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Neue Turnhalle Schmiedeberg geht in Betrieb

Das Bauvorhaben beschäftigt die Gemeinde Schmiedeberg und die Stadt Dipps seit Jahren. Zur Einweihung gab es ein Duell Rathaus gegen Schule.

Philipp Querner, OB Kerstin Körner und Jana Gerisch vom Rathausteam besiegten die Zehntklässler der Oberschule Schmiedeberg knapp im Volleyballduell zur Eröffnung der neuen Turnhalle.
Philipp Querner, OB Kerstin Körner und Jana Gerisch vom Rathausteam besiegten die Zehntklässler der Oberschule Schmiedeberg knapp im Volleyballduell zur Eröffnung der neuen Turnhalle. © Egbert Kamprath

Das war gleich eine Überraschung zur Eröffnung der neuen Turnhalle in Schmiedeberg. Die Stadtverwaltung schlug in einem Volleyballspiel die Vertretung aus den 10. Klassen der Oberschule, wenn auch knapp im Tiebreak. Die Schüler haben trotzdem Grund zur Freude.

Das erste Spiel in der neuen Halle

Denn das war das erste Spiel in der neuen Turnhalle in Schmiedeberg, die jetzt in Betrieb geht. Nach den Ferien haben die Schüler der Oberschule zwar fünf Minuten Weg zur Sporthalle, aber dafür eine neue Einfeld-Halle auf dem modernsten Stand. Am Mittwoch haben die Bauverantwortlichen von der Stadt den Bau an die Oberschule und die SG Stahl Schmiedeberg übergeben.

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Sieben Bürgermeister waren damit befasst

Damit ist ein Projekt abgeschlossen, mit dem sich die Gemeinde Schmiedeberg und die Stadt Dippoldiswalde die letzten 15 Jahre herumgeschlagen haben. Sieben Bürgermeister haben sich in Schmiedeberg und Dippoldiswalde damit befasst. Die alte Halle, direkt neben der Oberschule, ist rund hundert Jahre alt und konnte zuletzt nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung genutzt werden. Jetzt kann die Schule Sport unter besten Bedingungen unterrichten. „Wir werden auch Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag anbieten, wahrscheinlich Volleyball und Allgemeinsport“, sagt Schulleiterin Katrin Jungnickel.

Außerhalb der Unterrichtszeiten werden verschiedene Gruppen der SG Stahl Schmiedeberg in der Halle aktiv. „Tischtennis, Volleyball, Frauengymnastik, Faustball und die Fußballer mit dem Hallentraining“, zählt der SG-Vorsitzende Andreas Mannschatz auf. Für den Vereinssport bekam die Halle auch einen Vereinsraum und jeweils zwei Umkleideräume für Frauen und Männer. So können sich bei einem Turnier beispielsweise zwei Mannschaften vorbereiten, während zwei auf dem Feld stehen.

Gute Ergänzung für den Gießerei-Sportpark

Damit ergänzt die Turnhalle auch die Anlagen des Gießerei-Sportparks mit Laufbahn, Kunstrasenplatz, Tennisplatz und der Schießanlage. Sie steht jetzt nicht mehr wie die alte Turnhalle direkt neben der Schule, sondern 500 Meter entfernt davon auf dem bisherigen Hartplatz am Stadion. Das hat zwei Vorteile und einen Nachteil. Vorteil eins ist, dass die Sportanlagen in Schmiedeberg jetzt eine Einheit bilden. Vorteil zwei ist, dass nach dem geplanten Abriss der alten Halle auf dem Schulgelände mehr Platz ist. Und der Nachteil sind die fünf Minuten Weg, den die Schüler jetzt vor und nach dem Sportunterricht zurücklegen müssen.

Schulleiterin Katrin Jungnickel (v.l.), OB Kerstin Körner und Andreas Mannschatz, Gießereichef und Vorsitzender der SG Stahl Schmiedeberg, bei der Schlüsselübergabe für die neue Turnhalle.
Schulleiterin Katrin Jungnickel (v.l.), OB Kerstin Körner und Andreas Mannschatz, Gießereichef und Vorsitzender der SG Stahl Schmiedeberg, bei der Schlüsselübergabe für die neue Turnhalle. © Egbert Kamprath
Aus der Vogelperspektive zeigt die Kamera schön, wie sich die Turnhalle in die Anlagen des Gießerei-Sportparks in Schmiedeberg einfügt.
Aus der Vogelperspektive zeigt die Kamera schön, wie sich die Turnhalle in die Anlagen des Gießerei-Sportparks in Schmiedeberg einfügt. © Egbert Kamprath
Die neue Turnhalle erfüllt nicht nur die Anforderungen an eine Einfeld-Halle für den Schulunterricht. Sie hat auch einen Vereinsraum und zusätzliche Umkleideräume für Veranstaltungen im Rahmen des Vereinssports.
Die neue Turnhalle erfüllt nicht nur die Anforderungen an eine Einfeld-Halle für den Schulunterricht. Sie hat auch einen Vereinsraum und zusätzliche Umkleideräume für Veranstaltungen im Rahmen des Vereinssports. © Egbert Kamprath

Nach jahrelangem Planen, Umplanen und Verhandeln wegen der Finanzierung hat der Bau 2020 begonnen, und ist gleich auf Schwierigkeiten gestoßen. Der Baugrund war nicht so solide, wie von den Planern angenommen. Es handelt sich stattdessen um Sand aus der Gießerei. Das brachte den ersten Bauverzug. Doch danach lief die Baustelle gut. Beim Richtfest waren die Verantwortlichen schon übermütig und hofften auf eine Fertigstellung diesen Sommer. Doch Verzögerungen durch Corona, beispielsweise konnten tschechische Mitarbeiter von Firmen zeitweise nicht einreisen, und Lieferprobleme ließen das nicht zu. Zuletzt war die Halle zwar fertig, aber an den Außenanlagen arbeiteten noch die Bagger. Da legte die Schulleiterin ihr Veto ein, weil sie Bedenken wegen der Sicherheit der Kinder hatte. Nach den Herbstferien kann es aber losgehen.

Jetzt liegen noch nicht alle Schlussrechnungen vor, aber Simone Ullrich-Braune, die Bauverantwortliche in der Stadt Dipps, geht von 2,4 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Das ist mehr, als vor Baubeginn geschätzt wurde. Damals war von 2,1 Millionen die Rede. Dipps bekommt eine Million Euro gefördert.

Ausgewiesene Volleyballerinnen in der Rathaus-Mannschaft

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Zur offiziellen Halleneröffnung gab es ein überraschend spannendes Duell. Ein Volleyballspiel gegen die Stadtverwaltung Dipps, das hatten sich die Zehntklässler aus der Oberschule Schmiedeberg sicher einfacher vorgestellt. Aber dort trafen sie nicht auf ältere Beamte, sondern auf ausgewiesene Volleyballerinnen. Jana Gerisch beispielsweise, die im Dippser Rathaus die Stadtratssitzungen vorbereitet, spielte einst für den Dresdner SC in der Bundesliga. Philipp Querner aus dem Verkehrsamt ist Freizeitfußballer und für alle Ballsportarten zu haben. Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) war jahrelang Spielerin beim TuS Dippoldiswalde. Für ihr Team stand es nach zwei Sätzen Unentschieden gegen das jugendliche Schulteam. Der Tiebreak ging schließlich an die Rathaus-Mannschaft. Die neue Sporthalle aber geht an die Schüler und Sportler in Schmiedeberg.

Der Weg zur Turnhalle

Im Juni 2007 gab es erste Pläne für den Neubau einer Turnhalle in Schmiedeberg. Damals hoffte Schmiedebergs Bürgermeister Karl-Günter Schneider (CDU) auf einen Neubau bis 2010.

2009 war das Projekt zusammen mit der Sanierung der Mittelschule im Haushalt der Gemeinde enthalten. Danach wurden allerdings neue Anforderungen zu Energieeinsparungen in die Förderbedingungen aufgenommen, sodass das komplette Vorhaben deutlich teurer wurde. Anstatt 4,5 Millionen Euro sollte es nun 6 Millionen kosten.

2013 standen Fördergelder für das Projekt in Aussicht. Das Büro Ipro hat die Planung vorangetrieben. Doch dieser Förderantrag verlief im Sande.

2017 hat die Stadt Dippoldiswalde, zu der Schmiedeberg zwischenzeitlich eingemeindet worden war, die Planung noch einmal überarbeitet. Dabei bekam die Turnhalle auch einen völlig neuen Platz. Sie sollte jetzt am Sportplatz gebaut werden, nicht mehr direkt am Schulgebäude.

2018 kam dann die Zusage für die Förderung. Die Stadt erhielt demnach 920 000 Euro Zuschuss für den Hallenbau.

2020 im Februar begannen die Bauarbeiten und schnell stießen die Bauleute auf ein Problem. Der Baugrund war Gießereisand. Sie mussten ein anderes Fundament einbauen, was gleich einmal eine Verteuerung um 42.000 Euro gebracht hat.

2020 im September wurde Richtfest gefeiert. So bekam der Bau rechtzeitig sein Dach und über den Winter konnte der Innenausbau vorangehen.

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