merken
PLUS Dippoldiswalde

Hennersdorf will auch Nutzen vom Windrad

Wenn schon eine neue Windanlage nicht zu verhindern ist, dann will der Ort wenigstens etwas von den Ausgleichmaßnahmen haben.

Hier ist der Bau eines neuen Windkraftwerks östlich von Hennersdorf geplant, höher als die bisherigen, aber auch weiter vom Dorf entfernt.
Hier ist der Bau eines neuen Windkraftwerks östlich von Hennersdorf geplant, höher als die bisherigen, aber auch weiter vom Dorf entfernt. © Egbert Kamprath

Angesichts der Rechtslage und des aktuellen Regionalplans im Elbtal und im Osterzgebirge gibt es wohl keine Chancen, neue und größere Windanlagen zwischen Hennersdorf und Sadisdorf zu verhindern. Aber die Anwohner wollen davon nicht nur die Belastung haben, sondern auch wenigstens einen kleinen Vorteil. Das legte Hennersdorfs Ortsvorsteher Henry Krenz (Freie Wähler) auf der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Hennersdorf dar.

Anzeige
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig

Die Berufsakademie (BA) Sachsen in Riesa und Leipzig lädt Studieninteressierte am 13. März 2021 zum digitalen Tag der offenen Tür mit Praxispartnern ein.

In erster Linie ging es ihm darum, dass der Ort direkt Nutzen hat von den sogenannten Ausgleichsmaßnahmen. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben, wenn irgendwo ein Eingriff in die Natur erfolgt, muss dafür an anderer Stelle ein Ausgleich zugunsten der Natur geleistet werden auf Kosten des jeweiligen Bauherren.

Sechs Vorhaben direkt fürs Dorf vorgeschlagen

Bei der Planung für die Windkraftanlage, welche die Firma Sabowind aus Freiberg östlich von Hennersdorf errichten will, ist vorgesehen, zum Ausgleich eine Senke bei Obernaundorf aufzuforsten, die dem Sachsenforst gehört. Wo diese genau liegt, haben die Ortschaftsräte nicht näher genannt bekommen. Damit sind die Hennersdorfer nicht einverstanden. Sie wollen den Ausgleich nicht irgendwo im Wald haben, sondern direkt in ihrem Dorf etwas davon spüren.

Ortsvorsteher Krenz hat Vorschläge ausgearbeitet, die dem Ort direkt zugutekommen und fordert, dass auf diese Art ein Ausgleich geschaffen wird. Ein halbes Dutzend Maßnahmen hat er zusammengetragen. So soll im Oberdorf am Sportplatz eine winddichte Hecke gepflanzt werden. Eine Baumreihe am Ortsrand soll neu angepflanzt werden. Vorhandene Streuobstwiesen in Hennersdorf sollen erweitert werden.

In der Bepflanzung des Weges um den Ort sind Lücken entstanden, die sollen im Rahmen dieser Ausgleichsmaßnahmen geschlossen werden. Die Windanlagenbetreiber sollen den Hennersdorfern Jungbäume zur Verfügung stellen, damit sie diese auf ihren Grundstücken pflanzen können. Wer daran Interesse hat, soll sich beim Ortschaftsrat melden. Weiter sollen am Weg zum Kuhstall Anpflanzungen erfolgen. Damit würde das Ortsbild von Hennersdorf gewinnen und etwas für die Natur getan.

Beteiligung an den Erträgen gefordert

Weiter fordern die Hennersdorfer eine Beteiligung der Kommune an den Erträgen der Windanlage. Wenn diese Gelder an die Stadt Dippoldiswalde fließen, sollte diese sie gezielt in den betroffenen Ortsteilen einsetzen.

Weiterführende Artikel

Freiberger planen Riesenwindrad bei Dipps

Freiberger planen Riesenwindrad bei Dipps

Die Anlage wird über 200 Meter hoch. Der Stadtrat ist nicht begeistert und lehnt es ab. Das letzte Wort ist damit aber noch nicht gesprochen.

Außerdem kam in der Sitzung die Information, dass auch ein Antrag der WKE Windkraftelektroenergie GmbH Sadisdorf unterwegs sei, eine neue Windkraftanlage auf dem Vorranggebiet zwischen Hennersdorf und Sadisdorf zu errichten.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde