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Bärensteiner TSV-Jubiläum in Sichtweite

Nächstes Jahr feiert der Verein sein 150. Jubiläum. Die Mitglieder wollen klotzen, nicht kleckern, und überlegen jetzt schon, was alles zu tun ist.

Matthias Naumann ist der stellvertretende Vorsitzende des TSC Bärenstein. Hinter ihm liegt die Wiese, auf der der TSV nächstes Jahr sein 150. Jubiläum feiern möchte.
Matthias Naumann ist der stellvertretende Vorsitzende des TSC Bärenstein. Hinter ihm liegt die Wiese, auf der der TSV nächstes Jahr sein 150. Jubiläum feiern möchte. © Karl-Ludwig Oberthür

So viel Kraft und Beharrungsvermögen hätte Matthias Naumann den Kleinen gar nicht zugetraut - doch leider sind die Maulwürfe keine Vereinsmitglieder des TSV Bärenstein. "Seit drei, vier Jahren ist der Fußballplatz ihrer", sagt Naumann.

Fußball spielt keiner mehr auf der hügelübersäten Wiese zwischen der Müglitztalstraße und dem Leitenweg. Der TSV denkt über eine andere Nutzung der Fläche: "Aber da ist noch nichts spruchreif", sagt Naumann.

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Große Zeit in den dreißiger Jahren

In Bärenstein ist er bekannt als Inhaber der Karl Naumann GmbH schräg gegenüber vom Bahnhof. Beim TSV trat er 1965 über die Akrobatiktruppe ein. Jetzt ist er der stellvertretende Vorsitzende des Vereins - und der Leiter des Organisationsteams im Hinblick auf das 150-jährige Gründungsjubiläum des TSV Bärenstein im nächsten Jahr.

250 Mitglieder hat der Verein jetzt, "aber die ganz große Zeit war in den dreißiger Jahren", erzählt Naumann: "Damals gab es hier sogar sechs Fußballmannschaften." Heute engagiert sich der Verein im Handball, Volleyball und Tischtennis, hat eine Kindersport- und eine Frauensportgruppe, dazu noch die Abteilung Bergsteigen und Skilanglauf und natürlich die Kegelgruppe. Geplant ist, in diesem Jahr noch eine Gruppe für Bogenschützen ins Leben zu rufen.

Beachvolleyballplatz beim Freibad

Beim ehemaligen Fußballplatz liegen auch die anderen Sportstätten des Vereins, die Kegelbahn und der Handballplatz mit seinem neuen Belag, der mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates 2019 aufgebracht wurde. Dahinter das kleine Freibad, in dem der Verein jährlich sein Beachvolleyballturnier ausrichtet - und jährlich zittert, dass das Bad weiter offen gehalten werden kann. "Mein Vater hatte es mit aufgebaut", erinnert sich Naumann.

Das war 1988, als Bärenstein endlich ein neues Bad erhielt - als Ersatz für das alte Stadtbad aus den 1920er-Jahren im Bielatal. "Das brauchte Zinnerz Altenberg 1965, um seinen Schlamm zu klären." Immer noch wäre das kleine Bad gut besucht. Doch für den TSV alleine sei es eigentlich kaum zu stemmen, die Wasserqualität zu halten: "Wir bräuchten da auch von der Kommune eine Unterstützung."

Verein braucht Unterstützung der Stadt Altenberg

Unterstützung wünscht sich Naumann auch bei der Beleuchtung der Festwiese. Die alten Straßenlampen funktionieren zwar noch und entzücken sicherlich DDR-Nostalgiker, "aber die brauche mal neue Farbe, und mit LEDs wäre es hier vielleicht auch hell."

Denn das inoffizielle Motto der Vereinsmitglieder zum TSV-Jubiläum nächstes Jahr ist "Klotzen, nicht kleckern". Verdiente Sportfreund aus allen Generationen werden eingeladen, Prominenz aus Sport und Kultur soll in der Festwoche Anfang Juli auftreten. Allerdings erschwert Corona alle Planungen, so dass Matthias Naumann noch keine Namen nennen möchte.

Jede Sportabteilung gestaltet einen Festtag

"Außerdem soll jede unserer Sportabteilungen einen Tag gestalten." Ein Sportfest für alle wird dabei sein, Paarzeitfahren mit dem Fahrrad, eine Lauf um die Leite, "und den den Triathlon wollen wir auch neu beleben", sagt Naumann.

Dass der TSV Feste organisieren kann, wenn nicht gerade Corona alle Aktivitäten lahm legt, hat er im Laufe seiner Geschichte oft genug bewiesen: "Zum Beispiel unser Sommerfasching", zählt Naumann auf: "Seit es in Bärenstein keinen Saal mehr gibt, feiern wir den in einem Zelt. Und im Sommer müssen wir auch nicht gegen den Geisinger und Fürstenwalder Fasching antreten." Auch zum Sommersonnenwende-Feuer, dass die Tischtennis-Gruppe seit drei Jahren nahe dem Spielplatz am Handballfeld ausrichtet, kämen um die 300 Besucher.

Verein interessiert sich für Erinnerungen in Privatbesitz

Das Festkomitee für die Jubiläumsfeier trifft sich bereits seit 2019. Der Bärensteiner Ortschronist Helmut Richter hat aus zahlreichen Archivfunden die Geschichte des Vereins rekonstruiert.

"Wir können uns vorstellen, dass sich noch unzählige Fotografien, Urkunden oder andere Dokumente in Privatbesitz befinden", sagt Naumann und ruft dazu auf, sich mit solche Zeitzeugen beim Verein zu melden: "Keine Angst, wir wollen die Originale nicht behalten. Wir können sie ja abfotografieren oder kopieren."

Außerdem würde er sich freuen, wenn ein Ortstermin mit den Sportstätten-Verantwortlichen der Stadt Altenberg zustande käme: "Wir müssen ins Gespräch kommen, welche Unterstützung möglich ist."

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