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Dippoldiswalde

Schmetterlingstag in Ulberndorf

Schmetterlinge brauchen lang blühende Wiesen. Die Lanu-Mitglieder vom Lindenhof wollen am Freitag dafür sensibilisieren.

Der Helle Wiesenknopfameisenbläuling ist eine von circa 5.200 Bläulingsarten. Beim Tag der Offenen Schmetterlingswiese geht es um den Erhalt der Arten.
Der Helle Wiesenknopfameisenbläuling ist eine von circa 5.200 Bläulingsarten. Beim Tag der Offenen Schmetterlingswiese geht es um den Erhalt der Arten. © imago stock&people

Am Freitag ist der Tag der Offenen Schmetterlingswiese. Er gehört zu dem Lanu-Projekt "Puppenstuben gesucht - Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterling". Seit sechs Jahren engagiert sich die Stiftung zusammen mit weiteren Projektpartnern für schmetterlingsgerecht angelegte und bewirtschaftete Wiesen.

Sachsenweit sind mittlerweile 650 Blühwiesen gemeldet. Eine davon pflegen die Mitglieder des Landschaftspflegeverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge beim Lindenhof in Ulberndorf. "Schmetterlinge brauchen vor allem artenreiche Wiesen, auf denen viele Pflanzen zu unterschiedlichen Zeiten blühen", sagt Katja Schreiber vom dort ansässigen Umweltbildungsbüro.

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Familienmodelle der Natur
Familienmodelle der Natur

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Unterschiedliche Ernährung von Raupe und Falter

Schmetterlinge haben vier Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe und Falter: "Aber wann sie als Ei oder Raupe unterwegs sind, ist nicht bei jeder Art gleich", sagt Schreiber. Manche überwintern als Falter, manche als Puppe: "Während der verschiedenen Stadien ernähren sie sich auch unterschiedlich: So brauchen die Raupen eines Tagpfauenauges einen Brennnesselbusch, die Falter dann den Blumennektar."

Eine Wiese wird also dann zur Schmetterlingswiese, wenn sie über lange Zeit viele verschiedene Ernährungsquellen liefert und auch die Eier, Raupen und Larven Überlebenschancen haben, wenn es an die Mahd geht: "Denn aufs Mähen verzichten ist auch schlecht, dann verbuschen die Wiesen irgendwann."

Beim Mähen einen Streifen stehen lassen

Doch seltenes Mähen und wechselseitig ungemähte Streifen stehenzulassen seien Methoden, die den Schmetterlingen helfen würden. Mehr darüber erfahren können Besucher am Freitag im Lindenhof: auf der Blühwiese und im Kräutergarten natürlich, außerdem am Infostand im Scheunenboden. Dort wird auch ein Film gezeigt, eine Gelegenheit zum Basteln gibt es auch.

Susanne Ziemer, Mitglied des Landschaftspflegeverbandes, wird 11 Uhr einen dreißigminütigen Vortrag über schmetterlingswiesen halten und lädt anschließend zu einer Wiesenexkursion ein. "Wir kennen immer nur die großen Schmetterlinge wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs oder Schwalbenschwanz", sagt Katja Schreiber: "Aber allein von den kleinen Bläulingen gibt es unzählige Arten, die auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert sind." (sik)

Tag der Offenen Schmetterlingswiese, 18. Juni, 9 bis 13 Uhr, Lindenhof Ulberndorf,
Alte Straße 13, eine Anmeldung ist nicht nötig, www.umweltbildung.lpv-osterzgebirge.de

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