merken
PLUS Dippoldiswalde

Freie Wähler Dipps spalten sich

Die Abwahl des Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Czwink hat Konsequenzen. Er und zwei andere gehen eigene Wege - unter einem Traditionsnamen.

Hans-Jürgen Czwink (v.l.), Thomas Triller und Klaus Walter trennen sich von den Freien Wählern in Dipps und bilden die neue Fraktion Unabhängige Bürger.
Hans-Jürgen Czwink (v.l.), Thomas Triller und Klaus Walter trennen sich von den Freien Wählern in Dipps und bilden die neue Fraktion Unabhängige Bürger. © Egbert Kamprath

Die Auseinandersetzungen bei den Freien Wählern in Dippoldiswalde gehen weiter. Ende Februar hat die siebenköpfige Fraktion mit einer knappen Mehrheit von vier Stimmen den Vorsitzenden Hans-Jürgen Czwink abgewählt und Falk Kühn-Meisegeier an seine Stelle gesetzt. Das hat in der Konsequenz die Fraktion zerrissen. Eine dreiköpfige Gruppe um Czwink geht eigene Wege. Vier Stadträte bleiben als Freie-Wähler-Fraktion zurück.

Jeder hat einzeln seinen Austritt erklärt

Czwink war anfangs sehr betroffen von seiner Abwahl, wie er sagt. Jetzt hat er sich überlegt, wie er seine Stadtratsarbeit fortsetzen will und gründet eine neue Fraktion. Klaus Walter, bisher stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler, und Thomas Triller gehen mit ihm. Die neue Gruppe nennt sich „Unabhängige Bürger“. Sie haben in den letzten Tagen der Stadtverwaltung ihren Austritt aus der Fraktion der Freien Wähler mitgeteilt. „Das musste jeder einzeln machen“, sagt Czwink.

Anzeige
Der ValiKom Transfer
Der ValiKom Transfer

Die Zertifizierung der teilweisen oder vollen Gleichwertigkeit eines Referenzberufes ist ein Impuls für den Arbeitsmarkt von innen heraus!

1990 aus dem Neuen Forum hervorgegangen

Unabhängige Bürger ist ein Name mit Tradition in der Dippoldiswalder Kommunalpolitik. Drei Stadträte, die aus dem Neuen Forum gekommen sind, haben nach der einzigen freien Kommunalwahl in der DDR 1990 eine Fraktion unter diesem Namen gegründet. Die Unabhängigen Bürger stellten ab 2001 bis 2018 den Bürgermeister und blieben immer eine bestimmende Kraft im Stadtrat, die im Lauf der Jahre gleichauf mit der CDU war. 2012 benannten sich die Unabhängigen Bürger um in Freie Wähler. Jetzt kehrt ein Teil von ihnen zu dem Traditionsnamen zurück.

Kommenden Montag wollen die drei von der neuen Fraktion sich zum ersten Mal offiziell treffen. Dann wird auch festgelegt, wer den Fraktionsvorsitz übernimmt und Stellvertreter wird. „Das werden Czwink und Walter“, sagte Thomas Triller.

CDU jetzt wieder stärkste Fraktion im Stadtrat

Mit dieser Spaltung ändern sich die Kräfteverhältnisse im Stadtrat. Bisher waren die Freien Wähler die stärkste Fraktion. Unter den neuen Gegebenheiten ist dies die CDU mit sechs Sitzen vor der AfD mit fünf Stadträten. Ihnen folgen die Freien Wähler mit jetzt nur noch vier Mitgliedern und die Unabhängigen Bürger mit drei Räten. Die kleinsten Fraktionen bilden weiterhin die Linke und SPD/Grüne, die beide zwei Mitglieder haben.

Das wird sich womöglich auch auswirken auf die Verteilung einiger Ämter in der Stadt. So ist bisher Kathrin Fröhlich von den Freien Wählern erste stellvertretende Bürgermeisterin. Ob andere Fraktionen, die jetzt stärker sind, nun Anspruch auf das Amt erheben, wird sich zeigen. Auch auf die Besetzung der Ausschüsse kann sich die Spaltung der Freien Wähler auswirken. Die Folgen dieser Fraktionsspaltung werden sich in den nächsten Stadtratssitzungen zeigen.

Keine Mitteilung an die bisherige Fraktion

Hans-Jürgen Czwink sagt: „Ich bin froh, dass ich mit Klaus Walter einen erfahrenen Stadtrat und angesehenen Bürger an meiner Seite weiß. Auch Thomas Triller kennt sich in der Kernstadt gut aus und hat Rückhalt bei den Wählern.“ Klaus Walter ist Leiter der Oberschule Dippoldiswalde und arbeitet seit 2009 im Stadtrat mit. Thomas Triller betreibt den Obertorgrill. Er ist neu im Stadtrat, hat aber in der vergangenen Wahlperiode als stellvertretender Ortsvorsteher von Dippoldiswalde gearbeitet.

Weiterführende Artikel

Dippser Stadtrat mit Riesenprogramm

Dippser Stadtrat mit Riesenprogramm

Die Spaltung der Freien Wähler beschert den Räten einige Mehrarbeit. Was in den 41 Tagesordnungspunkten der Ratssitzung alles abzuarbeiten ist.

Falk Kühn-Meisegeier sagt zu der Abspaltung: „Offiziell ist mir darüber nichts mitgeteilt worden.“ Er hätte aber schon erwartet, dass die ausgetretenen Fraktionsmitglieder noch einmal das Gespräch suchen. Wie die Zusammenarbeit mit ihnen in Zukunft laufen soll, kann er sich noch nicht so richtig vorstellen. „Wir werden uns ja doch mindestens alle zwei Wochen bei einer Sitzung begegnen“, sagt er. Auch Kathrin Fröhlich stellt nur fest, dass mir ihr niemand das direkte Gespräch gesucht habe. Weiter will sie das Zerwürfnis nicht kommentieren.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde