt sich das Stadtentwicklungskonzept intensiv. © Frank Baldauf

Zuletzt hat die Stadt Dippoldiswalde im Jahr 2002 ein städtebauliches Entwicklungskonzept aufgestellt. Dann hat sie 2012 noch einmal Anlauf zu einer Überarbeitung genommen, die Arbeiten aber wieder gestoppt, weil die Eingemeindung von Schmiedeberg bevorstand. 2015 hat sie das Projekt noch einmal angepackt, dann blieb es wieder jahrelang liegen. Jetzt soll es aber dieses Jahr noch fertiggestellt werden.

Wie weit sind die Arbeiten daran?

Jetzt hat die Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, die von Dippoldiswalde mit dem Konzept beauftragt wurde, ihre Endfassung vorgelegt. Die ist jetzt mit den Ortsvorstehern diskutiert und abgestimmt worden, wie die Dippser Pressesprecherin Linda Knetsch informierte. In den nächsten Wochen wird das Konzept in seine endgültige Fassung gebracht.

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Die Stadtverwaltung hält das Konzept momentan noch geheim. „Eine Einsichtnahme in die Unterlagen ist derzeit nicht möglich“, teilt Knetsch mit. Sächsische.de liegt es dennoch vor und informiert darüber. Auch wenn der Plan der Stadtverwaltung vorsah, dieses erst zur Stadtratssitzung im Oktober öffentlich vorzustellen und dann aber auch gleich beschließen zu lassen.

Wer braucht so ein Konzept?

Wenn die Stadt in den vergangenen Jahren Fördergelder beantragt hat, haben die Behörden öfter ein Entwicklungskonzept als Voraussetzung gefordert, und Dipps konnte nur mit dem alten Papier aus 2002 dienen. Das soll sich ändern. „Dieser Aufforderung wollen wir zukünftig gerne nachkommen“, teilt Knetsch mit.

Immer wieder muss die Stadt Entscheidungen treffen, die sich über Jahrzehnte auswirken. Aktuell geht es beispielsweise um die Ansiedlung neuer Märkte an der B 170. Da wäre es hilfreich, wenn die Stadt einen langfristigen Plan hätte, und nicht immer nur gerade für den aktuellen Moment eine Entscheidung trifft.

Die Gebäude der ehemaligen Hydraulik sind nicht die einzigen Sorgenkinder, die im Stadtgebiet stehen. Auch diese sind ein Thema für das Stadtentwicklungskonzept.
Die Gebäude der ehemaligen Hydraulik sind nicht die einzigen Sorgenkinder, die im Stadtgebiet stehen. Auch diese sind ein Thema für das Stadtentwicklungskonzept. © Karl-Ludwig Oberthür
Die Talsperre Malter ist der touristische Schwerpunkt im Dippser Stadtgebiet. Seine Weiterentwicklung ist auch eine Aufgabe der Stadtentwicklung.
Die Talsperre Malter ist der touristische Schwerpunkt im Dippser Stadtgebiet. Seine Weiterentwicklung ist auch eine Aufgabe der Stadtentwicklung. © Karl-Ludwig Oberthuer
Große Teile des Dippser Stadtgebiets gehören zum ländlichen Raum, der eigene Ideen für seine weitere Entwicklung benötigt. Hier fährt ein Heuwender bei Hennersdorf.
Große Teile des Dippser Stadtgebiets gehören zum ländlichen Raum, der eigene Ideen für seine weitere Entwicklung benötigt. Hier fährt ein Heuwender bei Hennersdorf. © Egbert Kamprath

Welche Felder bearbeitet das Konzept?

Es geht um vier große Komplexe. Einer ist die städtebauliche Weiterentwicklung des Stadtkerns von Dippoldiswalde, der denkmalgeschützt ist, und des Ortskerns von Schmiedeberg. Beim nächsten geht es um den Umgang mit einzelnen Gebäuden, die Wiederbelebung von leerstehenden Wohnungen und Geschäften oder von Höfen auf dem Land. Der dritte Komplex ist der Ausbau der touristischen Funktionen im Stadtgebiet und der vierte die ländliche Entwicklung in den Ortsteilen.

Wie gehen die Planer vor?

Die Stadt hat zwei Umfragen gemacht, die jetzt in das Entwicklungskonzept einfließen. Zuerst gab es eine allgemeine Bürgerumfrage, darauf folgte eine Unternehmerbefragung, die sich vor allem um Wirtschaftsthemen drehte. Diese wurden ausgewertet und fließen in das Entwicklungskonzept mit ein.

Die Autoren des Konzepts betrachten dann das gesamte Stadtgebiet unter fachlichen Aspekten. Es geht dabei um neun verschiedene Themen. Es beginnt beim Städtebau, führt weiter über Wohnen, Wirtschaft, Verkehr, Umwelt, Freizeit, Bildung und Soziales bis zu Finanzen. Weiter haben sie das gesamte Stadtgebiet im Detail vor Ort betrachtet und es dazu in 39 sogenannte Strategiegebiete aufgeteilt, auf die sie jeweils einen eigenen Blick geworfen haben.

Was sind die Strategiegebiete?

In vielen Fällen sind es einfach die Ortsteile, wenn diese nicht zu groß sind und homogen genug sind. Beispiele dafür sind Ammelsdorf, Sadisdorf oder Ulberndorf. Andere Ortsteile, in denen es unterschiedliche Bereiche gibt, werden noch einmal unterteilt. Das beste Beispiel dafür ist die Kernstadt, zu der sieben Strategiegebiete gehören. Dies sind das Gebiet am Heidehof; die nördliche Kernstadt; die nördliche Stadt außerhalb des Kerns; die östliche Kernstadt; der Stadtkern; das Gebiet südlich der Kernstadt und das Gebiet entlang von Weißeritz und Bahnstrecke.

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