merken
PLUS Dippoldiswalde

Neuer Fußboden für alte Lederkammer

Das Lohgerbermuseum in Dippoldiswalde wird für viel Geld saniert. Nun geht es an die letzten Arbeiten.

Kirchenmaler Lutz Senninger bereitet im Haupthaus den Untergrund vor, um die historischen Wandmalereien zu restaurieren.
Kirchenmaler Lutz Senninger bereitet im Haupthaus den Untergrund vor, um die historischen Wandmalereien zu restaurieren. © Egbert Kamprath

Lutz Senninger schaut sich im Wohnzimmer um, das früher der Dippser Lohgerber bewohnt hatte und das längst Teil des Museums ist. "Er muss ein erfolgreicher Unternehmer gewesen sein", sagt der Kirchenmaler aus Pirna. Denn das Zimmer ist sehr aufwendig gestaltet. Allerdings gibt es jetzt einige Fehlstellen. Diese sind bei der Sanierung entstanden, die notwendig wurde, weil im Haupthaus Echter Hausschwamm entdeckt wurde, der vom Dachgeschoss bis ins Mauerwerk des ersten Obergeschosses vorgedrungen war. Deshalb mussten viele tragende Holzbauteile im Dachgeschoss und im Mansardgeschoss ausgewechselt und erneuert werden. 

Es mussten auch Teile des Putzes abgenommen werden. An anderen Stellen entstanden Löcher. Diese werden nun von Lutz Senninger verspachtelt. In den nächsten Tagen wird er den Farbanstrich erneuern. "Das Konzept dafür liegt vor", sagt er. Es wurde mit dem Denkmalschützern abgestimmt. Nun geht es nur noch darum, welches Material zum Einsatz kommen wird. Zum Ende des Jahres möchte er die Arbeiten in den drei Räumen, die zur früheren Gerberwohnung gehören, abschließen.

Anzeige
Gesucht: Mitarbeiter Batterie-Fertigung
Gesucht: Mitarbeiter Batterie-Fertigung

Das Unternehmen Litronik mit Sitz in Pirna entwickelt und produziert Batterien für humanmedizinische Implantate wie Herzschrittmacher und Defibrillatoren.

Im Mansardgeschoss sollen künftig Bilder gezeigt werden.
Im Mansardgeschoss sollen künftig Bilder gezeigt werden. © Egbert Kamprath

Auch in den anderen Räumen des Museums wird noch gewerkelt. Wer die Räume betritt, glaubt, dass hier noch viel zu tun ist. Doch der Eindruck täuscht, sagt Thomas Vetter. Der Pirnaer leitet das Büro Vetter -vom Berg und ist hier als Bauüberwacher tätig.

"Die Bauarbeiten sind gut vorangekommenen", sagt er. In den letzten Wochen wurden die Elektroleitungen ausgetauscht und der Putz - wo nötig - erneuert. Gut zu sehen ist das im Mansardgeschoss. Hier soll wieder die Verwaltung einziehen. Der andere Teil des Geschosses wird künftig als Osterzgebirgsgalerie genutzt. Diese war bisher in Räumen des Dippser Schlosses untergebracht und musste dem Bergbaumuseum Miberz Platz machen. Um die Räume im Lohgerbermuseum als Galerieräume zu nutzen, ließ die Stadt Dippoldiswalde als Auftraggeber einige Wände herausnehmen. Außerdem lässt sie eine zweite Treppe einbauen, die die Räume mit dem Obergeschoss verbindet. Die Öffnung dazu ist schon da, die Treppe selbst fehlt noch.

Die alte Wandmalerei im Haupthaus soll rekonstruiert werden.
Die alte Wandmalerei im Haupthaus soll rekonstruiert werden. © Egbert Kamprath

Im Obergeschoss, dort wo Lutz Senninger beschäftigt ist, wird nach der Fertigstellung eine Ausstellung die Stadtgeschichte nachzeichnen. Dafür stehen dem Museum neben den drei Räumen, die ihre ursprüngliche Farbgebung erhalten werden, weitere Räume zur Verfügung. Diese bekommen einen einfarbigen Anstrich.

Letzte Arbeiten am neuen, alten Fußboden in der Lederkammer.
Letzte Arbeiten am neuen, alten Fußboden in der Lederkammer. © Egbert Kamprath

Im Erdgeschoss befindet sich die historische Lederkammer, die künftig als Vortragsraum und für die Museumspädagogik genutzt werden soll. Diese bekam eine Fußbodenheizung und einen neuen Fußboden. "Hier haben wir alte Sandsteinplatten verwendet", sagt Vetter. Die daneben liegenden Räume können künftig für Sonderausstellungen genutzt werden. Nicht weit davon haben die Bauarbeiter einen Aufzug installiert, der für Barrierefreiheit im Museum sorgen wird. 

Leere Gerbgruben in der früheren Werkstatt
Leere Gerbgruben in der früheren Werkstatt © Egbert Kamprath

Zum Lohgerbermuseum gehören neben dem Haupthaus noch drei weitere Gebäudeteile, das Torhaus, die Werkstätten und die Remise - das frühere Wirtschaftsgebäude. Auch in diesen Gebäudeteilen wird noch gearbeitet. So gut wie abgeschlossen sind die Arbeiten im Torhaus, das künftig als Depot genutzt wird. Hier fehlen nur noch ein Treppengeländer und der Fußbodenbelag.

In den Werkstätten haben die Bauarbeiter die Gerbgruben freigelegt, auch in diesem Gebäudeteil wurden die Stromleitungen erneuert. Erhalten bleibt die enge, steile Treppe, die zum Obergeschoss führt. Sie wird aber für die Museumsbesucher gesperrt, erklärt Vetter. Die Gefahr, dass hier jemand stolpert und fällt, sei zu groß. Deshalb wird ein neuer, barrierefreier Zugang vom Haupthaus aus geschaffen.

Das Museum bekommt einen neuen Haupteingang. Dafür wird die Remise, das frühere Wirtschaftsgebäude, genutzt.
Das Museum bekommt einen neuen Haupteingang. Dafür wird die Remise, das frühere Wirtschaftsgebäude, genutzt. © Egbert Kamprath

Gut vorangekommen sind die Arbeiten an der Remise. Über diesen Gebäudeteil werden die Besucher künftig das Museum betreten. 

Weiterführende Artikel

Lohgerber-Museum bekommt eine Allee

Lohgerber-Museum bekommt eine Allee

Dippoldiswalde möchte seine Unterstadt aufwerten. Dabei wird auch der Bahnhof der Weißeritztalbahn einbezogen. Die Pläne wurden jetzt präsentiert.

Neuer Plan fürs Lohgerbermuseum

Neuer Plan fürs Lohgerbermuseum

Planer und Bauüberwacher gaben im Stadtrat einen Überblick über den aktuellen Ausbaustand auf der Großbaustelle in Dippoldiswalde.

"Wir sind im letzten Drittel vom Ausbau", sagt Vetter. In den kommenden Tagen werden die bestehenden Holzfußböden aufgearbeitet. "Damit wollen wir Anfang November beginnen", sagt Vetter. Außerdem müssen noch Türen eingebaut werden. Bis zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten im Inneren so gut wie abgeschlossen werden. Anfang des kommenden Jahres sind die Abnahmen der Brandmelde- und der Alarmanlage geplant. Auch die technische Inbetriebnahme des Aufzuges soll dann stattfinden. Danach dürfte es nicht mehr lange dauern, bis sich die Dippser selbst ein Bild von ihrem Museum machen können, das für vier Millionen Euro saniert wurde.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Dippoldiswalde