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Wo die Gemeinde Klingenberg investiert

Feuerwehr und Schulen stehen im Vordergrund bei der Planung. Für die Wohnungssanierung sind auch neue Schulden vorgesehen.

Die Turnhalle und die Oberschule in Klingenberg sind gleich alt. Die Schule wurde aber 2008 saniert. Die Turnhalle kommt jetzt an die Reihe und soll durch einen Neubau ersetzt werden.
Die Turnhalle und die Oberschule in Klingenberg sind gleich alt. Die Schule wurde aber 2008 saniert. Die Turnhalle kommt jetzt an die Reihe und soll durch einen Neubau ersetzt werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Gemeinde Klingenberg hat ihren Haushaltsplan für die Jahre 2021 und 2022 vorgelegt. Der kommt zwar recht spät, umfasst aber dafür einen Zeitraum von zwei Jahren. Wenn dieser Plan in Kraft tritt, dann hat die Gemeinde auch freie Fahrt für ihre geplanten Investitionen und Bauvorhaben.

Schulen und Brandschutz stehen im Vordergrund

Die größte Summe investiert Klingenberg in den Breitbandausbau mit 9,3 Millionen Euro im gesamten Gemeindegebiet. Diese Summe steht zwar in den Büchern der Gemeinde, wird aber komplett gefördert. Klingenberg muss dafür also kein eigenes Geld in die Hand nehmen. Sie selbst muss auch kleinere Brötchen backen. Sie investiert vor allem in zwei Bereichen: einmal in Feuerwehr und Brandschutz sowie in die Schulen.

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Die Sanierung des Gasthofs in Obercunnersdorf ist ein großes Vorhaben der Gemeinde, das aber vor dem Abschluss steht. Hier entstehen ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Feuerwehrhaus.
Die Sanierung des Gasthofs in Obercunnersdorf ist ein großes Vorhaben der Gemeinde, das aber vor dem Abschluss steht. Hier entstehen ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Feuerwehrhaus. © Karl-Ludwig Oberthür
Die beiden bestehenden Gerätehäuser der Feuerwehr in Colmnitz sind viel zu klein. Deswegen hat die Gemeinde 1,2 Millionen Euro für einen Neubau vorgesehen.
Die beiden bestehenden Gerätehäuser der Feuerwehr in Colmnitz sind viel zu klein. Deswegen hat die Gemeinde 1,2 Millionen Euro für einen Neubau vorgesehen. © Egbert Kamprath
Hier wurde die neue Zisterne in Paulshain gebaut.. Dieses Programm für eine bessere Löschwasserversorgung in der Gemeinde Klingenberg geht weiter. Dieses Jahr ist Röthenbach an der Reihe.
Hier wurde die neue Zisterne in Paulshain gebaut.. Dieses Programm für eine bessere Löschwasserversorgung in der Gemeinde Klingenberg geht weiter. Dieses Jahr ist Röthenbach an der Reihe. © SZ/Anja Ehrhartsmann

Neues Gerätehaus für Colmnitz und Zisterne in Röthenbach

Das größte Vorhaben, das dieses Jahr noch beginnen soll, ist der Neubau des Gerätehauses für die Feuerwehr in Colmnitz. Dort gibt es zwar zwei Unterstellmöglichkeiten für die Feuerwehr, aber die sind beide zu klein. Für das neue Gerätehaus sind dieses Jahr rund 1,3 Millionen Euro vorgesehen.

Damit die Feuerwehr im Brandfall auch genug Wasser zum Löschen hat, zieht die Gemeinde ein Programm zum Neubau von Zisternen durch. In diesem Rahmen sind schon mehrere gebaut worden, und das geht weiter. Dieses Jahr sind 130.000 Euro eingeplant für den Neubau einer Löschwasserzisterne in Röthenbach. Nächstes und übernächstes Jahr sind ebenfalls jeweils 100.000 Euro dafür vorgesehen. Es liegt aber noch nicht fest, wo gebaut wird.

Das größte Bauvorhaben im Ortsteil Obercunnersdorf kommt zu einem Teil auch der Feuerwehr zugute. Diese bekommt dort Räume für 118.000 Euro. Der andere Gebäudeflügel wird Dorftreff. Hier sind keine großen Summen mehr eingeplant, weil der Großteil der Arbeiten schon gelaufen ist.

Große Pläne für Grundschule Pretzschendorf

Ein großes Projekt wird die Grundschule Pretzschendorf. Hier sind sich die Verantwortlichen noch nicht sicher, welcher Weg der Richtig ist, eine Sanierung des Gebäudes oder ein kompletter Neubau. Auf jeden Fall stellt sich die Gemeinde auf ein Großvorhaben ein. Dieses Jahr sind 194.000 Euro eingeplant, nächstes Jahr 300.000 Euro. Danach kommen aber die großen Brocken. In der mittelfristigen Planung sind sieben Millionen Euro für die Grundschule vorgesehen.

Turnhalle in Klingenberg muss erneuert werden

Auch an der Oberschule in Klingenberg muss etwas geschehen. Hier plant die Gemeinde den Neubau der Turnhalle. Dieses Jahr ist dafür eine halbe Million Euro eingeplant, nächstes Jahr dann 2,2 Millionen und im Jahr 2023 1,3 Millionen Euro. Hier gilt es aber noch einige Unwägbarkeiten zu betrachten, was die Zukunft der Oberschule angeht. Bleibt sie wie bisher 2,5-zügig, dann reicht wie bisher die Ein-Feld-Turnhalle. Sollte sie aber dreizügig ausgebaut werden, braucht sie auch eine Zwei-Feld-Halle, erklärte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg). Feststeht, dass die Halle erneuert werden muss, unabhängig von der künftigen Größe. Die Halle ist so alt wie die Schule, wurde aber nicht saniert, während die Schule 2008 generalüberholt wurde.

2,4 Millionen für Wohnungssanierung vorgesehen

Andere Bereiche, in denen Klingenberg investieren will, sind der Neubau eines Abwasserkanals im Hofweg in Ruppendorf für 265.000 Euro. In Klingenberg am Sachsenhof wird ein weiterer Block der Gemeindewohnungen von Grund auf saniert. Dieses Jahr geht es um die Bauvorbereitung. Dafür stehen 200.000 Euro bereit. 2023 sind dann 2,4 Millionen eingeplant. Der Ausbau der Bushaltestelle in Klingenberg am Wendeplatz für 100.000 Euro und die Renaturierung eines Entwässerungsgrabens in Colmnitz für 137.000 Euro sind ebenfalls geplant.

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