merken
PLUS Dippoldiswalde

Wohnbaupläne mit Blick über die Malter

Eine Reihe von Wohnungen in einer ganz besonderen Lage kann jetzt gebaut werden. Die Eigentümer verfeinern ihre Pläne gerade.

Bisher macht das geplante Wohngebiet zwischen Malter und Dippoldiswalde einen ungeordneten Eindruck. Doch jetzt sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine Neubebauung geschaffen.
Bisher macht das geplante Wohngebiet zwischen Malter und Dippoldiswalde einen ungeordneten Eindruck. Doch jetzt sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine Neubebauung geschaffen. © Egbert Kamprath

Die Lage ist einzigartig. An der Straße im Oberdorf von Malter, wo der sogenannte Plattenweg aus Richtung Dipps ankommt, liegen mehrere Grundstücke. Von diesen aus hat man einen schönen Blick über Dippoldiswalde ins Osterzgebirge und auf die Talsperre Malter. Das haben die Dippoldiswalder Unternehmer Daniel und Henry Siebeneicher auch so gesehen. Sie haben vor gut acht Jahren die Fläche gekauft mit dem Ziel, dort Wohnhäuser zu errichten. Eine erste Planung ging von zwei Mehrfamilienhäusern mit 10 Wohnungen aus sowie zwei Eigenheimen, wie Hans-Joachim Bothe den Stadtrat Dippoldiswalde informierte.

Probleme mit dem fehlenden Fußweg an der Kreisstraße

Bothe ist Spezialist für Bauleitplanung und Baurecht. Ihn haben die Eigentümer mit ins Boot geholt, weil ihr erster Versuch, auf ihrem Grundstück zu Baurecht zu kommen, nicht aufgegangen ist. Sie hatten ihr Glück mit einem einfachen Vorhabens- und Erschließungsplan versucht. Das war in den 1990er-Jahren ein gängiges Verfahren, um in den neuen Bundesländern schnell Baumöglichkeiten zu schaffen. Aber heute liegen die Ansprüche höher. Die Eigentümer mussten einen regelrechten Bebauungsplan für die rund 7.800 Quadratmeter große Fläche ausarbeiten lassen, so wie es das Baurecht schon lange vorsieht.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Dazu gehört auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit und betroffener Behörden. Die Anmerkungen, die dabei kamen, hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung abgehandelt. Albrecht Seifert aus Malter, der sich um die Erforschung der Ortsgeschichte kümmert, wies daraufhin, dass die Verkehrssituation an der neu geplanten Bebauung schwierig ist. Die Zufahrt mündet in einer unübersichtlichen Kurve ohne Fußweg auf die Kreisstraße. Dort gilt zwar außerorts Tempo 40, innerorts aber Tempo 50. Seifert schlägt eine Verlängerung des Fußwegs vor, die Prüfung einer weiteren Geschwindigkeitsbegrenzung und den Rückbau eines Zauns, damit die Kurve besser einsehbar wird.

Das wies der Planer zurück und der Stadtrat folgte ihm. Die Sicherheitsbedenken an der Straße werden nicht von der geplanten Neubebauung verursacht, hieß es erstens. Zweitens würde auch das Landratsamt die Planung noch einmal genau prüfen. Damit kann die Stadt Dippoldiswalde davon ausgehen, dass das Projekt straßenbaurechtlich zulässig ausgeführt wird.

Interessenten für das Wohnen nahe der Natur

Letztlich stimmte der Stadtrat dem vorliegenden Bebauungsplan und ebenfalls der Änderung des Flächennutzungsplans für dieses Gebiet zu. Bisher ist die Fläche als gemischte Baufläche eingestuft, künftig wird sie als allgemeines Wohngebiet eingeordnet. Damit sind nur Wohnungen und sogenanntes nicht störendes Handwerk oder Läden für die Versorgung des Gebiets zulässig. Das dient dem Schutz der künftigen Bewohner beispielsweise vor einer Lärmbelastung durch andere Betriebe.

Weiterführende Artikel

Dippoldiswalde schafft Bauland

Dippoldiswalde schafft Bauland

In Malter soll ein neues kleines Wohngebiet entstehen. Dafür gibt es schon Investoren.

Komplizierte Planung für Wohngebiet

Komplizierte Planung für Wohngebiet

Es gab schon mehrere Anläufe für ein kleines Baugebiet am Ortseingang von Malter. Bisher ohne Ergebnis. Jetzt liegt ein neuer Entwurf dafür vor.

Neues Bauprojekt in Malter

Neues Bauprojekt in Malter

Im Oberdorf stehen auf einem Gebiet Häuser, obwohl nicht alles rechtlich geregelt ist. Ein Investor will das jetzt klären.

Für die Eigentümer ist mit diesen Beschlüssen ein langer Weg abgeschlossen, um Baurecht an dieser Stelle zu erhalten. „Wir müssen jetzt sehen, wie wir unsere Pläne an die aktuellen Gegebenheiten anpassen“, sagt Daniel Siebeneicher. Er geht davon aus, dass Wohnungen an dieser schönen Stelle Interessenten finden werden. „Gerade in Coronazeiten hat sich gezeigt, wie schön es ist, im Grünen und nahe der Natur zu leben“, sagt er. Das Vorhaben kommt dem Ziel von Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) entgegen, die die Einwohnerzahl von Dippoldiswalde wieder über 15.000 anheben will.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde