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Musikschule Dipps hat wieder ein Zuhause

Die letzten Jahre war die Schule in der ganzen Stadt verstreut. Jetzt entsteht ein kulturelles Zentrum neben der Oberschule.

Klavierbauer Michael Süß stimmt den Flügel der Kunst- und Musikschule Dippoldiswalde, nachdem diese in ihre neuen Räume im Schulgäßchen eingezogen ist.
Klavierbauer Michael Süß stimmt den Flügel der Kunst- und Musikschule Dippoldiswalde, nachdem diese in ihre neuen Räume im Schulgäßchen eingezogen ist. © Egbert Kamprath

Michael Süß schlägt eine Taste an, schlägt sie noch einmal an und dreht eine Stellschraube ein winziges Stückchen weiter. Der Klavierstimmer vom Pianohaus Hofmann aus Chemnitz war am Freitag in Dippoldiswalde und verhalf dem Flügel und den Klavieren der Kunst- und Musikschule Dippoldiswalde wieder zu einem sauberen Klang. Der Stimmer kommt regelmäßig zur Wartung der Instrumente oder wenn sie, so wie jetzt, umgezogen sind und einen neuen Standort bekommen haben.

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Denn die Musikschule Dippoldiswalde hat soeben ihre neuen Räume im Schulgäßchen eingeräumt. Damit findet die Schule, die in den vergangenen Jahren quasi heimatlos auf viele Standorte verteilt war, wieder ein festes Domizil.

Räume von heute auf morgen gesperrt

Bis 2016 war die Schule mit ihrem Büro und den Unterrichtsräumen im Kulturzentrum Parksäle ansässig. Das war ein guter Standort - bis der große Saal und die Musikschulräume wegen Brandschutzmängeln von heute auf morgen gesperrt wurden. . Der Parksaal bekam zwar eine Brandschutzsanierung. Die Musikschulräume sind weiter gesperrt.

Danach war die Musikschule auf Wanderschaft. Die Lehrer unterrichteten in verschiedenen Räumen im Gymnasium und der Oberschule. Später mietete die Musikschule Räume in ehemaligen Ladenlokalen an „Da ging das Zusammengehörigkeitsgefühl etwas verloren“, stellt Musikschulleiter Daniel Münzel fest. Daher waren der Trägerverein der Musikschule und die Mitarbeiter auf der Suche nach einem neuen festen Domizil.

Das beziehen sie nun im Schulgäßchen. Früher war hier das Schuhgeschäft Wünschmann ansässig. Das ist ins Nachbarhaus gezogen. Die Musikschule verhandelte mit dem Vermieter, der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Dippoldiswalde (KWG). Beide wurden sich einig. Im Haus gibt es drei Etagen. Unten sind die Geschäftsräume. Im ersten Stock war eine Wohnung, die jetzt zu Unterrichtsräumen umgebaut wurde, und der zweite Stock ist noch bewohnt.

Schuhgeschäft wird zum kleinen Musiksaal

Auch hier ging es um das Thema Brandschutz. Erst musste das Bauamt überzeugt werden. „Die wollten genau wissen, wie viele Schüler hier gleichzeitig unterrichtet werden“, erinnert sich Münzel. So war noch ein Wanddurchbruch nötig, um einen zusätzlichen Fluchtweg zu ermöglichen. Als die Baugenehmigung vorlag, begann die KWG mit den Umbauarbeiten. Die sind nun für das Obergeschoss abgeschlossen. Das Erdgeschoss ist noch Baustelle. Hier wird ein kleiner Saal entstehen, in dem die Ensembles unterrichtet werden oder die Kinder der musikalischen Früherziehung Platz für Bewegung finden. Ein Aufenthaltsraum für die Lehrer ist geplant und Ende Juni will auch Münzel mit seinem Leiterbüro hier einziehen.

Die Oberschule rechts, die alte Pforte links und in der Mitte das Gebäude, das jetzt die Musikschule angemietet hat. Hier ist im Laufe der letzten Jahre ein kulturelles Zentrum in der Innenstadt von Dippoldiswalde entstanden.
Die Oberschule rechts, die alte Pforte links und in der Mitte das Gebäude, das jetzt die Musikschule angemietet hat. Hier ist im Laufe der letzten Jahre ein kulturelles Zentrum in der Innenstadt von Dippoldiswalde entstanden. © Egbert Kamprath

Neues kulturelles Zentrum in der Dippser Innenstadt

So entsteht zentral in der Dippser Innenstadt ein kulturelles Zentrum mit Musikschule, der Alten Pforte, der Oberschule, der Stadtkirche und dem Karl-Marx-Platz, der Gelegenheit bietet, im Freien zu sitzen und sich zu treffen. Ein Vorteil des Standorts ist außerdem die Nähe zum Busbahnhof, weil viele Musikschüler und auch Lehrer mit dem Bus kommen.

Und für den inneren Zusammenhalt der Musikschule erwartet sich Münzel auch einen großen Gewinn. Wenn die Unterrichtsräume verstreut liegen, treffen sich zwar Lehrer und Schüler zu ihren Stunden. Darüber hinaus entsteht aber wenig Kontakt. Dafür bietet das neue zentrale Musikschulgebäude wesentlich mehr Möglichkeiten.

Außenstellen in Altenberg, Glashütte und Schmiedeberg

Alle 350 Schüler unter einem Dach zu betreuen, bleibt auch jetzt ein Wunschtraum. Neben dem neuen Sitz im Schulgäßchen findet auch künftig noch Schlagzeugunterricht nebenan in der Alten Pforte statt, außerdem trifft sich das Kammerorchester, wenn es wieder proben kann, im kleinen Parksaal, und Unterrichtsräume in der kleinen Wassergasse bleiben auch. Aber der Standort in der Bahnhofstraße soll aufgegeben werden.

Daneben hat die Musikschule noch mehrere Außenstellen. Zwei Tage die Woche wird in Glashütte unterrichtet, einmal im Rahmen der Ganztagsbetreuung an der Grundschule, und ein Nachmittag normaler Musikunterricht. In Altenberg gibt es an zwei Tagen Klavier- und Flötenunterricht und in Schmiedeberg einmal die Woche einen Gitarrennachmittag. Mit der Gemeinde Klingenberg gab es Verhandlungen über ein Unterrichtsangebot, die aber wegen Corona derzeit nicht vorankommen. Und in den Kindergärten in Seifersdorf und Hennersdorf bietet die Musikschule musikalische Früherziehung an.

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Derzeit hoffen alle Musikschulangehörigen darauf, dass sie bald wieder in den normalen Unterricht von Angesicht zu Angesicht einsteigen können. Ensembleunterricht ist derzeit gar nicht möglich. Einzelunterricht findet vor allem über Computer als Fernunterricht statt. „Aber das ist nur eine Notlösung. Manchmal kommen beispielsweise Bild und Ton zeitversetzt an“, nennt Münzel eine Schwierigkeit dabei. „Wir hoffen doch, dass wir bald wieder in den regulären Schulbetrieb wechseln können“, sagt er. Dann wird das neue Musikschulzentrum auch richtig mit Leben erfüllt.

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