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Politik trifft Unternehmen

Die Glashütter Stadträte besuchten in Oberfrauendorf die Firma Schütz - und staunten nicht schlecht über deren Entwicklung.

Ortsvorsteher Martin Walther, Stadtrat Frank Zimmerhäckel, Firmenchef Tillmann Schütz und Stadtrat Steffen Barthel (v.li.) im Gespräch.
Ortsvorsteher Martin Walther, Stadtrat Frank Zimmerhäckel, Firmenchef Tillmann Schütz und Stadtrat Steffen Barthel (v.li.) im Gespräch. © Egbert Kamprath

Glashütte hat viele interessante Unternehmen - auch außerhalb der Uhrenindustrie. Zu diesem Urteil kam Uwe Ahrendt in der jüngsten Stadtratssitzung. Diese fand in Oberfrauendorf statt und wurde von Ahrendt, der nicht nur Chef des Uhrenherstellers Nomos Glashütte und Stadtrat, sondern auch stellvertretender Bürgermeister ist, geleitet. Der Unternehmer zeigte sich beeindruckt, von dem, was er und seine Stadtratskollegen zuvor gesehen hat.

Denn vor der eigentlichen Sitzung schauten sich die Räte in der Zahntechnik Schütz um. Geschäftsführer Tillmann Schütz führte die Räte und Mitarbeiter der Verwaltung durch die Räume der Firma, die von seinem Vater 1992 mit drei Mitarbeitern gegründet wurde  und die sich seither gut entwickelt hat. Gegenwärtig arbeiten am Standort 40 Mitarbeiter, darunter sind auch Uhrmacher, erklärte Schütz beim knapp einstündigen Rundgang. Seine Mitarbeiter fertigen Zahnersatz wie Brücken und Implantate an - und das aus unterschiedlichen Materialien. Gearbeitet wird von 7 bis 19 Uhr in einem Zwei-Schicht-System. "Unsere Maschinen arbeiten zum Teil bis 23 Uhr", so Schütz. Die Kundschaft lebt und arbeitet im Umkreis von 100 Kilometern.

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Auch Hauptamtsleiterin Julienne Döring nahm an der Führung durch die Betriebsstätte an. Auzubi Saskia Fischer erklärt die traditionelle Herstellung von Zahnersatz.
Auch Hauptamtsleiterin Julienne Döring nahm an der Führung durch die Betriebsstätte an. Auzubi Saskia Fischer erklärt die traditionelle Herstellung von Zahnersatz. © Egbert Kamprath
Der Glashütter Stadtrat tagte erstmals bei Firma Schütz Zahntechnik in Oberfrauendorf. Die Firma hat das noch ungenutzte erste Obergeschoss zur Verfügung gestellt.
Der Glashütter Stadtrat tagte erstmals bei Firma Schütz Zahntechnik in Oberfrauendorf. Die Firma hat das noch ungenutzte erste Obergeschoss zur Verfügung gestellt. © Egbert Kamprath
Stadtrat Uwe Ahrendt (Grüne) leitete als erster Stellvertreter des Bürgermeisters die Stadtratssitzung in Vertretung von Bürgermeister Markus Dreßler (CDU).
Stadtrat Uwe Ahrendt (Grüne) leitete als erster Stellvertreter des Bürgermeisters die Stadtratssitzung in Vertretung von Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). © Egbert Kamprath

Die Betriebsstätte wurde im Laufe der Jahre mehrmals erweitert. Hinter dem Altbau, der zu DDR-Zeit eine Konsum-Verkaufsstelle war, ist in den letzten zwei Jahren ein Neubau entstanden. Bisher nutzt Schütz nur das Erdgeschoss. In den nächsten Monaten wird auch das erste Obergeschoss bezogen. Denn das Unternehmen setzt verstärkt auf maschinelle Fertigung. Die schweren CNC-Maschinen bleiben im Erdgeschoss, ins erste Obergeschoss ziehen die Konstruktion, die Nachbearbeitung und die Drei-D-Drucker um.

Gegenwärtig werden gut die Hälfte der Leistungen als traditionelle Handwerksarbeit erbracht, die andere mithilfe moderner Maschinen, unter anderem CNC-Technik und Drei-D-Drucker. Das ermöglicht der Firma zum einen im Wettbewerb mit osteuropäischen Mitbewerbern zu konkurrieren. Und zum anderen können durch den Einsatz moderner Computertechnik sehr präzise Produkte gefertigt werden. Perspektivisch wird der Anteil der maschinellen Fertigung zunehmen, sagt Schütz. Er rechnet, dass dieser in den nächsten Jahren auf 70 Prozent steigen.

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Die Zahntechnik Schütz in Oberfrauendorf ist die Zentrale eines Unternehmensverbundes, zu dem 34 Labore in Deutschland gehören. Diese arbeiten  unter anderem in Dresden, Riesa, Erfurt, Zwickau und Leipzig. Die größte Niederlassung mit rund 60 Mitarbeitern befindet sich im brandenburgischen Neuruppin. Insgesamt beschäftigt der Verbund 600 Mitarbeiter, sagt Schütz. Die Gruppe machte zuletzt einen Umsatz von 30 Millionen Euro. 

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