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Wie kann Dippoldiswalde evakuiert werden?

Ein Waldbrand in der Dippser Heide kommt immer mal wieder vor. Wegen der Munitionsreste in dem Gebiet ist es eine Gefahr für das ganze Umland.

Munitionsreste nach einer kontrollierten Sprengung in der Dippser Heide. Wenn so etwas unkontrolliert in die Luft geht sind die Orte im Umkreis in Gefahr.
Munitionsreste nach einer kontrollierten Sprengung in der Dippser Heide. Wenn so etwas unkontrolliert in die Luft geht sind die Orte im Umkreis in Gefahr. © Egbert Kamprath

Die Dippser Heide hat bei der Feuerwehr und den Stadtverwaltungen in Dippoldiswalde und Rabenau einen neuen Namen bekommen: Eiserner Wald. Dort liegt noch viel Eisen, und nicht nur Eisen, sondern noch scharfer Sprengstoff im Waldboden. Es handelt sich um Munition, die Ende des Zweiten Weltkriegs in dem Waldgebiet liegengeblieben ist. Vor allem bei einem Waldbrand kann das explosiv werden.

Große Unbekannte im Alarmsystem

Deswegen gibt es seit vergangenem Jahr einen eigenen Alarmplan „Waldbrand Dippoldiswalder Heide“, der die Arbeit von Feuerwehr, Polizei, Sachsenforst und den Stadtverwaltungen koordiniert. Ob dieser Plan funktioniert, haben die beteiligten Stellen jetzt bei einer Übung durchgespielt. Und das Ineinandergreifen der verschiedenen Stellen hat auch geklappt.

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Die Polizei hat mit dem Hubschrauber und das Technische Hilfswerk mit einer Drohne den möglichen Brandherd aufgespürt. Die Polizei mit ihrem Kampfmittelbeseitigungsdienst hat exakte Unterlagen, wo in dem Waldgebiet die Kriegsreste schon beseitigt sind. Aber es bleibt eine große Unbekannte in dem System: Wie wird Dippoldiswalde evakuiert?

Bis zu 4.000 Menschen leben in Gefahrenzone

Sollte tatsächlich eine der Bomben oder Granaten explodieren, könnten die Splitter Hunderte von Metern weit fliegen. Und das sind Metallteile, scharfkantig und gewichtig. Wenn die so weit fliegen, kann man sich ausrechnen, mit welcher Geschwindigkeit die unterwegs sind. Auf kurzer Strecke sind sie höchst gefährlich.

Deswegen sieht der Alarmplan auch vor, dass bei einem Waldbrand im munitionsgefährdeten Gebiet ein Umkreis von 1.000 Meter evakuiert werden soll. „Das kann in Dipps bis ans Krankenhaus heranreichen“, sagt Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Wenn so ein Gefahrenherd ungünstig liegt, können 4.000 Menschen in dem einen Kilometer Umkreis betroffen sein.

Die Orte, die unmittelbar an der Dippser Heide liegen, sind alle im Gefahrenbereich, wie etwa Malter, Oelsa oder Oberhäslich. In Dippoldiswalde sind wichtige öffentliche Einrichtungen wie das Gymnasium und der Sportpark mit erfasst.

Evakuierung bringt die Stadtverwaltung an ihre Grenzen

Wie würde eine Evakuierung dieser Gebiete laufen? Diese Frage ist in der Übung nicht endgültig beantwortet worden. Wenn es tatsächlich in einer Ecke des "Eisernen Walds" brennt, wo noch Weltkriegsmunition vermutet wird, müssten die Bewohner den Gefahrenbereich verlassen. „Eine Information wird es dann über die sozialen Medien, die Verwaltungsstäbe und die Bürgerinformations- und Warn-App des Landkreises (Biwapp) gegeben", informiert die Stadtverwaltung Dippoldiswalde.

Aber dabei gerät die Verwaltung an Grenzen. „Wir können vielleicht noch Lautsprecherwagen durch die Straßen schicken, aber nicht jeden Bürger einzeln ansprechen“, sagt Körner. Das war eine Erkenntnis aus der Übung.

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Wenn es in dem Waldgebiet brennt, kommen zwei Gefahren zusammen: das Feuer und alte Munition. Es gibt jetzt zwei Ansätze, das Risiko zu senken.

Körner und ihrem Rabenauer Bürgermeister-Kollegen Thomas Paul (CDU) geht es jetzt darum, die Anwohner schon heute über die Gefahr zu informieren. Sie bitten die Bürger, im Ernstfall ihre Häuser und Wohnungen von alleine zu verlassen, wenn sie bemerken, dass es in der Dippser Heide, im „Eisernen Wald“, brennt, oder wenn sie eine entsprechende Information erhalten. „Mit dem aktiven Mitwirken jedes Anwohners kann eine Sicherheit für jeden selbst sowie Familie und Nachbarn gewährleistet werden“, heißt es in einer Mitteilung der Städte Rabenau und Dippoldiswalde sowie des Landkreises.

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