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Wasser steht elf Meter hoch im Pöbeltal

Der Pöbelbach oberhalb von Schmiedeberg wird angestaut. Das ist der entscheidende Test für ein 50-Millionen-Bauwerk.

Ehsan Amani ist bei der Landestalsperrenverwaltung für die Stauanlagen im oberen Elbtal verantwortlich. Hinter ihm ist der Stausee für den Probestau des neuen Damms im Pöbeltal zu sehen.
Ehsan Amani ist bei der Landestalsperrenverwaltung für die Stauanlagen im oberen Elbtal verantwortlich. Hinter ihm ist der Stausee für den Probestau des neuen Damms im Pöbeltal zu sehen. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Probestau am neuen Damm im Pöbeltal oberhalb von Schmiedeberg geht voran. Am Montagmittag stand das Wasser dort gut elf Meter hoch, wie Birgit Lange informierte. Sie ist als Betriebsleiterin bei der Landestalsperrenverwaltung für die Flüsse und Talsperren im oberen Elbtal verantwortlich. Der Zufluss durch den Pöbelbach ist mit dem einsetzenden Tauwetter so weit angestiegen, dass das Schmelzwasser für einen kompletten Probestau ausreichen sollte.

17 Meter Wasserstand sind das große Ziel

Die Verantwortlichen der Landestalsperrenverwaltung haben sich zwei Ziele gesetzt. Optimal wäre, wenn sie eine Stauhöhe von 17 Metern erreichen könnten. Das wären drei Viertel eines Vollstaus und wäre auch ein echter Test für den Damm und die technische Ausrüstung. Das Mindeste, was die Staumeister anstreben, wäre eine Wasserhöhe von 14 Metern. Das müsste aber bis Mitte dieser Woche zu erreichen sein, wenn der Pöbelbach weiterhin so gut fließt wie am Montag. Da strömten 440 Liter pro Sekunde zu, deutlich mehr als am Sonntag. Da waren es erst 380 Liter pro Sekunde, wie Birgit Lange mitteilte. Je mehr die Temperaturen steigen, desto mehr Schnee schmilzt, und in den höheren Lages des Erzgebirges liegt schon noch etwas.

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Messwerte liegen alle im grünen Bereich

Seit Beginn des Probestaus verfolgen die Mitarbeiter eine Vielzahl von Messwerten. Der Grundwasserspiegel wird überwacht, Sickerwasser gemessen, technische Abläufe getestet. Am Montagvormittag traf sich die Probestaukommission und analysierte die vorliegenden Werte. „Sie sind alle im zulässigen Bereich“, stellte Lange fest.

Auch dass Wasser in dem Spalt neben der Stahlplatte, welche den Straßendurchlass abdichtet, durchdrückt, sei unproblematisch, erläutert Lange. Wenn der Wasserspiegel weiter steigt und damit der Druck gegen das Sperrwerk steigt, wird sich diese Öffnung noch besser schließen.

Straßensperrung noch bis nächste Woche

Wie der Probestau weiter verläuft, wird am Mittwoch entschieden. Dann betrachten die Verantwortlichen die Wetterprognosen und die erhofften Zuflusswerte. Wenn es gut läuft und die Chance besteht, die angestrebten 17 Meter Stauhöhe zu erreichen, geht es weiter. Das dauert dann aber voraussichtlich bis 1. März. Und auch wenn danach das Wasser wieder abgelassen wird, müssen sich die Autofahrer noch auf einige Tage Sperrung der Straße im Pöbeltal einstellen. Erstens muss der Stauraum aufgeräumt werden, zweitens muss das Wasser auch aus dem Untergrund der Straße heraussickern, sonst wird der instabil.

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